Pleiten, Pech und Pannen

Die schlimmsten IT-Pannen

Toll Collect, verantwortlich für die deutsche LKW-Maut, ist zum Inbegriff von IT-Pannen geworden. Dabei gibt es noch viel mehr Ausfälle. Wir haben einige große und kleine Fälle zusammengetragen.

Die schlimmsten IT-Pannen

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Die schlimmsten IT-Pannen

Zur Erinnerung: Die deutsche LKW-Maut sollte ursprünglich im Sommer 2003 an den Start gehen. Wegen gravierender technischer Mängel konnte das Betreiberkonsortium Toll Collect den Termin nicht halten und verschob ihn zunächst auf November 2003. Als auch dieser Zeitplan unrealistisch wurde, einigte man sich Anfang 2004 auf den Start zum 1. Januar 2005. Ganze anderthalb Jahre nach dem geplanten Zeitpunkt wurde die LKW-Maut dann in einer technisch reduzierten Variante eingeführt. Erst seit dem 1. Januar 2006 ist das Mautsystem voll funktionsfähig. Die Einnahmeausfälle werden mit 3,5 Milliarden Euro beziffert. Das Bundesverkehrsministerium erhob Klage gegen Toll Collect und fordert 1,8 Millionen Euro Vertragsstrafe. Alle Beteiligten und der IT-Standort Deutschland trugen einen Image-Schaden davon.

Besonders gründlich scheinen große Projekte zu scheitern, die von der öffentlichen Hand vergeben werden. Ein anderes Beispiel: Die webbasierte Software, die seit Anfang 2005 in fast allen Arbeitsagenturen im Einsatz ist, um die Empfänger der damals eingeführten Hartz-IV-Arbeitslosenhilfe zu verwalten, funktioniert bis heute nicht reibungslos. Für Eingaben, die das System nicht korrekt verarbeitet, wählen die Mitarbeiter in den Agenturen so genannte Umgehungslösungen, die deutlich zeitaufwändiger sind. Derzeit sind ungefähr 90 Umgehungslösungen im Einsatz. Mit jeder gesetzlichen Änderung, beispielsweise bei den Freibetragsregeln, kommen neue Umgehungen hinzu.

Weitere Großprojekte, die sich schon seit Jahren verschleppen: der digitale Behördenbzw. Polizeifunk und die elektronische Gesundheitskarte. Weniger groß, doch vollkommen erfolglos war das Vorhaben der Polizei in Bayern, eine eigene Anwendung zur Verwaltung der Dienstpläne entwickeln zu lassen.

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Toll Collect ging mit anderthalb Jahren Verspätung und technisch eingeschränkt an den Start.

Nach einer IT-Panne sah anfangs auch das Projekt der Stadt München aus, die Rechner der gesamten Stadtverwaltung von Windows auf Linux umzustellen. Das Vorhaben sorgte für Unruhe bei Microsoft und für Aufsehen in der Öffentlichkeit, da hier erstmals ein Open-Source-Projekt im Rahmen von rund 14.000 Arbeitsplätzen umgesetzt werden sollte. Zunächst rief die Frage nach Software- Patenten Zweifel an der Rechtssicherheit hervor. Dann schoben die Verantwortlichen aufgrund der Komplexität des Vorhabens eine zusätzliche Pilotphase von einem Jahr in ihren Zeitplan ein. Doch im Rahmen dieser Verspätung scheinen die Münchener gut voranzukommen. Den Stand der Dinge erfahren Sie aus unserem Interview mit Projektleiter Peter Hofmann.

Neben den IT-Pannen der öffentlichen Hand, für deren Kosten meist der Steuerzahler aufkommen muss, ereignen sich aber immer wieder auch Zwischenfälle, die unsere Abhängigkeit von Strom- und Kommunikationsnetzen verdeutlichen. Verhältnismäßig kleine, technische Pannen oder menschliches Versagen verursachen leicht riesige Blackouts. Aufgrund einiger massiver Stromausfälle in der letzten Zeit wird nun auch öffentlich über die Systeme diskutiert, die zu komplex sind, um sie mit störanfälligen Standardlösungen zu betreiben – wie es offenbar der Fall ist.

