Die Top 10 der Kartellstrafen

Die zehn höchsten Kartellstrafen - von Autoglas bis Reißverschluss

Die Kartellstrafe für Intel ist eine der höchsten in der Geschichte des Wettbewerbrechts. Die einzige, die von sich Reden machte, ist sie aber beileibe nicht - gerade die EU-Wettbewerbskommission ist mit Multimillionen-Bußen schnell zur Hand.

  1. Die zehn höchsten Kartellstrafen - von Autoglas bis Reißverschluss
  2. Teil 2: Die zehn höchsten Kartellstrafen - von Autoglas bis Reißverschluss
Paragraphen geben Recht

© Rechtsanwältin Vilma Niclas

Paragraphen geben Recht

Kartellstrafe für Intel ist eine der höchsten in der Geschichte des Wettbewerbrechts. Die einzige, die von sich Reden machte, ist sie aber beileibe nicht - gerade die EU-Wettbewerbskommission ist mit Multimillionen-Bußen schnell zur Hand.

Intel

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Die Intel-Bestrafung geht in die Rekordbücher ein - eine Milliardensumme gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt selbst die so strenge EU-Wettbewerbskommission nicht so leicht. Und dennoch ist die IT-Branche keine im negativen Sinne besonders auffällige Branche. Woanders treiben es die Unternehmen noch weitaus schlimmer. Bemerkenswert sind die unterschiedlichen Gründe für das Einschreiten der Wettbewerbswächter. Intel, Microsoft & Co. werden vor allem für das Ausnutzen ihrer vorherrschenden Marktstellung abgekanzelt, die Konkurrenten schadet.

In den anderen Industrie- und Wirtschaftszweigen schritten die Behörden hingegen zumeist wegen der Bildung klassischer Kartelle ein. Getreu dem Motto "verbünde dich mit dem Gegner, wenn du ihn nicht besiegen kannst" waren hier unerlaubte Preisabsprachen und eine friedliche Aufteilung der Märkte der typische Grund für eine meist empfindliche Bestrafung. Nicht gerade selten übrigens, dass es Branchen trifft, die man gemeinhin als ruhig dahindümpelnd wahrnimmt. Nachfolgend zehn der bedeutendsten, höchsten oder auch einfach nur ungewöhnlichsten Kartellstrafen, die in den letzten Jahren verhängt wurden.

Intel Logo

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Platz 1: Das Autoglas-Kartell

Autoglas? Windschutzscheiben? In der Tat, mit satten 1,4 Milliarden Euro Gesamtstrafe war die 2008 gegen ein Autoglas-Kartell verhängte Strafe die bislang höchste in der EU-Geschichte. Bedingt auch dadurch, dass die meisten der vier beteiligten Firmen als Wiederholungstäter auffielen. Auf den französischen Konzern Saint-Gobain fiel dabei mit 900 Millionen Euro der größte Anteil.

Platz 2: Das Rolltreppen-Kartell

Ein Jahr zuvor, 2007, mussten vier Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen eine knappe Milliarde Euro blechen. Die vier trafen unerlaubte Preisabsprachen und fuhren so bei 70 Prozent Weltmarktanteil satte Gewinne ein. Mit dabei auch der deutsche Konzern Thyssen-Krupp mit knapp 480 Millionen Euro.

Platz 3: Microsoft

Microsoft ist Spitze - zumindest was die Summe der verhängten EU-Sanktionen betrifft. Rund 1,68 Milliarden Euro musste der Softwareriese bislang nach Brüssel überweisen. Mit 899 Millionen Euro war Anfang 2008 der bislang letzte Batzen auch der größte. Die Gründe sind im Prinzip immer die selben. Unerlaubte Verschmelzung von Betriebssystem und Applikationen wie Internet Explorer oder Media Player. 2004 bekam Microsoft deshalb die Auflage, Schnittstelleninformationen für andere Hersteller der IT-Branche herauszurücken. Gegen diese Auflage verstieß Microsoft: Die Informationen waren laut EU unzureichend oder wurden überteuert verscherbelt. Microsoft war damit übrigens das erste Unternehmen, das wegen der Nichteinhaltung einer Kartellentscheidung zur Kasse gebeten wurde.

Microsoft Logo

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http://www.microsoft.com

Platz 4: Das Vitamin-Kartell

Klingt nicht gerade nach einer gesunden Branche: 2001 verdonnerte die EU gleich acht Chemiekonzerne zu einer Strafe von insgesamt 855 Millionen Euro. Die Unternehmen hatten in den 90er Jahren die Preise für die bunten Pillen in geheimer Absprache getroffen. Für eine deutsche Beteiligung sorgten hier BASF und Merck.

Platz 5: Das Energieanlagen-Kartell

Jetzt wird es exotisch: 751 Millionen Euro Strafe verhängte die EU gegen ein Kartell für "gasisolierte Schaltanlagen". Viele werden bislang weder gewusst haben, was das ist, noch dass es so was überhaupt gibt. Viele der zehn bestraften Unternehmen sind dagegen alles andere als unbekannt: Mit im Boot saßen unter anderem Hitachi, Siemens und Toshiba. Auslöser der Affäre war das ebenfalls beteiligte Schweizer Unternehmen ABB, die offensichtlich vom Kartell die Nase voll hatten. Sie hätten als Wiederholungstäter saftige 215 Millionen Euro zahlen müssen, profitierten aber von der Kronzeugenregelung. Die Buße gegenüber ABB wurde deshalb fallen gelassen.

Auf der nächsten Seite: Die Plätze 6 bis 10 der Top-Kartellstrafen.

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