Die weite Dolby-Welt

Dolby True-HD

Dolby True-HD

Dolby TrueHD wurde für das neue Medium Blu-ray entwickelt, das im Vergleich zur DVD über ein enormes Speichervermögen verfügt. So unterstützt das Format nicht nur bis zu acht Kanäle (7.1), sondern speichert Tondaten verlustfrei ab. Es ist sogar möglich, dem "achten" Kanal das volle Frequenzspektrum zuzusprechen.

Das Verfahren basiert auf dem von Meridian entwickelten MLP (Meridian Losless Packing), das seinerzeit für die DVD-Audio entwickelt wurde. Bei voller Nutzung der Möglichkeiten erlaubt Dolby TrueHD eine Auflösung von 24 Bit bei einer Taktrate von bis zu 96 Kilohertz. Genügen weniger Kanäle, kann die Abtastrate auf highendige 192 kHz gesteigert werden (maximale Datenrate 18 Mbps). Dolby TrueHD genügt damit selbst audiophilen Ansprüchen.

Dolby Virutal Speaker

Von den Dolby Laboratories entwickeltes Verfahren, um aus zwei Lautsprechern (Stereo) Raumklang zu generieren. Dazu analysiert das Verfahren das Mehrkanalsignal mit einem sogenannten "Virtualizer". Dieser berechnet unter anderem das Verhälntis aus direkten und indirekten Schallanteilen und erzeugt dann ein Signal, das aus herkömmlichen Stereo-Boxen Raumklang simuliert. Das gelingt in der Praxis erstaunlich überzeugend, erreicht aber nicht die Qualität einer echten 5.1-Wiedergabe.

Dolby Headphones

Die Technik erzeugt über konventionelle Kopfhörer, den Eindruck räumlichen Hörens. Da sich die beiden "Lautsprecher" direkt an/in den Ohren befinden, ist das Verfahren im Unterschied zu Dolby Virtual Speaker unabhängig von der tatsächlichen Raumakustik - arbeitet allerdings nach dem gleichen Muster. Um ein echtes Raumgefühl zu erzeugen, emuliert das Verfahren die Reflexionen eines "Normal- Wohnzimmers" und fügt diese dem Signal zu.

Dolby Pro Logic II Z

Neueste Matrix-Decodierungstechnik von Dolby, die 5.1-Systeme um zwei weitere Frontkanäle erweitert. Die Lautsprecher werden deutlich über den Frontboxen positioniert und sollen für eine dreidimensionale Abbildung mit klarer Definition der Raumhöhe bürgen. 5.1-Systeme werden somit auf 7.1-, 7.1-auf 9.1-Kanäle erweitert. Erste Receiver mit Dolby Pro Logic IIz kommen derzeit in den Handel.

Die konkurrierenden Verfahren

Der stärkste Mitbewerber von Dolby ist DTS (Digital Theater System). Das Unternehmen wurde 1990 gegründet und produzierte 1993 "Jurassic Park" in DTS. Es dauerte bis 1996 bis das Verfahren den Consumer-Markt erreichte.

DTS arbeitet wie Dolby mit komprimierten Audiodaten und einem verlustbehafteten Verfahren. Dennoch bietet DTS vom Start weg die Option deutlich höherer Datenraten. Weswegen theoretisch ein besseres Sounderleben möglich ist, jedoch nur, wenn dieser Datenraum auch wirklich genutzt wird. Gerade Konzertmitschnitte auf DVD klingen über die DTS-Spur oft frischer, dynamischer und auch ein wenig präziser als über die Dolby-Digital-Spur.

Der Konsument spürt wenig von den "Kämpfen" im Hintergrund um Lizenzen, da nahezu alle modernen Surround-Receiver gängige Dolby-wie auch DTS-Standards decodieren. Noch nicht Standard dagegen (wie auch Dolby TrueHD) ist der verlustfreie Codec DTS HD. Eine Übertragung als Stream ist nur via HDMI 1.3 möglich. Ansonsten steht die Ausgabe als Multichannel PCM oder analog zur Option. DTS HD kann bis zu 24.5 Mbps übertragen. Erste Geräte mit dem Verfahren DTS NeoX werden in 2010 erwartet. DTS NeoX arbeitet mit 11.1-Tonkanälen.

Ray Dolby -Der Macher

Ray Dolby

© Archiv

Ray Dolby 

Die Dolby-Laboratories wurden 1965 von Ray Dolby (Abb. links) gegründet. Der promovierte Wissenschaftler, der die Welt der Unterhaltungselektronik über viele Jahre begleitet und mitgeprägt hat, blickt auf ein abwechslungsreiches Leben zurück. So war der 1933 in Portland geborene Dolby nach seinem Studium in Cambridge zwei Jahre lang Berater der UNO in Indien.

Bekannt wurde Dolby in erster Linie durch professionelle Rauschunterdrückungssysteme für Rundfunkanstalten (Dolby A etc.) und deren Derivate für den Heimbereich zur Anwendung in Bandmaschinen und Kassettenrecordern (Dolby, B,C, SR) oder die Dynamikerweiterung HX-Pro.Heute steht Dolby wie kein anderes Unternehmen für digitale Tonformate im Mehrkanalbereich. Ray Dolby besitzt über 50 Patente und zählt mit einem geschätzten Vermögen von nahezu drei Milliarden Dollar zu den reichsten Menschen der Welt.

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