Als Spanien aus dem Netz verschwand

Mitte letzten Jahres erlebte Spanien einen riesigen Internetausfall. Mehr als 400.000 Internetseiten von öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen, Banken, Privatleuten, aber auch Mail-Accounts und Foren verschwanden zwei Stunden lang aus dem Netz. Die Aktualisierung eines Datensatzes von Internetadressen, die alle acht Stunden vorgenommen werde, habe den Absturz der Server verursacht, erklärte der staatliche Betreiber ESNIC. Einen Ausfall dieser Größenordnung habe es bisher in keinem anderen Land gegeben, hieß es in der Presse.

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Doch in Österreich waren schon Ende 2004 weite Teile von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland von der virtuellen Welt abgeschnitten. Ein Softwarefehler in einem zentralen Übertragungssystem der Telekom Austria sorgte mehr als 30 Stunden für den Ausfall von Internet und Mobilfunk. Auch Bankautomaten, Zahlungen via Kreditkarten und Lottoannahmestellen waren betroffen.

Warten auf die Stütze

Das letzte Mal fielen die Computer der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Dezember aus. Zwei Tage konnten Anträge für Hartz IV nicht bearbeitet werden. Doch ausnahmsweise wurde der Ausfall nicht von der Software A2LL ausgelöst, die seit Oktober 2004 die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe (Hartz IV) verwalten soll und von Anfang an für Schlagzeilen sorgte. Vielmehr sei ein Update der IBM-Datenbank für den Zwischenfall verantwortlich gewesen, so die BA.

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Trotz aller Mängel bleibt die Hartz-IV-Software bis auf Weiteres im Einsatz, Alternativen werden von der BA geprüft.

A2LL wies von Beginn an schwere Mängel auf und verursachte Schäden in Millionenhöhe. Kontonummern wurden von einer nachgelagerten Software automatisch hinter statt vor der Nummer mit Nullen aufgefüllt. Überweisungen auf solche Konten mussten von den Banken mühsam und kostspielig rückgängig gemacht werden. Als dann Barschecks versandt wurden, stellte man fest, dass A2LL extrem lange Straßennamen einfach gekürzt hatte. Die Empfänger warteten vergeblich auf ihre Unterstützung. Fehlerhafte Zahlungen ließen sich nicht verrechnen und Meldungen für die Krankenversicherungen wurden aus unbekannten Gründen rückgängig gemacht.

Im September 2005 wurde bekannt, dass seit dem Start der Software pro Monat 25 Millionen Euro zu viel an die Krankenkassen überwiesen worden war. Von 364 Millionen überzahlten Beiträgen behielten die Kassen bislang 75,6 Millionen Euro ein – für die Mehraufwendungen der Verwaltung.

A2LL wurde von T-Systems und der Firma Prosoz in Herten entwickelt. Im Mai 2005 stieg Prosoz aus. Die Bundesregierung schätzt den Schaden, der durch A2LL entstanden ist, auf 28 Millionen Euro und stellte Ersatzforderungen an T-Systems.

Doppelte Steuer

Im April hat die Landesoberkasse in Baden- Württemberg durch eine Panne bei der Datenverarbeitung bei rund 120.000 Unternehmen die Umsatzund Lohnsteuervorauszahlungen doppelt abgebucht. Dabei handelte es sich nach Angaben des "Südkurier" in Konstanz um einen Betrag von rund 640 Millionen Euro. Das Geld ist umgehend zurückgebucht worden.

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Schokoladenberg

Nachdem der britische Konzern Cadbury ein neues ERP-System (Enterprise Resource Planning = Einsatzplanung für Kapital, Betriebsmittel, Personal) eingeführt hatte, kam es zu einer deutlichen Überproduktion von Schokoriegeln. Diese belastete das erste Quartal 2006 mit umgerechnet 48 Millionen Euro. Davon gingen 18 Millionen Euro nach Angaben des Unternehmens direkt auf das Konto der neuen Software.

