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Ratgeber: "Internet Sicherheit"

Experten reden über die Cloud

Der Tagesspiegel veranstaltete ein Cloud-Forum in Berlin. Hier diskutierten Fachleute über Cloud-Anwendungen in Unternehmen und Staat, Sicherheit und Recht.

Experten reden über die Cloud

© Hersteller/Archiv

Experten reden über die Cloud

Dirk Engling, Sprecher des Chaos Computer Clubs erklärte, dass der Ausdruck Cloud ursprünglich einen Raum in einem Netzwerk bezeichnete, der eine zu hohe Komplexität aufwies und deswegen in den Plänen als Wolke dargestellt wurde. Wirklich relevante Daten hätte man damals so weit möglich an diesem diffusen Zentrum vorbeigeschleust. Heute hänge es von den Anwendern selbst ab, wie sicher eine Cloud sei, meinte Engling.

Laut einer Studie des Unternehmens HP sehen zwei Drittel aller kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland in der Cloud keine Vorteile. Ein Grund dafür sei, dass die Cloud schwierig zu erklären ist, meinte Helmut Burger, Leiter IT-Management beim deutschen Industrie-und Handelskammertag. Die Fachsprache sei Denglisch. Sinnvoll wäre daher eine Übersetzung der Fachausdrücke in ein verständliches Deutsch.

Langfristig führt kein Weg am Cloud Computing vorbei

Michael Korbacher, Leiter Google Enterprise DACH, erklärte, die Cloud-Anwendungen seines Unternehmens Google hätten seit 2007 allein in Deutschland zur Gründung von 28.000 Unternehmen geführt, so eine von Google in Auftrag gegebene Studie. Investitionen in Clouds hätten eine überdurchschnittlich starke Wirkung, meinte auch Staatssekretär Hans-Joachim Otto.

Nötig seien europäische Standards, z.B. für Schnittstellen um den Anbieterwechsel zu erleichtern. Das Wichtigste für das Cloud Computing sei Vertrauen, meinte Otto. Langfristig führe kein Weg an der Cloud vorbei, meinte Bernd Becker, Vorstandsvorsitzender Eurocloud Deutschland_eco e.V.

In der Diskussionsrunde über juristische Fragen wurde festgestellt, dass das Recht zwar auch für die Clouds gilt, aber die heutigen juristischen Regelungen für die Cloud wie ein Sammelsurium unpassender Kleidungsstücke wirken - eine ausgezeichnete Metapher. Die Cloud bräuchte daher einen neuen Anzug, wovon wir weit entfernt sind. Knackpunkte sind zum Beispiel die Verträge mit Cloudanbietern, fehlende Haftungsstandards und mangelnde Kontrolle der Nutzerdaten. Notwendig wäre ein spezielles Kapitel im BGB über Internetverträge.

Der Staat könnte eine Vorbildfunktion einnehmen, wenn es um die Einführung moderner Datendienste aus der Cloud geht, meinte Odej Kao, TU Berlin. Sinnvoll sei beispielsweise, dass die Bürger Verwaltungsvorgänge ohne Weg und Wartezeit in der Cloud erledigen können. Andreas Günther, Telecomputer GbmH, meinte, für die Kommunen aber auch für viele Betriebe sei der Wechsel in die Cloud schwierig, weil man 17 verschiedene Datenschutzgesetze beachten muss.

Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, erklärte, dass man beim Zusammenlegen der verschiedenen IT-Systeme Schritt für Schritt vorgehen müsse und dass die Zeit für eine Bundes-Cloud noch nicht reif sei.

Info: Wie garantiert man Sicherheit in der Cloud?

Am Cloud-Forum in Berlin wurde von mehreren Experten die Meinung vertreten, dass die Datenspeicherung in der Cloud gerade für mittelständische Unternehmen sicherer sein könne als die Datenspeicherung im Unternehmen oder sogar in den Privatcomputern der Angestellten.

Die Anbieter der Cloud-Dienste verfügen über professionellere Sicherheitssysteme als viele kleinere Firmen. Andererseits sind gerade kleinere Unternehmen in den Clouds häufig Objekt von Attacken. Know-how über die Anwendung und Gefahren der Cloud ist unerlässlich, darüber sind sich die Experten einig.

Der Präsident des deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Michael Hange, plädierte für eine einheitliche Zertifizierung der Anbieter.

Norbert Pohlmann, Vorstandsvorsitzender TeleTrusT - Bundesverband IT-Sicherheit warnte davor, dass jeder dritte Internetnutzer sich nicht angemessen vor Gefahren schützt. Notwendig wäre unter anderem die Vereinfachung der Identifikation, zum Beispiel durch Fingerabdruck statt Passworte. Man müsste proaktive Sicherheitssysteme entwickeln und verbreiten, die den Gefahren vorgreifen statt nur darauf zu reagieren.

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