Ratgeber: "Suchmaschinen"

Die personalisierte Suche von Google

Wieder einmal revolutioniert Google das Suchen im Web: Die personalisierte Suche liefert Ergebnisse, die genauer denn je auf die Interessen und Wünsche des Anwenders zugeschnitten sind. Das klappt aber nur, weil Google Nutzerdaten einsammelt und auswertet.

Die personalisierte Suche von Google

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Die personalisierte Suche von Google

Die Deutschen lieben die Google-Suche. In Deutschland finden über 95 Prozent aller Suchanfragen über Google statt, hat das Marktforschungsunternehmen Comscore im März festgestellt.

Andersherum lieben es die Deutschen, auf Google zu schimpfen. Thema Nummer eins ist der Datenschutz, man erinnere sich an die Einführung von Google Street View. Heute scheint es kaum jemanden zu stören, ganz im Gegenteil: Jeden Tag nutzen Tausende Menschen die Google-Maps-Funktion.

Ein anderes Beispiel für die zahllosen Kontroversen um Google: Anfang 2012 führte der Konzern neue Datenschutzbestimmungen ein. Informationen, die der Nutzer bei verschiedenen Google-Diensten hinterlässt, werden nunmehr zentral gesammelt, ausgewertet und genutzt, um relevantere Suchergebnisse zu liefern. Ein Anwender wird jetzt über alle Google-Dienste hinweg als ein und dieselbe Person identifiziert und behandelt.

Die personalisierte Suche auf einen Blick

Googles personalisierte Suche bietet drei wesentliche Funktionen, die sich nur nach Login per Google-Account nutzen lassen:

  1. Neben den gewohnten Suchergebnissen erhält der Nutzer auch solche, die auf die eigenen Vorlieben und die Geschmäcker von Google+-Kontakten zugeschnitten sind. Beispiel: Wer nach Spargel sucht, bekommt nicht nur Websites mit Spargelrezepten angezeigt, sondern auch Fotos und Kommentare von Freunden, die schon Spargel gekocht haben. Außerdem findet Google alles, was man selbst jemals über Spargel im Internet veröffentlicht hat.
  2. Die Suche nach Personen wird erheblich vereinfacht. Beim Eingeben eines Namens schlägt Google Personen und deren Google+-Seiten vor. Die Suchergebnisse beginnen mit persönlichen Veröffentlichungen und Websites, die mit der Person in engem Zusammenhang stehen. Auch das Sich-Verknüpfen mit Google+-Mitgliedern, die man noch nicht in seinen Kreisen hat, ist direkt aus der Suche heraus möglich.
  3. Nach Eingabe allgemeiner Suchbegriffe wie "Music" oder "Football" wird am rechten Bildschirmrand eine Liste von Personen und Unternehmen bei Google+ angezeigt, die für das Thema besonders relevant sind.
  4. Bei der Suche vom Smartphone aus, verwendet Google Standortdaten, um Suchergebnisse zu lokalisieren.

Ziel: Bessere Suchergebnisse

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Neben den herkömmlichen Suchergebnissen zeigt Google nun die Personal Results, mit Inhalten z.B. aus Google+.

Unterschiedliche Google-Dienste können also Daten des jeweiligen Nutzers austauschen - um ein "einfacheres, intuitiveres Google-Erlebnis" zu bieten, erklärt Googles Datenschutz-Chefin Alma Whitten. Im offiziellen Google-Blog nennt Whitten Beispiele, was mit dem Auswerten der Nutzerdaten alles möglich wird: "Wir können die Suche verbessern, indem wir herausfinden, wonach ihr wirklich sucht, wenn ihr zum Beispiel mehrdeutige Begriffe wie Jaguar, Golf oder Pink eingebt.

Auch können wir passendere Werbung anzeigen: So ist vielleicht (...) ein Fitnessstudio nicht so euer Ding - entsprechende Anzeigen also auch nicht. Wir können euch daran erinnern, dass ihr für ein Meeting spät dran seid - basierend auf eurem Standort (...) und der Straßenverkehrsinformation in Google Maps. Oder wir können unsere Korrekturvorschläge - sogar für die Namen eurer Freunde - verbessern, weil ihr diese vorher schon mal eingetippt habt." Damit schildert Alma Whitten nichts anderes als die Geburt des jüngsten Google-Kindes: die personalisierte Suche.