Keine Tickets

Weil der Zentralrechner der Deutschen Bahn vor dem Winterfahrplan 2005/2006 mit neuen Daten versorgt werden musste, brach das zentrale Buchungssystem zusammen. Rund zwei Stunden konnten an Schaltern, in Reisebüros und über das Internet keine Fahrkarten gekauft werden. Die Fahrkartenautomaten hätten dagegen funktioniert, so ein Sprecher der Bahn.

Blackout in Europa

Am 4. November 2006 saßen Millionen Menschen in Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Spanien und sogar in Marokko für 30 bis 60 Minuten im Dunkeln. Der Auslöser war ein neu gebautes Kreuzfahrtschiff der Meyer-Werft in Papenburg. Weil das Schiff auf dem Weg in die Nordsee eine Hochspannungsleitung passierte, schaltete der Energiekonzern EON die Leitung vorsorglich ab. Daraufhin kam es bei zwei anderen Leitungen zu Überlastungen, die automatische Abschaltungen durch die Überwachungscomputer auslösten. Pierre Bornard vom französischen Zulieferer RTE sah Europa am Rande eines Total-Blackouts.

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Eine abgeschaltete Hochspannungsleitung führte zum Dominoeffekt quer durch Europa.

Polizei ohne Pläne

Eigentlich wollte die bayerische Polizei schon Ende 2004 ihre Dienstpläne landesweit mit einer eigenen Software verwalten. Zweieinhalb Jahre später kündigte Landespolizeipräsident Waldemar Kindler endlich den Ausstieg aus der Entwicklung von DiPlaZ, der Software zur Dienstplangestaltung, an.

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Die Polizei in Bayern arbeitet mit neuesten technischen Mitteln – hier in der Einsatzzentrale. Doch mit der Software für digitale Dienstpläne DiPlaZ klappt es nicht.

Die bayerische Polizei wollte seinerzeit nicht die Software übernehmen, die in anderen Bundesländern erfolgreich eingesetzt wird, sondern hatte das Unternehmen Personal & Informatik AG (P&I AG) beauftragt, eine webbasierte Lösung auf der Basis von HP-UX-Servern und einer Oracle Datenbank zu entwickeln. Die Software wies jedoch auch in der letzten Testphase noch gravierende Mängel auf. Sie berechnete Urlaubstage falsch oder ließ auf unerklärliche Weise einen Polizeibeamten verschwinden. Statt 800 Nutzern die Arbeit mit dem Programm zu ermöglichen, stürzte es schon bei 300 Nutzern ab. Die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag kritisierte, es seien 2,3 Millionen Euro in den Sand gesetzt worden. "DiPlaZ ist ein Synonym für das Verschleudern von Ressourcen", sagte Helga Schmitt-Bussinger, stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für kommunale Fragen und innere Sicherheit.

Es krankt bei der Gesundheitskarte

Eine Konferenz zu Kosten und Nutzen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) hat gezeigt, dass sie nur dann zu Einsparungen im Gesundheitswesen beitragen kann, wenn sie auch für umstrittene Elemente wie die elektronische Patientenakte genutzt wird.

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Die eGK soll die Versicherungskarte ersetzen und den Informationsaustausch zwischen Ärzten, Krankenkassen, Apotheken und Patienten vereinfachen. Rund 70 Millionen Versicherte sollten die Karte schon seit Januar 2006 besitzen. Doch auch die für 2007 geplante Testphase wurde wieder in einigen Bezirken gestoppt. Die Bundesregierung teilte mit, die Karte werde nicht vor 2010 kommen, obwohl die technischen Bedingungen gegeben seien. Dazu der FDP-Gesundheitspolitiker Daniel Bahr: "Ich befürchte ein Fiasko wie bei der Lkw-Maut."

