IFA-Vorschau

Die Trends der IFA 2013

Auf der IFA 2013 geht es ums Fernsehen und um Technik fürs ganze Haus. Im Mittelpunkt stehen "Smart Technologies" - vom Schlau-TV bis zum intelligenten Sous-Vide-Dampfgarer. Wir zeigen die wichtigsten Trends schon jetzt.

IFA 2013

© Hersteller, IFA, Reinhard Otter

IFA 2013

"Fernseher werden heute mit Prozessoren ausgestattet, die jedes Hochschul-Rechenzentrum der 70er-Jahre in den Schatten stellen". Diese Aussage des Kommunikationswissenschaftlers Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Kays umreißt das Motto der diesjährigen IFA recht plastisch. Wir sprechen nicht mehr von Fernsehern, sondern von Smart TVs. Und das ist längst nicht alles, was auf der kommenden IFA das Attribut "smart" trägt.

IFA zeigt smarte Technik

Traditionell trifft sich die Fachpresse gut acht Wochen vor dem Messestart mit den IFA-Veranstaltern und -Ausstellern, um die Trends der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik zu erfahren und - soweit verfügbar - auszuprobieren. Um das diesjährige Messe-Motto zu recherchieren, war fürwahr kein journalistischer Spürsinn notwendig. "Smart soll die Messe sein", sagte Hans-Joachim Kamp, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), gleich zum Auftakt der Trendschau.

IFA-Infos

  • Termine: Die IFA öffnet vom 6.9. (Freitag) bis 11.9. (Mittwoch) täglich von 10 bis 18 Uhr ihre Pforten.
  • Extras: In Halle 13 bis 16 dreht sich in der iZone alles um Smartphones, Tablets und Zubehör. In Halle 9 zeigt das internationale Designzentrum Berlin eine Sonderschau über Design und Usability. Und in Halle 7.2 lockt die Young IFA die Jugend zum Bloggen, Filmen und Spielen.
  • TecWatch: In Halle 11.1 zeigen Forschungsinstitute und Unternehmen Technologien für die TV-Welt von morgen

Dass zumindest in Sachen Smart TV noch einiges im Argen liegt, reichte Kamp sogleich in Form einer brandneuen Studie nach: In Deutschland stehen bereits in 34 Prozent der Haushalte Smart TVs. Von denen sind allerdings nur 58 Prozent ans Internet angeschlossen. Im europäischen Vergleich gehören wir damit zu den Schlusslichtern. In Großbritannien etwa vernetzen 86 Prozent der Besitzer Internet-tauglicher Fernseher ihr Gerät. So ist das Motto denn auch zu verstehen: Die Messe soll smarte Technologien erlebbar machen. Smart TV, Smart Home, Smart Grid, Smart City, Smart Phone - all das hat seinen Platz auf der diesjährigen IFA.

Was ist eigentlich smart?

Wofür steht das Wort "smart" überhaupt? Die einen übersetzen es schlicht mit "schlau", andere mit "gewitzt", und selbst eine gewisse "Schnelligkeit" spricht das Wörterbuch dem Begriff zu. Doch letztendlich fragen sich nicht nur Fachjournalisten: Was ist am Ende neu auf der smarten IFA 2013? Welche Geräte, Technologien und Entwicklungen haben die Hersteller auf Lager, die sich aus der smarten Masse hervorheben? 

Zukunftsforscher Janszky über die IFA-Trends 2013

Smart TVs, die TV-Mediatheken oder die eine oder andere App bieten, sind zumindest in video nichts Neues mehr. Auch Online-Videotheken, Multi-Room-Systeme und Smartphone-Apps als Fernbedienung kommen längst wie selbstverständlich in unseren Tests vor. Schließlich gibt es solche Features seit Jahren.

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Andreas Stumptner
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video-Chef Andreas Stumptner lässt sich die Funktionen der neuen LG-TVs erklären.

Der kleine Unterschied

Doch es gibt sie noch, die smarten Innovationen. Wie vor fünf Jahren beim Smartphone oder früher bei der Einführung des Internet sind zwar die technischen Voraussetzungen für die Vernetzung von TV-Geräten, Kühlschränken oder Stromzählern gegeben, doch die Entwickler und Marktstrategien suchen gerade in der Unterhaltungselektronik nach eben der schlauen Anwendung, wegen der Kunden ihre Smart TVs vernetzen. Diese Innovationen haben wir im TV- und Video-Umfeld gesucht und uns bei den Herstellern umgeschaut: Welche Innovationen machen die IFA-Neuheiten smart? Die Antworten reichten von einzelnen Highlight-Geräten bis hin zur ganzheitlichen Vision des Fernsehens der Zukunft. 

