Bass

Digitale Raumkorrektur

  1. Frequenzgang "glattbügeln"
  2. Digitale Raumkorrektur

Antischall

 Anti-Mode (grüne Kurve)

© Video Homevision

Wurde der Subwoofer dagegen mittig an einer Raumseite platziert, so erkennt man eine deutliche Wirkung des Anti-Mode (grüne Kurve). Die Raummode bei etwa 24 Hertz wird um 10 dB gedämpft, die anderen um immerhin 2 bis 3 dB. Mit Anti-Mode ist der Bass nicht nur messbar, sondern auch hörbar ausgewogener und konturierter.

DSPeaker Anti-Mode 8033 ist so eine digitale Raumkorrektur für nur 275 Euro. Die kleine Blackbox ist mit einem Signal-Prozessor ausgestattet, der mit 24 vollvariablen Filtern von 16 bis 144 Hertz Frequenzgang-Korrekturen mit einer Auflösung von weniger als 0,5 Hertz vornimmt - und das automatisch.

Soll heißen, das Kästchen wird etwa zwischen LFE-Ausgang und Subwoofer eingeschleift, das mitgelieferte Mikrofon auf Ohrhöhe an der Hörposition platziert und durch Drücken zweier Tasten wird der Einmessungsprozess gestartet.

Vier aufeinander folgende Signal-Sweeps durchlaufen den Bassbereich, um die Übertragungsfunktion vom Subwoofer zum Hörplatz zu analysieren. Den etwaigen Pegel-Überhöhungen werden gegenphasige, nahezu spiegelbildliche Filter überlagert; somit werden sie auf ein Maß reduziert, bei dem die störenden Raumresonanzen kaum bemerkbar sind.

Ist der primäre Hörbereich um die Messposition im Basspegel stark different, so kann es von Vorteil sein, eine zweite Messung als Mittelung vorzunehmen. So mag dann zwar die eigentliche Hörposition etwas "leiden", doch ist der "gute" Hörbereich deutlich erweitert.

Lieber messen als probieren

 Schalldruck-Verteilung im Raum

© Video Homevision

Die Grafik veranschaulicht die Schalldruck-Verteilung im Raum bei drei verschiedenen Raummoden mit den dunklen Bereichen als Druckmaxima - starke Schalldruckschwankungen zwischen hellen und dunklen Bereichen sind vorprogrammiert. Auf www.hunecke.de kann man sich die Schalldruck-Verteilung der ersten 20 Raummoden des eigenen Hörraums anschauen.

Um nicht nur subjektiv die Ergebnisse zu validieren, bietet es sich an, mit einem Akustik-Messprogramm die zugesprochene Wirkung zu verifizieren. Nebenbei kann damit auch überprüft werden, ob die vorher genannte Aufstellungsprozedur Erfolg hatte. Schon professionelle Züge weist zum Beispiel das "ARTA"-Messprogramm für 79 Euro auf. Eine gute Soundkarte und ein Mikrofon vorausgesetzt, lässt sich mit ARTA sehr genau messen. Hier ist aber schon etwas Erfahrung mit dem Thema Akustik vonnöten.

Kauft man Leo Kirchners "ATB PC" für 98 Euro, ist gleich ein gutes Mikrofon dabei. Dieses Programm ist für interessierte Laien gedacht und somit recht einfach zu bedienen. Solche Messprogramme helfen auch dabei, die beste Einstellung von Trennfrequenz, Pegel und Phase zu finden, um den Übergang vom Subwoofer zu den Satelliten zu optimieren.

Erstaunlich, was so ein bereinigter Tieftonbereich alles bewirkt: War vorher im Tiefbass immer ein wummernder Unterton zu vernehmen und fehlten offenbar andere Teilbereiche, so klingt es nach der Korrektur deutlich differenzierter.

Das Zupfen eines akustischen Basses zum Beispiel ist nun Ton für Ton sauber reproduzierbar. Der weniger dominante Tieftonsektor lenkt mithin weniger ab und lässt den Rest des Klangspektrums genauer in Erscheinung treten. Das ganze Klangbild wird durchsichtiger.

Man kann es nicht oft genug betonen: Bevor Sie Geld in teure Netzsteckerleisten, Netzkabel und dergleichen investieren, sollten Sie zunächst Ihre Raumakustik überprüfen und gegebenenfalls optimieren. Hier liegt das eigentliche Verbesserungspotenzial für den guten Ton.

Räumliches Denken

Simulationsprogramm

© Video Homevision

Ein Simulationsprogramm

Unter der Web-Adresse www.magnus.de/tool- lautsprecher-rechner-751234.html finden Sie ein Rechenprogramm, in dem Sie die Eigenschaften Ihres Hörraums eingeben und durch Verschieben der Subwoofer-sowie der Hörposition die optimalen Aufstellungsorte finden können. Außerdem bietet es die Möglichkeit, sich die Nachhallzeiten des Hörraums anzuschauen und durch mehr oder weniger Möbel oder Absorber zu optimieren.

Im gezeigten Beispiel liegen die Nachhallzeiten (oben) deutlich zu hoch. Die grüne und die blaue Kurve sollten innerhalb der Toleranzgrenzen (schwarze Kurven) liegen. Man erkennt, dass der Raum zu wenig gedämmt ist. Unten sieht man die Übertragungsfunktion von einem Subwoofer zum Hörplatz. So sehen ungünstig gewählte Platzierungen aus. Man sieht, dass sich die Quasi-Freifeld-Messung und die "virtuelle" Messung im Raum deutlich voneinander unterscheiden.

Idealerweise wird der Hörraum zunächst so lange bearbeitet, bis die Nachhallzeiten im Toleranzbereich liegen. Anschließend sollten die Hörplatz- und Subwoofer-Position mit dem Programm optimiert werden. Ziel ist es, hier möglichst geringe Einbrüche in der Übertragungsfunktion zu sehen.

Ausgehend von einer bevorzugten Hörposition, ergibt sich eine farbige Grafik, in der die grünen Zonen für die Platzierung des Subwoofers am besten geeignet sind. Jede neue Wahl des Hörplatzes erfordert entsprechend eine neue Optimierung der Bassposition.

Wenn man Orte gefunden hat, an denen die Übertragungsfunktion vom Subwoofer zum Hörplatz ausgewogen verläuft, darf die DSP-Raumkorrektur eingreifen, um die nicht weiter beherrschbaren Resonanzen auf ein akzeptables Maß zu stutzen.

Fazit

Ein Lautsprecher, insbesondere ein Subwoofer, ist nur so gut, wie die Raumakustik bzw. die Aufstellungspositionen es zulassen. Und trotzdem bleibt noch genug Verbesserungspotenzial für ein elektronisches Hausmittel a la Anti-Mode - erst recht, wenn die Platzwahl eingeschränkt ist.

Sicherlich gibt es auch einige Subwoofer mit eingebautem DSP und automatischer Einmess-Funktion. Wer jedoch schon einen Subwoofer besitzt, ist mit einer Tuning-Maßnahme via Anti-Mode gut bedient. Sie hören mehr Subwoofer und weniger Raum.

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