Digitaler Behördenfunk

Nachdem der Versuch des ehemaligen Bundesinnenministers Otto Schily gescheitert war, den Aufbau des digitalen Funknetzes für Polizei und Behörden ohne Ausschreibung an die DB Telematik zu vergeben, soll nun T-Systems den Auftrag erhalten, das gesamte Netz zu überwachen. Umstritten ist, ob trotz der Entscheidung für T-Systems noch eine Ausschreibung für den Aufbau des Netzes erfolgen soll. Fest steht lediglich, dass die Systemtechnik von EADS Secure Networks geliefert wird.

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Der digitale Polizeifunk ist für Sprache und Daten ausgelegt.

Eigentlich sollte der Digitalfunk schon zur Fußball- WM 2006 flächendeckend zur Verfügung stehen. Angesichts der Verzögerungen entschied die Innenministerkonferenz, dass der Polizeifunk bis spätestens 2010 digitalisiert sein soll. Die Kosten für die Umstellung werden mittlerweile mit 4,5 Milliarden Euro beziffert. In allen anderen europäischen Staaten, außer in Albanien, ist der digitale Funk bereits Standard.

Interview: Was macht eigentlich das Projekt LiMux – Linux für München?

2003 war die Entscheidung der Stadt München gefallen, von Windows auf Linux umzustellen. Zunächst verzögerte sich das Projekt, doch mittlerweile ist man optimistisch, der Vorreiterrolle für andere Behörden gerecht zu werden.

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Peter Hofmann Projektleiter LiMux, Direktorium der Landeshauptstadt München

Redaktion: Wie ist der aktuelle Stand bei LiMux?

Hofmann: Gerade hat der TÜV-IT die Gebrauchstauglichkeit unseres Basisclients zertifiziert. Das geschieht für einen Linux-Arbeitsplatz weltweit zum ersten Mal. Dieser Client ist ein Desktop-Arbeitsplatz, der zentral verwaltet werden kann. Außerdem bringt er die üblichen Hilfsmittel wie Dateimanager, Web- Browser und E-Mail-Programm mit und ermöglicht den Zugriff auf alle Anwendungen, die auf dem Rechner installiert sind oder zentral zur Verfügung gestellt werden.

Redaktion: Ab jetzt kann der Client also eingesetzt werden?

Hofmann: Er wird bereits eingesetzt. Das Zertifikat des TÜV-IT ist lediglich Ausdruck eines längeren Arbeitsprozesses, währenddessen wir den Client an die Bedürfnisse der Nutzer/innen angepasst haben. Derzeit sind schon 350 Arbeitsplätze beispielsweise im Direktorium und im Revisionsamt komplett von Windows NT auf LiMux umgestellt.

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Die neue Arbeitsoberfläche auf den Linux-Rechnern der Stadt München.

Redaktion: Das ist angesichts von insgesamt mehr als 14.000 Arbeitsplätzen nicht sehr viel.

Hofmann: Es ist der Anfang einer weichen Migration. Wir wollen nicht zu einem Tag "X" alle Arbeitsplätze umstellen. Vielmehr werden manche Bereiche vollständig umgestellt, in anderen Bereichen laufen Open- Source-Anwendungen unter Windows. Dies ist derzeit bei 1.800 Arbeitsplätzen der Fall.

Redaktion: Welche Überlegungen stecken hinter diesem Vorgehen?

Hofmann: Wir haben es mit komplexen und vollkommen unterschiedlichen Bereichen zu tun, die sich nicht auf einen Schlag umstellen lassen. Wird ein Bereich auf LiMux umgestellt, beziehen wir die Nutzer ein und entwickeln die Anwendungen weiter. Außerdem können wir mit der langfristigen Migration die Schulung der Mitarbeiter entzerren. Das reduziert den Migrationsdruck.

Redaktion: Aber warum schaffen Sie noch Windows-2000-Rechner an?

Hofmann: Dabei handelt es sich um Rechner, die teilweise veraltete oder kaputte NT-Rechner in solchen Bereichen ersetzen, die noch nicht vollständig migriert sind. Zum Teil haben wir neue Hardware, die mit den alten NT-Rechnern nicht mehr kompatibel ist, und zum Teil kommen Fachanwendungen zum Einsatz, die noch nicht unter Linux oder mit Hilfe von Emulatoren laufen.

