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Die 10 größten Fallen bei der Online-Reisebuchung

Über fünf Millionen Deutsche buchen Ihre Urlaubsreise im Internet, wie eine aktuelle Umfrage der BITCOM ergab. Insgesamt haben mehr als 32 Millionen Bundesbürger eine Reiseleistung im Web bestellt.

Die grössten Reisefallen

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Die grössten Reisefallen

Bequem ist die Reisebuchung im Internet allemal - und sehr oft ist sie auch preiswerter als im Reisebüro nebenan. So schnell die vermeintliche Traumreise mit einem Klick aber gebucht ist, so schnell entpuppt sich der Reisetraum auch gern als Albtraum.

Falle 1 - Das Web ist geduldig: Katalogsprache und ihre Bedeutung

In einem unterscheidet sich das Internet nicht von ihren gedruckten Verwandten: Egal, ob man die Webseite eines Reiseveranstalters besucht oder den Katalog in Papierform durchblättert: alle Hotels werden mit lobendsten Worten präsentiert, Probleme gibt es keine. Oder doch? Tatsächlich verwenden Reisekataloge ebenso wie beispielsweise die Verfasser von Arbeitszeugnissen einen sogenannten Sprachcode, den man kennen sollte.

Ist ein Hotel "zentral gelegen" könnte das durchaus heißen, dass sich das Hotel an einer stark befahrenen Straße befindet oder Diskotheken in der Nachbarschaft die Nachtruhe stören. In einem "aufstrebenden Urlaubsort" sollte man mit Baustellen samt üblicher Nebengeräusche rechnen, während ein "touristisch gut erschlossener Urlaubsort" in der Regel vor Bettenburgen strotzt. Eine "verkehrsgünstige Lage" lässt auf einen Standort in Schnellstraßennähe schließen.

Ein "zweckmäßig eingerichtetes Zimmer" ist mit Sicherheit keine Luxussuite, sondern hat außer Bett, Schrank und eventuell einem Stuhl kaum weitere Annehmlichkeiten zu bieten. Ein "beheizbarer Pool" ist zwar beheizbar, aber nicht zwingend auch beheizt, und in einem Urlaubsort mit "internationaler Atmosphäre" darf man sich vermutlich auf Gäste aus Großbritannien oder Russland freuen.

Ein "unaufdringlicher Service" lässt zuweilen länger auf sich warten, und schließlich sei noch das "Zimmer zur Meerseite" erwähnt, bei dem es nur um die Himmelrichtung geht, nicht aber um wirkliche Meernähe, geschweige denn den Blick auf das Meer.

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Bei einem Zimmer "zur Meerseite" können sich zwischen Hotel und Strand aber noch ein paar Bauten befinden.

Falle 2 - Neues Hotel: Was gut klingt, bringt oft Probleme mit sich

Vermutlich wohnen Sie auch lieber in einem schönen, neuen Hotel als in einem alten, abgewohnten. Allerdings ist bei einem Urlaub in einem nagelneuen, gerade erst fertiggestellten Hotel unter Umständen mit einigen Problemen zu rechnen. So sind eventuell noch nicht alle Bauarbeiten abgeschlossen und möglicherweise noch nicht alle Einrichtungen nutzbar. Unter Umständen laufen Ihnen im Speisesaal Bauarbeiter über den Weg und der Presslufthammer übertönt das Meeresrauschen.

Das Serviceteam ist vielleicht noch nicht ganz eingespielt und die Küche noch ein wenig chaotisch. Das alles muss zwar nicht sein, kann aber durchaus passieren. Daher gilt gerade bei brandneuen Hotels: Lesen Sie unbedingt die aktuellsten Bewertungen der diversen Reiseportale, und sind noch keine Bewertungen vorhanden, nehmen Sie davon Abstand, das Versuchskaninchen zu spielen.

Falle 3 - Vor dem Buchen: Die Bewertungsportale sind Pflicht!

Früher war vielleicht vieles, aber eben doch nicht alles besser. Wollte man ein unbekanntes Hotel buchen, so war man in der Vergangenheit auf die Aussagen des Fachverkäufers im Reisebüro angewiesen oder auf die Aussagen eines Bekannten, der in dem fraglichen Haus vielleicht schon einmal gewohnt hat. Durch Webseiten wie holidaycheck.de oder tripadvisor.de wird vieles einfacher, denn hier findet man Bewertungen zu fast jedem Hotel auf dem Globus.

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Von Hotels mit solchen Bewertungen lassen Sie besser die Finger.

Trotzdem ist auch hier Vorsicht angebracht, denn nicht immer sind alle Bewertungen tatsächlich echt und wirklich neutral. So kann es durchaus vorkommen, dass der Besitzer eines Hotels seinem Konkurrenten nebenan eins auswischen möchte und ihn schlecht bewertet. Natürlich ist es auch denkbar, dass man sein eigenes Hotel in den Himmel lobt.

Daher sollten Sie sich die Bewertungen genau durchlesen und nur Hotels mit weit überwiegend sehr guten und einer Anzahl von mindestens 20 oder mehr Bewertungen buchen. Je mehr gute oder sehr gute Bewertungen vorhanden sind, umso verlässlicher ist in der Regel das Urteil.

Falle 4 - Bei Problemen Geld zurück! Aber wie stellt man das richtig an?

Angenommen, Sie haben ein Hotel gebucht, das in der Beschreibung im Internet absolut fantastisch klang. Vor Ort entpuppt sich die Nobelherberge aber als bessere Absteige mit verstopften Toiletten, abgewetzten Möbeln und hohem Lärmpegel. Zunächst einmal sollten Sie sich das Reiseangebot bereits vor der Reise als Beweis ausdrucken und aufbewahren. Ist dort von einem "ruhigen Haus" die Rede, müssen Sie Lärm nicht akzeptieren. Kurzum: Nur wenn eine Diskrepanz besteht zwischen dem Angebot und der Wirklichkeit besteht Aussicht auf Minderung!

