Ratgeber

DLNA 1.5

Zwölf Geräteklassen

Mit der aktuellen DLNA-Version 1.5 wurde die Zahl der Kategorien deutlich vergrößert. Der Sprung auf zwölf Klassen ist auch bedingt durch die Aufnahme von mobilen Geräten mit eigenen Klassen. Für das Heimnetzwerk sind fünf Gruppen spezifiziert:

  • Digital Media Server stellen Videos, Bilder und Musik im Netzwerk bereit. Es kann sich dabei um spezielle Netzwerk-Festplatten (NAS) oder um Computer mit entsprechender Server-Software handeln.
  • Digital Media Player bedienen sich bei Servern, um die auf diesen liegenden Medien wiederzugeben. Viele TVs, Blu-ray-Player, AV-Receiver und HDTVTuner zählen zu dieser Kategorie.
  • Digital Media Controller (DMC) sind häufig Anwendungen (Apps) auf Smartphones. Aber auch Computer-Programme können diese Steuerfunktion besitzen. Über sie kann der Nutzer Inhalte von Servern auswählen und sie an einen Renderer schicken, damit dieser sie wiedergibt. Spezielle Apps von Herstellern, um den TV oder Bluray-Player zu steuern, fallen nicht unter diese Kategorie.
  • Digital Media Renderer (DMR) lassen sich nur von externen Controllern steuern. Der Anwender kann also nicht aktiv auf dem Renderer Inhalte von einem Server auswählen.
  • Digital Media Printer (DMPr) stellen Druckdienste im Netzwerk bereit.

Ein Gerät ist dabei nicht auf eine der fünf Klassen beschränkt. TVs oder Blu-ray-Player sind etwa zum Teil gleichzeitig Player und Renderer.

Mit der DLNA-Version 1.5 wurden auch optionale Medienformate zusätzlich zu den verpflichtenden eingeführt, die Geräte unterstützen können, aber nicht müssen. Dazu zählen die Bildformate GIF, TIFF und PNG, die Audiodateien MP3, WMA9, AC-3, AAC und ATRAC3plus sowie die Videoformate MPEG-1, MPEG-4 und WMV9.

Ein Server soll dabei die Dateien in das passende Format umwandeln, falls der Player, Renderer oder Drucker sie nicht versteht. Viele dieser Geräte sind jedoch flexibel und unterstützen eine größere Anzahl an Dateiformaten.

Genau geregelt

DLNA 1.5 beschreibt zahlreiche weitere Bereiche der Datenübertragung, die zum Teil aus der Version 1 übernommen wurden. In der aktuellen Version wird etwa festgelegt, wie Daten übertragen (über HTTP) und wie Inhalte identifiziert, gesteuert sowie verteilt (UPnP) werden. Dazu kommt, wie sie sich verbinden (per LAN, WLAN oder MoCA (Multimedia over Coax Alliance) und wie sie miteinander kommunizieren (via Internet Protocol v4).

Auch wichtige Kopierschutzfragen werden geregelt: Wie werden etwa Inhalte auf dem Weg vom Sender zum Empfänger geschützt, oder wie können Inhalte-Anbieter das Streamen erlauben, aber das Kopieren einschränken?

Von all diesen technischen Details bekommt der Nutzer im Normalfall nichts mit. Denn das große Ziel ist, es dem Nutzer so einfach wie möglich zu machen. Er soll sich keine Gedanken darüber machen, welche Geräte miteinander harmonieren oder welche Formate jetzt unterstützt werden.

DLNA soll vielmehr ein Gütesiegel sein, das die Interoperabilität von Netzwerk-Geräten kennzeichnet: Wenn der Nutzer seinen DLNA-Player startet, sollen automatisch alle Server aufgelistet werden. Wenn er auf seinem Smartphone die Control-Software startet, sollen ohne sein Zutun neben den Servern auch die Renderer präsentiert werden. Und wenn er eine Videodatei auswählt, soll sie der Renderer abspielen können.

Das klappt bei den derzeitigen Geräten, solange man sich auf die Standard-Medienformate beschränkt. Bevor Sie also ein DLNA-Gerät kaufen, sollten Sie sicherstellen, dass der Server die Video-, Musik- und Bilddateien unterstützt, die Sie einsetzen möchten - genauso wie beim Player oder Renderer.

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