Im Fokus: Öko-Label

Energiekennzeichen

Info: Das neue Energie-Label

Falls im Oktober das Europäische Parlament und der Europäische Rat das Energiekennzeichen absegnen, dürfen es die Hersteller bereits zum Ende des Jahres verwenden. Ein Jahr später wird es schließlich zur Pflicht. Video-HomeVision zeigt, wie es aussieht und funktioniert.

Energie-Zertifikat

© Video Homevision

Die Klassenpalette von A als beste bis G als schlechteste Einstufung.

Optik und Systematik des zukünftigen Energieverbrauchskennzeichens für Fernseher sind aus dem Bereich der "weißen Ware" wie Kühlschränke oder Waschmaschinen bekannt. Dabei findet eine Einteilung in sieben Klassen statt, zudem gibt das Label absolute Werte wie den Verbrauch in Watt sowie in Kilowattstunden (kWh) fürs Jahr gerechnet an.

Auch die Größe des TVs ist genannt (Bilddiagonale), obgleich die Klassifizierung unabhängig von der Größe erfolgt. Daher sind Fernseher mit unterschiedlicher Diagonale ebenfalls miteinander vergleichbar. Bei der Einführung des Labels wird die Klassenpalette von A als beste bis G als schlechteste Einstufung reichen.

Für die Klassifizierung ist ausschließlich der Verbrauch im Betrieb relevant. Der Standby muss allerdings den bereits wirksamen Vorgaben der EU entsprechen.

Energie-Zertifikat

© Video Homevision

Die Klassen A+, A++ und A+++

Um weitere Entwicklungen der Energiespartechnik berücksichtigen zu können, wurde das Label dynamisch konzipiert. Daher dürfen Hersteller, die bessere Werte erzielen als für die Klasse A notwendig, das Label ergänzen: Sie können je nach Stand der Technik die Klassen A+, A++ und A+++ hinzufügen.

Um die Übersichtlichkeit auf dem Etikett weiterhin zu wahren, verschwinden im selben Zug die bislang jeweils schlechtesten Kategorien, so dass auch weiterhin nur sieben Energie-Effizienzklassen abgebildet sind. In unserem Beispiel erreicht der Hersteller die Klasse A++. Gleichzeitig fallen auf seinem Label die schlechtesten Klassen F und G weg.

Wissen: So misst die EU - und wie es Video-HomeVision besser macht

Für den Betriebszustand gibt die EU unterschiedliche Mess-Ansätze vor. Video-HomeVision erklärt, für welchen Zweck sie jeweils angewandt werden, welche Bedeutung sie haben und warum die Redakteure davon abweichen.

  • Maximaler Verbrauch

Die Europäische Union verlangt von den Herstellern eine Angabe, wie viel ihre Fernseher maximal verbrauchen. Grundlage der Messungen sind die Werkseinstellungen, wie sie der Kunde nach dem Auspacken des Geräts vorfindet. Ob zusätzliche Funktionen - etwa die Festplatten-Aufzeichnung oder Netzwerk-Aufgaben - dabei eingeschaltet sind oder das Aktivieren dieser Funktionen dem Kunden auferlegt wird, bleibt dem Hersteller überlassen.

Ein etwaiger Lichtsensor für die Anpassung an das Raumlicht muss bei der Messung auf jeden Fall deaktiviert sein. Schließlich wird eine zehnminütige Video-Sequenz nach dem Standard IEC 62087 zugespielt, die aufgrund wechselnder Helligkeit der Bilder dem TV-Inhalt für einen durchschnittlichen Fernsehzuschauer entspricht. Geräte, die bei dieser Messung einen von der Schirmgröße und Bildauflösung abhängigen Grenzwert überschreiten, dürfen nicht auf den Markt gelangen.

  • Heim-Modus - Grundlage für das Energie-Label

Die Bildhelligkeit kann deutlich geringer sein, als es das Potenzial des Fernsehers zulassen würde. Die EU möchte, dass entsprechende niedrigere Werte vom TV-Zuschauer genutzt werden. Daher bietet das TV-Menü am Anfang der Installation den Heim-Modus an, der die Leuchtkraft des Schirms herunterschraubt und damit den Energieverbrauch senkt.

In dieser Einstellung findet auch die Messung fürs Energie-Effizienz-Label statt, wobei erneut der IEC-Film zum Einsatz kommt. Um zu vermeiden, dass die Hersteller einen praxisfernen Helligkeitswert verwenden, gibt die EU vor, dass die Spitzenhelligkeit im Heim-Modus mindestens 65 Prozent der maximalen Schirmhelligkeit entsprechen muss.

  • So misst Video-HomeVision

Wie die obigen Beschreibungen zeigen, kann der Hersteller seine Energie-Effizienzklasse verbessern, wenn er für den Heim-Modus eine geringe Leuchtkraft einstellt. Dabei kann er trotz der 65-Prozent-Regelung für die Spitzenhelligkeit die Bildsignalverarbeitung so gestalten, dass ein TV mit Video-Sequenzen sehr niedrige Helligkeitswerte erreicht - zuweilen zu niedrige.

Daher testet und misst Video-HomeVision nicht im Heim-Modus des Herstellers, sondern mit eigenen Werten, die eine qualitativ optimierte Bildwiedergabe bei praxisgerechter Gesamthelligkeit darstellen (hierzu ausführlich: Essay "Energie-Effizienz", VHV 4/2010, ab Seite 96). Um eine perfekte Vergleichbarkeit zu erhalten, werden alle Geräte auf dieselbe Helligkeit eingestellt.

Bei LCD-Schirmen steigt der Energiebedarf in diesem "kalibrierten" Zustand in der Regel nicht, er kann zuweilen sogar unterhalb der Angaben des Herstellers liegen. Bei Plasmas liegt der Fall eher umgekehrt, weswegen Video-HomeVision in der Tabelle "Die Energieklassen" zwei Werte angegeben hat.

Info: Die Energieklassen -erstmals angewandt

Energieklassen

© Video Homevision

Die Energieklassen angewandt

In welchen Energieklassen landen aktuelle Fernseher? Video-HomeVision zeigt exklusiv, wie die TVs im Energie-Ranking abschneiden, sobald die EU die Klassifizierung entsprechend abgesegnet hat.

Gut zu beobachten: Ältere Fernseher hätten deutlich schlechtere Ergebnisse erzielt als jetzt die neueren. Auch Plasmas haben dazugelernt, wie der aktuelle Test in dieser Ausgabe zeigt. Dennoch belegen sie eher hintere Plätze.

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