Ratgeber: "Grafikprogramme"

Die besten 2D-Grafikpkprogramme Teil 2

  1. Das sind die besten 2D-Grafikprogramme
  2. Die besten 2D-Grafikpkprogramme Teil 2

Illustrator: Der PDF-Editor

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Die Voreinstellungen hat Adobe erweitert. Die Helligkeit der deutlich modernisierten Oberfläche lässt sich jetzt via Schieberegler einstellen.

Das interne Dateiformat von Illustrator war immer das auf der Druckerbeschreibungssprache PostScript beruhende Portable Document Format (PDF). Dies sorgte laut Adobe auch dafür, dass mit Illustrator wenig Belichtungsprobleme zu erwarten waren - bereits in Zeiten, als etwa CorelDraw-Dateien für graue Haare in der Druckvorstufe sorgten.

Seit mehreren Programmgenerationen hat Adobe auch die Zeichenwerkzeuge von Illustrator erheblich erweitert. Damit lassen sich beispielsweise besonders komfortabel - insbesondere mit dem Mesh Tool (Verlaufsgitter) - feine Verläufe oder komplexe Muster sehr schnell erzeugen.

Auffällig ist zudem, dass Adobe auch in Illustrator sehr viele 3DOptionen integriert hat.

Starke Tools für Infografiken

Zu den vielen Stärken von Illustrator zählen seit Langem eigene Werkzeuge für Infografiken. Illustrator CS6 liefert dazu neun Tools, mit denen sich Linien-, Punkt- oder Tortendiagramme leicht erzeugen lassen. Weniger gelungen war noch in der Vorversion die Programm-interne Vektorisierung von Pixelbildern. In der der Redaktion vorliegenden Beta überzeugte Image Trace noch immer nicht - bis zur finalen Version sollte sich dies laut Adobe noch bessern.

Obwohl Illustrator mehrere Arbeitsflächen in einem Dokument anbietet, ist das Programm kein Layout-Ersatzprogramm geworden, sondern eher ein Zulieferer geblieben.

CorelDraw: Gutes Preis-Leistungsverhältnis

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Pixel zu Vektoren: Das Unterprogramm Power- Trace kommt auch mit hoch auflösenden Bildern gut zurecht. Dazu verringert die Software notfalls die Auflösung.

CorelDraw zählt weiterhin zu den beliebtesten Grafikprogrammen. Neben dem guten Preis-Leistungsverhältnis der Graphics Suite auch dank zahlreicher Beigaben und Zusatzprogrammen tragen Faktoren wie die intuitive Bedienung dazu bei.

Da CorelDraw - ähnlich dem früher verbreiteten FreeHand - auch für DTP-Aufgaben gerne verwendet wird, ist es nur folgerichtig, dass die aktuelle Version X6 zusätzliche DTP-Funktionen erhalten hat. So gelingt es nun leichter, in ein Dokument Seiten mit abweichendem Seitenformat einzufügen, ohne dadurch gleich die Nummerierung durcheinander zu bringen.

Mit X6 spendiert Corel seinem Flaggschiff zugleich erweiterte Paginierungsoptionen. Mit Seitenzahl einfügen lassen sich Seitenzahlen entweder auf allen Seiten eines Dokuments, ab einer bestimmten Seite oder ab einer bestimmten Zahl Seitenzahlen ergänzen. Das spart enorm Zeit, wenn Anwender beispielsweise Seiten neu anordnen oder verschiedene Dokumente zu einem verbinden.

Bei der wichtigsten Neuerung fragt man sich, warum sie nicht längst erfolgt ist: CorelDraw X6 erhielt wie Photo-Paint eine zeitgemäße, leistungsfähige Schriftengine inklusive umfassender OpenType-Unterstützung. Damit lassen sich Frakturen, Ligaturen, Ornamente, Kapitälchen oder Zierbuchstaben leicht verwenden. Sofern die Schrift OpenType unterstützt, ermöglichen die OpenType-Funktionen alternative Darstellungsweisen für Zeichen oder Glyphen.

Von Illustrator längst bekannt sind die für CorelDraw neuen Ausrichtungshilfslinien, die automatisch die Ausrichtung an anderen Objekten anbieten.

Inkscape: Der Muster-Macher

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Anpassungsfähig: InkScape liefert praktische Einstell-Optionen auch für Ansichten.