Redaktion: Was sind das für Fachanwendungen?

Hofmann: Das sind ungefähr 300 spezielle Anwendungen, die nur in bestimmten Behörden zum Einsatz kommen. Im Meldewesen arbeiten wir zum Beispiel für die neuen Reisepässe mit der Bundesdruckerei zusammen. Diese stellt Fingerabdruck- Scanner zur Verfügung, die nur mit zertifizierter Hard- und Software funktionieren, das heißt mit Windows. Wir befinden uns in Verhandlungen mit den Herstellern solcher Fachverfahren, um sie zu bewegen, ihre Anwendung auch plattformunabhängig anzubieten.

Redaktion: Der Basisclient ist nur ein Teil von LiMux, der andere nennt sich WollMux. Was bedeutet das?

Hofmann: Damit ist unsere eierlegende Wollmilchsau gemeint: die zentrale Formular- und Vorlagenverwaltung. Wir hatten in allen Bereichen der Stadtverwaltung ungefähr 13.000 verschiedene Vorlagen, Formulare, Makros und Standarddokumente – jeder Mitarbeiter hatte quasi seine eigene Briefvorlage. Woll- Mux enthält einheitliche Vorlagen, die mit OpenOffice.org geöffnet und dann automatisch mit aktuellen Daten des Verfassers befüllt werden.

Redaktion: Welche Resonanz erhalten Sie von den Mitarbeitern, die schon mit LiMux-Rechnern arbeiten?

Hofmann: Die Reaktionen sind gemischt. Es gibt eine grundsätzlich positive Stimmung, aber man hört auch, dass früher doch alles besser gewesen sei. Das größte Problem scheint zu sein, dass die Unterschiede zwischen den Arbeitsoberflächen gar nicht so groß sind. Einerseits erwarten die Mitarbeiter etwas ganz Neues, andererseits sehen die Anwendungen dann doch vertraut aus – und wenn sie damit anfangen zu arbeiten, vermissen Sie die üblichen Befehle am gewohnten Platz.

Redaktion: Was dauert eigentlich so lange bei der Migration?

Hofmann: Die Abstimmung. Wir haben 17 EDV-Bereiche, die alle eigene Konfigurationen benötigen und deren Benutzerverwaltung von einem dezentralen zu einem zentralen System umgestellt wird.

Redaktion: Wie viel kostet das gesamte Projekt LiMux?

Hofmann: Wir rechnen mit 35 Millionen Euro sowohl für externe als auch für interne Ausgaben. Davon entfallen ungefähr 38 Prozent der Kosten auf Schulung und Einarbeitung der Mitarbeiter, 15 Prozent auf die Migration von Office und anderen Anwendungen sowie 18 Prozent auf Einführungsmaßnahmen.

Redaktion: Wird LiMux letztendlich günstiger als die Anschaffung neuer Windows-Lizenzen?

Hofmann: Das lässt sich so nicht beantworten, da es auf den Schwerpunkt ankommt, den Sie betrachten wollen. Kurzfristig, über einen Zeitraum von fünf Jahren, wären neue Lizenzen günstiger gewesen. Die Stadt München hat sich aber für eine längerfristige Strategie entschieden und verspricht sich davon geringere Kosten und eine größere Unabhängigkeit bei ihren IT-Projekten. Insofern haben wir uns auch nicht gegen Microsoft, sondern für mehr Unabhängigkeit entschieden.

Redaktion: Wie ist die Resonanz seitens anderer Behörden?

Hofmann: Vorsichtig interessiert. Sie warten ab, ob unserem Projekt tatsächlich der Durchbruch gelingt. Interesse gibt es aber auch aus dem Ausland, beispielsweise aus Seoul, Amsterdam und einigen skandinavischen Behörden.

Das Interview führte Udo Harbers

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