Fernverbindung

Empfangsbereich

Eine Frage der Aufstellung

Selbstverständlich macht es wenig Sinn, den WLAN-Router irgendwo im Heizungskeller in der Nähe der DSL-Dose aufzustellen, auch wenn ihn so manche Dame des Hauses da am liebsten sehen würde. Je zentraler der Router steht, desto größer ist der Empfangsbereich. Dabei sollten die Antennen nicht durch massive oder gar elektrisch leitfähige Gegenstände (z.B. Gefrierschrank) abgeschirmt werden.

Ein interessantes Tool, das Ihnen helfen kann, den optimalen Aufstellungsort zu finden, ist der kostenlose HeatMapper. Einmal mit dem Grundriss Ihrer vier Wände gefüttert, zeigt die Software grafisch die Güte der Funkabdeckung an und zeigt auch, wo möglicherweise andere Funknetze die Empfangsfreude trüben.

Unserem Aufmacher am Beginn des Beitrages liegt so eine HeatMapper-Karte zu Grunde, die wir nachträglich dreidimensional aufbereitet haben.

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© PC Magazin

Drei Antennen legen nahe, dass der Router bzw. Access Point (AP) MIMO unterstützt. Allerdings gibt es auch Router mit internen Antennen.

Kanalarbeiten

Zeigt sich, dass des Nachbars WLAN-AP genau auf Ihrem Kanal munter vor sich hin funkt, ist es ratsam, auf einen anderen, freien Kanal auszuweichen. Sowohl die Reichweite als auch die Datenübertragungsrate leiden bei sich überlappenden WLAN-Netzen ganz erheblich. Zu beachten ist, dass im 2,4-GHz-Band auch vermeindlich freie Kanäle durch Nachbarkanäle beeinträchtigt werden.

Denn hier beträgt das Kanalraster lediglich 5 MHz, während die verwendete Bandbreite gut 20 MHz beträgt. Die Folge: Wirklich überlappungsfrei sind die Kanäle nur dann, wenn mindestens vier Kanäle zwischen ihnen liegen. Das wäre z.B. bei den Kanälen 1, 6 und 11 der Fall. Sendet also Ihr Nachbar z.B. ebenfalls auf Kanal 6, hilft es wenig, auf Kanal 5 oder 7 zu wechseln.

Besonders zu fürchten sind ältere 802.11g-Router mit dem Zusatz "++", die mit der doppelten 802.11g-Datentrate von 108 MBit/s beworben wurden. Um das zu erreichen, belegen derartige Geräte im "Turbo Mode" statt 20 MHz satte 40 MHz und "kleben" so alleine schon 80 Prozent des zur Verfügung stehenden Frequenzbandes zu.

Gleiches gilt für 802.11n-Router, die im 40-MHz-Modus arbeiten. Auch sie benötigen dann zwei Kanäle (Channel Bonding) gleichzeitig. Wie groß die Kanalabdeckung der gefundenen WLAN-Router- und APs tatsächlich ist, verrät Ihnen das kostenlose Tool "inSSIDer 2.0", das auf metageek.net herunter geladen werden kann.

Genug Platz für alle im 5-GHz-Band

Die Lösung für beengte Verhältnisse in überfüllten WLAN-Netzen - und die oftmals daraus resultierenden Reichweitenprobleme - bietet das 5-GHz-Band. Hier stehen 23 Kanäle zur Verfügung, die überdies nicht überlappend angeordnet sind. Zudem ist das 5-GHz-Band frei von vielen Störquellen wie Bluetooth-Geräten, Funkbewegungsmelder, Betriebsfunk, Radarfallen oder Mikrowellenherde.

Gähnende Leere

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© PC Magazin

Mit einem Outdoor-Router - wie diesem von von Lancom - können Sie auf elegante Weise auch Außenbereiche mit WLAN abdecken. Die Versorgungsspannung erhält das Gerät über das Ethernet-Kabel (PoE). Alle Steckverbindungen sind wasserdicht ausgeführt.

Bislang tut sich recht wenig im 5-MHz-Band, was nicht zuletzt daran liegt, dass die üblicherweise in Notebooks und Smartphones verbauten WLAN-Adapter nur im 2,4-GHz-Band arbeiten. Auch längst nicht alle modernen 802.11n-Router-bzw. -APs unterstützen das 5-GHz-Band. Hier gilt es, die technischen Daten des Wunschgerätes genau zu studieren bzw. beim Hersteller anzufragen.

Die meisten 5-GHz-fähigen Router/APs können lediglich entweder 2,4 oder 5 GHz - nur einige wenige unterstützen beides. In bereits vorhandenen WLAN-Installationen ist es durchaus ratsam, den vorhandenen 2,4-GHz-Router weiter zu verwenden und an dessen Ethernetport einen 5-GHz-Access Point anzuschließen. Ältere Geräte können so zunächst weiterhin auf dem gewohnten 2,4-GHz-Band funken, während neue, geeignete Hardware ungestört auf 5 GHz arbeiten kann.

Obwohl die Signalabschwächung durch die Luft sowie durch Wände und Hindernisse bei 5 GHz sogar stärker ist als bei 2,4 GHz, ist die Empfangslage dank des geringen "Störteppichs" und des daraus resultierenden besseren Signal-/Rauschabstandes eher besser als im 2,4-GHz-Band. Vor allem in Bereichen mit hoher WLAN-Netzdichte kann also der Wechsel auf 5 GHz entscheidende Reichweitenvorteile bringen.

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