Das Zeichenprogramm Inkscape überzeugt durch eine große Anzahl von Zeichenwerkzeugen. Neben den für Vektor-Programme typischen Werkzeugen wie Bezier-Kurven, Linienzeichner oder Grundformen bietet die Freeware unterschiedliche Objektverbinder und feine Verformungswerkzeuge.

Eine Stärke des Programms sind die verschiedenen Ansichten inklusive der Option, das aktuelle Fenster zu duplizieren oder im Vollbild-Modus zu arbeiten. Eigene Ansichten lassen sich definieren. Viele Möglichkeiten liefert Inkscape zum Erzeugen schöner Muster.

Dem Programm fehlen vor allem ein leistungsfähiges Vektorisierungsmodul und Filter für die aktuellen Dateiformate etwa von CorelDraw. Die Bedienung des intuitiven Programms gelingt leicht, Dokumentation und Support sind umfangreich, wenn auch nicht in Deutsch.

Acrobat: Das Multimedia-Talent

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Seitenwandler: Acrobat erzeugt interaktive PDFs auf Wunsch auch aus Webseiten.

Die Acrobat-Produkte Standard und Pro leisten gegenüber dem kostenlosen Betrachter Acrobat Reader deutlich erweiterte Bearbeitungs-Optionen. Beispielsweise lassen sich Textkorrekturen im Reader erst dann ausführen, wenn diese Option in den kostenpflichtigen "Brüdern" für das jeweilige Dokument freigegeben wurde.

Das zum Redaktionsschluss aktuelle Acrobat Pro X (665 Euro) kann deutlich mehr als PDFDateien erzeugen und umwandeln. Aufwändige Routineaufgaben lassen sich mit dem Aktionsassistenten automatisieren. Diese Arbeitsabläufe können Anwender zeitsparend für Routinearbeiten einsetzen.

Multimedia-Dokumente

Über Dokumente vergleichen ermittelt Acrobat die Unterschiede zwischen zwei Versionen eines PDF-Dokuments. Für interaktive PDF-Dokumente wie elektronische Fragebögen bietet sich der Formularassistent an. Wer will, verfolgt den Bearbeitungsstatus.

Sehr gut funktioniert die Prüfung von PDF-Dokumenten auf Einhaltung der ISO-Standards PDF/A (Standard für Archivierung), PDF/E (technische Dokumente) und PDF/X (das übliche Format für den professionellen (Offset-/ Tief- oder Hoch-)Druck. Fehlerhafte Einstellungen lassen sich leicht korrigieren.

Im, in Version X neuen, Lesemodus zeigt Acrobat die volle Bildschirmfläche - Menüs und Bedienfelder blendet das Programm dazu aus. Auch Web-Seiten lassen sich seit einigen Programmgenerationen einfach in PDF umwandeln. Mit einem Klick lassen sich Web-Seiten aus Webbrowsern in Adobe PDF-Dokumente wandeln. Alle Hyperlinks bleiben dabei aktiv. Anwender können alternativ bestimmte Bereiche einer Seite konvertieren und die Zahl der Ebenen einstellen.

Papierdokumente und -formulare lassen sich direkt aus Acrobat scannen und in PDF speichern. Die eingebaute optische Zeichenerkennung (OCR) erzeugt bearbeitbare Daten.

PDF Converter Professional: Der Büro-Allrounder

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Auf den Acrobat-Pfad geht der PDF Converter Professional mit Druckvorstufen-Optionen.

Der Name täuscht: Der Nuance PDF Converter Professional beschränkt sich keineswegs nur auf das Konvertieren in PDF-Dokumente oder gibt PDFs in anderen Formaten aus.

Obwohl sich der PDF Converter Professional laut Hersteller vor allem an Büroanwender richtet, bietet das Programm diverse Weiterbearbeitungs-Möglichkeiten, die darüber deutlich hinausgehen. So enthält die Software sogar ein einfach gestricktes Ausschieß-Modul, etwa für achtseitige Broschüren. Der CMYK-Modus oder ICC-Profile, wichtig für die Druckvorstufe, werden nicht unterstützt. Die PDF-Ausgabe ist nur eingeschränkt einstellbar.

Die Such-Optionen entsprechen im Wesentlichen denjenigen von Acrobat - die Option, mehrere unterschiedliche Suchkriterien zu verknüpfen, ist wie beim großen Konkurrenten nur sehr eingeschränkt gegeben. Die Suche erfolgt erfreulich schnell.

