Digitalisierung: Filme für die Ewigkeit

Digitalisieren mit einem Flachbett-Scanner

Bastler-Ware

Das Hotspot-Problem und die Problematik mit der Synchronisation ist nicht auf einfachem Wege beizukommen, deswegen dachten einige Tüftler über einen alternativen, kostengünstigen Weg nach: das Abscannen des Films mithilfe eines normalen Flachbett-Scanners mit Durchlichteinheit. Unter www.jiminger.com präsentierte Jim Carroll bereits 2004 erste Lösungsansätze für dieses Vorhaben, allerdings scheint das Projekt schon seit einiger Zeit eingeschlafen zu sein. Etwa zur gleichen Zeit entstand aber ein weiteres Projekt mit gleichem Ansatz, S8ToAvi, heute CineToVid, unter www.wkurz.com, an dem heute noch aktiv weiterentwickelt wird und für das die beiden Hauptentwickler Wolfgang Kurz und Simon Bühler unter ein ausführliches Wiki eingerichtet haben. Besonders interessant ist hier die Idee, für den automatischen Weitertransport des Filmes über den Scanner einen alten Floppy-Motor zu verwenden, der über den Parallelport angesteuert wird. Der Motor muss mit einem kleinen Variogetriebe, einem Bausatz aus Zahnrädern und Gestängen, verbunden werden, um den Antrieb etwas zu verlangsamen. Das Variogetriebe wiederum wird mit einem Filmtransportrad aus einem alten Projektor verbunden. Steht der Antrieb, kommt die Software Scan- Controller von Simon Bühler zum Einsatz.

Sie sorgt dafür, dass ohne Ihr Zutun abwechselnd der Streifen weitergezogen und dann abgescannt wird. Erscheint bei Ihnen ein Fenster "WMI Error - Error getting Port Address", können Sie das in den meisten Fällen ignorieren. Haben Sie unter "Settings/Stepper Settings" die gewünschte Schrittweite eingestellt, sollte sich bei Aufruf von "File/Move Strip" der angeschlossene Motor drehen. Mit "File/ Acquire" öffnet sich der Twain-Dialog Ihres Scanners. Vor allem müssen Sie aber das Fadenkreuz im zusätzlich geöffneten Fenster auf den Scan-Button des Twain-Dialogs ziehen, damit ScanController in Zukunft weiß, wie es den Scan-Vorgang zu starten hat. Leider funktionierte das in unserem Test nur mit Epson-, nicht mit Canon-Scannern. Wir empfehlen Canon-Besitzern daher, die Entwicklung im Wiki zu verfolgen. Das größte Problem am Scanner-Projekt ist die Entwicklung einer exakten Filmführung. Hier hat man bereits zu Beginn mit einem physikalischen Phänomen zu kämpfen: den Newton- Ringen. Man kann sie sich wie Ölflecken vorstellen (siehe auch Beispiel unter ), die entstehen, wenn Dias oder Filme direkt auf dem Scanner-Glas aufliegen. Bei den weit verbreiteten Kodachrome-Filmen haben Sie Glück: Legen Sie den Film mit der matten Seite auf, sind keine Newton-Ringe zu sehen, auch nicht, wenn Sie darauf noch ein weiteres Glas für die Planlage legen.

Film-Transfer

© Archiv

Unser Scanner-Testaufbau: Links ein zerlegter Bauer T1-Projektor, rechts ein Epson-Perfection- V500-Foto-Scanner.

Die Führungsschienen müssen so konstruiert werden, dass der Film möglichst gerade liegt und kaum Spiel hat. Achten Sie zudem darauf, dass der Kalibrationsbereich für die Durchlichteinheit des Scanners frei bleibt. Beim Scannen empfehlen wir eine Auflösung von 3600 dpi, womit ein Einzelbild ungefähr PAL-Auflösung von 768 x 576 (bzw. 786 x 576) Pixeln erreicht - höhere Auflösungen brachten bei unseren Tests mit einem Epson Perfection V500 Photo und einem Canon CanoScan 8800F praktisch keine höhere Schärfe, auch wenn sie mit einer nicht-interpolierten Auflösung von 6400 bzw. 9600 dpi beworben werden. Zudem sollten Sie bereits beim Scannen das Bild leicht schärfen. Beide genannten eher günstigen Modelle haben nur eine rund 8 cm schmale Durchlichteinheit. Pro Durchgang, der bei beiden Geräten rund eine Minute dauert, erhalten Sie knapp über 10 Bilder.

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