TV-Technologien stehen bei einigen Herstellern im Mittelpunkt - etwa OLED bei LG oder Ultra HD bei Samsung, Sony und Hisense. Die XXL-TVs mit der vierfachen Full-HD-Auflösung sollte sich tatsächlich niemand auf der IFA entgehen lassen. Sie standen zwar schon letztes Jahr in den Messehallen, doch heuer werden Geräte gezeigt, die zu Preisen unterhalb eines Mittelklassewagens zu haben sind. Bei 1.999 Euro geht der Spaß los, dafür will der chinesische Hersteller Hisense einen 127-Zentimeter- UHD-TV bringen.

IFA 2013: Eintrittspreise und Ticketkauf

Und selbst Samsung wird einen 55-Zöller (140 cm) der Serie F9090 für weniger als 5.000 Euro vorstellen. Die drängendste Frage zu UHD-TVs blieb aber bislang unbeantwortet: Wann und von welchem Medium kommen Ultra-HD-Filme auf die Mega-TVs? Im Gespräch sind laut Insidern Festplatten-Player, Streaming-Dienste sowie eine Erweiterung des Blu-ray-Standards. Für diesen Herbst sind aber noch keine marktreifen Lösungen in Sicht, sodass die Hersteller eher auf die smarten Skalierungsfunktionen und die hochauflösenden Fotoanzeigen ihrer UHD-TVs hinweisen.

LG hat ebenfalls UHD-TVs im Programm, will aber zur IFA vor allem mit dem ersten serienreifen Curved-OLED-TV punkten. Der Hersteller verspricht eine Markteinführung in kleinen Stückzahlen zur IFA - auch wenn Konkurrenten bezweifeln, dass eine Massenproduktion großformatiger OLED-Schirme bereits so problemlos machbar sei, wie LG es ankündigt.

Clevere TV-Anwendungen

Im Mittelpunkt der übrigen Hersteller steht auf der IFA weniger die Bildtechnik ihrer neuen TV-Geräte, sondern eher intelligente Technik auf und neben dem TV-Schirm. Philips etwa wird wohl auch einen UHD-TV präsentieren, zeigt aber mit deutlich mehr Begeisterung eine Erweiterung der effektvollen Ambilight-TV-Beleuchtung: Besitzer der per Funknetz steuerbaren Philips Hue LED-Leuchten können die Ambilight-Wirkung ihrer Philips-TVs auf diese Leuchtmittel übertragen und per Smartphone- oder Tablet-App steuern. Ambilight wandert damit vom TV ins gesamte Wohnzimmer.

Sony, selbst bereits heute UHD-Lieferant, stattet immer mehr Kameras, Smartphones, Notebooks sowie eben auch TV-Geräte und Blu-ray-Player mit dem NFC-Kurzstreckenfunk aus (Near Field Communication). Der überträgt keine Daten, sondern ermöglicht eine besonders einfache Kontaktaufnahme zweier Geräte übers Netzwerk. Fotos und andere Inhalte gelangen dann bruchlos aus der Kamera oder dem Handy zum TV.

IFA 2013: Öffnungszeiten und Konzerttermine

Toshiba-Manager Sascha Lange kommentiert den IFA-Trend indes so: "Wir sind nicht nur smart, sondern auch clever". Dazu erklärt er, dass neue Toshiba-TVs nicht nur Online- Entertainment bieten, sondern ihrem Besitzer auch bei technischen Problemen helfen: Sie ermöglichen eine Online-Ferndiagnose durch den Toshiba-Service. Möglich wird dies, weil in den neuen Geräten die komplette Betriebs-Software auf einer einheitlichen Programmierplattform geschrieben wurde. So komisch es klingen mag: Das ist nicht selbstverständlich.

Die Reihe der smarten Weiterentwicklungen ließe sich fortsetzen. Mit einer Programmliste bei Loewe etwa, die nicht mehr zwischen TV-Sendern, Smart-TV- und Online-Diensten unterscheidet, sondern sich aus allen Bestandteilen individuell zusammenstellen lässt. Mit TV-Geräten von Panasonic, deren Multituner parallel eine Sendung aufnehmen, eine zweite anzeigen und eine Aufnahme via Netzwerk zum iPad streamen. Ganz zu schweigen von all den Innovationen, die sich der eine oder andere Hersteller für die Messe selbst aufspart.

Fazit

"Content ist smart, und nicht der Prozessor, der ihn liefert" - das ist einmal mehr die Botschaft der IFA. Hier könnte die Messe ein paar spannende Themen bieten: etwa mit einer Vorschau auf zukünftige UHD-Medien, Video-on-Demand-Dienste oder Smart- TV-Applikationen.

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