Angesichts des Preises von knapp 100 Euro überrascht Nuance mit einem Funktionsumfang, der sich nur gering von Acrobat Standard unterscheidet. Der PDF Converter Professional bietet diverse Bearbeitungswerkzeuge, einstellbare Wörterbücher und unterschiedliche Kommentar-Werkzeuge. Für Formulare ist unter anderem ein Kombinationsfeld-sowie ein umfangreiches Listenfeld-Werkzeug im Programm.

Bemaßungswerkzeuge vorhanden

Um Abstände und Flächen zu messen, sind einschlägige Tools wie das Flächenwerkzeug enthalten. Wie aus Acrobat lassen sich auch aus dem PDF Converter Professional Scanner ansteuern, um Papierdokumente einzulesen und gleich in durchsuchbare PDF-Dokumente zu wandeln. Der PDF Converter Professional enthält 23 vordefinierte Stempel in drei Kategorien.

Dokumente lassen sich signieren und zertifizieren oder mit Wasserzeichen versehen. Eine Verschlüsselung ist ebenfalls vorgesehen.

Die Bedienung des Programms fällt auch aufgrund des klaren Aufbaus und der eindeutigen, gut erkennbaren Schaltflächen leicht.

PDF24 Creator/Editor: Der schnelle Wandler 

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Der PDF24 Creator löscht auf Wunsch aus PDF-Dokumenten einzelne Seiten.

Der PDF24 Creator/Editor wandelt PDF-Dateien via Drag&Drop um. Ein vollständiger Ersatz für Acrobat ist die Software nicht.

Seiten aus PDF-Dokumenten lassen sich nachträglich löschen. Eine Besonderheit ist der integrierte Faxversand.

Speziallösungen und Filter

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Kostenlos, leicht anpassbar und mit mehr als 400 unterstützten Dateiformaten überzeugt das kostenlose Programm XnView. Es zeigt auf Wunsch auch von gescannten Bildern die damit verknüpften Dateiinformationen an. Zudem bietet XnView praktische Filter, die sich auch im Stapelbetrieb anwenden lassen.

Neben den genannten "Klassikern" spielen weitere Bereiche ein wichtige Rolle für den 2D-Grafiker. Viele Digitalkünstler legen beispielsweise großen Wert auf natürliches Malen am Computer. Für diesen Bereich bieten die Adobe-Programme wenig: Zwar gibt es etwa in Photoshop durchaus brauchbare Filter, mit denen sich etwa Ölmalerei oder Aquarelle einigermaßen nachbilden lassen - an einen Spezialisten wie das Malprogramm Painter kommen diese Filter aber nicht einmal im Entferntesten heran.

Mit Painter lässt sich über ein entsprechendes Grafiktablett fein und neigungssensitiv malen. Die Maluntergründe können Sie einstellen, das Pinselverhalten präzise steuern. Sogar unterschiedliche Maltechniken lassen sich kombinieren.

Viele Fotografen erledigen einen Großteil ihrer Arbeit mit leistungsfähigen RAW-Konvertern, die etwa Linsenfehler gleich bei der Entwicklung ausgleichen oder für optimale Schärfung oder Farbanpassung sorgen. In diesem Bereich hat sich Photoshop Lightroom gut etabliert, trifft aber in Form von AfterShot Pro und Apple Apperture auf harte Konkurrenz. In einigen Bereichen gibt es etwa mit DxO Optics Pro oder den Filterpaketen von onOne Software spezielle Lösungen für Teilbereiche der Bildbearbeitung, die das Standardrepertoire von Photoshop & Co. in den Schatten stellen.

Fazit

Alles Adobe oder was? Nicht ganz. Zwar bietet Adobe mit der neuen Suite ein starkes Paket für 2D-Grafiker und Layouter. Es ist auch optisch aus einem Guss, ausgenommen die noch nicht an die gelungene neue Oberfläche angepassten Programme Acrobat X Pro und InDesign.

Und zu Photoshop und Acrobat gibt es keine gleichwertigen Mitbewerber.

Anders sieht es jedoch im DTP-Bereich aus: QuarkXPress hat noch immer die Nase vorn gegenüber InDesign.

Mit der neuen Version von CorelDraw erwächst Illustrator seit Langem wieder ein ebenbürtiger Konkurrent. Auf einer Augenhöhe mit Lightroom befindet sich After Shot.

Eine Lücke im Angebot von Adobe klafft beim natürlichen Malen - gegen Painter ist kein Kraut gewachsen. Und eine gute Bildverwaltungs-Software fehlt ebenfalls.

Download: Tabelle

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