Im englischsprachigen Raum ist die neue Suche schon nutzbar

Google nennt sie dort Search, plus your world. Das beschreibt es recht gut, worum es geht: Die gewohnte Google-Suche wird um einen menschlichen Faktor ergänzt. Suchergebnisse setzen sich zukünftig aus frei zugänglichen Informationen im Web und persönlichen Informationen der Google-Nutzer zusammen, sofern diese nicht ausdrücklich für die Öffentlichkeit gesperrt wurden. Damit haben wir zwei wichtige Merkmale angesprochen.

Erstens: Die personalisierte Suche beschränkt sich auf die persönlichen Informationen von Google-Nutzern, also auf Daten, die innerhalb von Google-Diensten vorhanden sind. Zweitens: Es werden nur Daten gefunden, die von Nutzern öffentlich gemacht wurden. Nehmen wir an, Sie suchen nach einem Kochrezept, etwa für Spargel. Sie geben also "Spargel" ins Suchfeld ein. Die personalisierte Suche listet die drei vermeintlich besten Suchergebnisse aus dem Web auf: den Wikipedia-Eintrag, die Website Spargelseiten.de und deren spezielle Rezepte-Seite.

Das ist ganz hilfreich, aber nichts Neues. Interessant wird's beim Betrachten der Bildleiste, die vor dem vierten Suchergebnis auftaucht. Das Besondere: An erster Stelle sehen Sie Spargelfotos, die Ihre Freunde und Bekannten ins Netz gestellt haben. Denn sobald Ihre Kontakte im sozialen Netzwerk Google+ etwas öffentlich teilen, steht es für die personalisierte Suche zur Verfügung.

Damit wird deutlich, dass die personalisierte Suche eine rege Tätigkeit bei Google voraussetzt. Wer keinen Google-Account besitzt und nicht bei Google+ mitmacht, muss mit der traditionellen Suche Vorlieb nehmen. Weder Daten von Facebook-Kontakten noch Nachrichten von Twitter finden sich in den personalisierten Suchergebnissen - sämtliche Daten stammen von Aktivitäten bei Google.

Kritik: Ausnutzung der Marktmacht

Dafür erntete Google schon viel Kritik. Von "Ausnutzung der Marktmacht" ist in Weblogs die Rede, und ganz böse Zungen behaupten sogar, Google wolle mit der personalisierten Suche doch nur sein Netzwerk Google+ stärken. Dessen Nutzerzahlen blieben bislang unter den Erwartungen. Google versichert, es würde gern andere Dienste in die personalisierten Ergebnisse einbinden, wenn sich diese nicht der Zusammenarbeit verweigerten.

Derzeit ist der Austausch von Daten zwischen Facebook und Twitter auf der einen und Google auf der anderen Seite technisch eingeschränkt. Solange sich das nicht ändert, ist es durchaus nachvollziehbar, wenn Kritiker sagen, objektive Ergebnisse seien bei der personalisierten Suche nicht möglich.

Öffentlich oder nicht?

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Am rechten Bildschirmrand zeigt Google eine Liste von Personen und Unternehmen bei Google+ an, die für die Suche besonders relevant sind.

Zweites wichtiges Merkmal der personalisierten Suche ist ihre Beschränkung auf öffentliche Daten. Es werden nur Inhalte berücksichtigt, die vom Nutzer als öffentlich gekennzeichnet wurden, etwa öffentliche Beiträge bei Google+, mit Picasa geteilte Fotos oder freigegebene Dokumente aus Docs. Das ist gut so, und alles andere wäre aus Datenschutzgründen nicht vertretbar.

Gegner der personalisierten Suche befürchten allerdings, dass Anwender schnell den Überblick verlieren, was sie öffentlich gemacht haben. Fakt ist: Je mehr Soziale Medien und je öfters man diese nutzt, desto schwieriger wird die Kontrolle über die eigenen Daten. Am schwierigsten ist es, einmal öffentlich gemachte Daten zu einem späteren Zeitpunkt wieder als privat zu kennzeichnen - mit anderen Worten: die Veröffentlichung rückgängig zu machen.

Selbst wenn Online-Dienste dazu Optionen anbieten: Im Rahmen der personalisierten Suche stellt sich die Frage, inwiefern und wie lange Inhalte noch berücksichtigt werden, nachdem sie vom Nutzer von der Veröffentlichung zurückgezogen wurden.

Selbst ausprobieren

Vorerst ist die personalisierte Suche nur im englischen Google-Angebot verfügbar. Wer sie von Deutschland aus schon jetzt ausprobieren will, muss auf www.google.de unten rechts auf Google.com in English klicken. Um zur deutschen Google-Variante zurückzukehren, genügt ein Klick auf Go to Google Deutschland an gleicher Stelle. Wichtig: Zum Ausprobieren müssen Sie per Google-Account eingeloggt sein.

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