Auftretende Probleme sollten Sie dann keinesfalls nur der Rezeption melden, sondern unbedingt der Reiseleitung, denn diese ist bei Pauschalreisen Ihr Vertrags- und somit Ansprechpartner. Der Reiseveranstalter bekommt so erst die Möglichkeit, den Mangel zu beseitigen. Beschweren Sie sich erst nach der Rückkehr, hat er diese Möglichkeit nicht und es besteht somit keine Aussicht auf Minderung. Ist kein Ansprechpartner Ihres Reiseveranstalters vor Ort, rufen Sie stattdessen sein Büro in Deutschland an.

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Direktflug oder doch Non-Stop? Ein kleiner aber doch bedeutsamer Unterschied.

Falle 5 - Das Flugproblem oder: Wie direkt ist eigentlich direkt?

Eine Reise nach Thailand mit einem Direktflug von Frankfurt nach Bangkok, das klingt doch gut. Direkt heißt doch sicherlich: In Frankfurt rein in den Flieger und ohne Zwischenlandung oder umsteigen bis in die thailändische Hauptstadt, oder? Nein, tut es nicht. Ein Direktflug ist nämlich kein Non-Stop-Flug, bei dem es garantiert keine Zwischenlandungen gibt. Bei einem Direktflug sollte man im Gegensatz dazu von mindestens einer Zwischenlandung ausgehen, eventuell sind es sogar mehrere, die obendrein noch mit einem Flugzeugwechsel verbunden sein können.

Wenn Sie ganz viel Pech haben, könnte die Anschlussmaschine beim Flugzeugwechsel trotz gleicher Flugnummer sogar bereits abgeflogen sein, wenn sich ihr Flug erheblich verspätet hat. Kurzum: Direktflüge kann man zwar nicht immer vermeiden, wird alternativ ein Non-Stop-Flug zu Ihrem Ziel angeboten, ist der zumeist trotz eines möglicherweise höheren Preises die weitaus bessere und vor allem erholsamere Wahl.

Falle 6 - klingt gleich, ist anders

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Wenn Sie bei mehreren Reiseveranstaltern nach einer Reise suchen, so erhalten Sie oft auf den ersten Blick identisch erscheinende Angebote - bei teilweise deutlich unterschiedlichen Preisen. So kann eine Woche im Hotel XYZ im türkischen Side bei Anbieter "A" beispielsweise 399 Euro kosten, bei Anbieter "B" dagegen 599 Euro. Oberflächlich gesehen sind die Angebote gleich: Beide bieten einen Flug von Ihrem Wohnort direkt nach Antalya, ein Doppelzimmer und eine All-inclusive-Versorgung. Der Teufel steckt allerdings wie so oft im Detail.

Anbieter "A" gibt beispielsweise zum Zeitpunkt der Buchung keine konkreten Angaben zu den Abflugzeiten und der Fluglinie. Nehmen Sie sich vor solchen Angeboten stets in Acht! Unter Umständen fliegen Sie spät und auf Umwegen gen Süden und müssen den Rückflug bereits um 4 Uhr morgens antreten.

So verlieren Sie nicht nur zwei komplette Urlaubstage, sondern Sie kommen müde und erschöpft aus dem Urlaub zurück. Möglicherweise nimmt der Flieger unterwegs noch weitere Reisende in ein oder zwei Zwischenzielen auf, was den Flug unnötig verlängert. Buchen Sie also nur dann, wenn die Reisezeiten bereits bei Buchung feststehen und Sie wissen, mit welcher Fluggesellschaft Sie an den Urlaubsort transportiert werden!

Falle 7 - Die Beweisführung vor Ort: Digicam und Smartphone im Einsatz

Wenn Ihnen das Essen im Hotel nicht schmeckt, ist das in erster Linie Ihr Problem. Wenn das Büffet aber deutlich anders aussieht als auf der Webseite des Anbieters, dann können Sie etwas tun! Fotografieren Sie das mickrige Angebot. Filmen Sie die Kakerlaken, die Ihr Hotelzimmer bewohnen, und machen Sie Tonaufnahmen vom nächtlichen Lärm, der aus der Diskothek gegenüber in Ihr Hotelzimmer dringt - trotz geschlossener Balkontür. Gibt es Mitreisende, die den Mangel bestätigen können oder die ebenfalls unerwünschte Untermieter im Zimmer haben, tauschen Sie Namen und Anschriften aus.

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Etwas eklig ist sie, trotzdem hält das Amtsgericht Kleve eine einzelne Schabe nur für eine "Unannehmlichkeit".

Übrigens sind laut eines Urteils des Amtsgerichts Kleve "10 bis 20 Kakerlaken" auf Gran Canaria kein Grund zur Minderung, sondern lediglich eine "Unannehmlichkeit". Handelt es sich dagegen um einen "erheblichen Kakerlakenbefall", so rechtfertigt das laut eines Urteils des Amtsgerichts Hamburg eine Minderung des Reisepreises um immerhin 40 Prozent pro Tag.

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub sollten Sie die Mängel schriftlich innerhalb eines Monats beim Reiseveranstalter reklamieren und eine konkrete Minderung mit Prozentangabe fordern. Zählen Sie die Kakerlaken, und schreiben Sie also beispielsweise von "mehr als 50 Kakerlaken im Zimmer, daher verlange ich 40 Prozent der Reisekosten zurück ".

Falle 8 - Wenn versteckte Gebühren den Preis in die Höhe treiben

Billigflieger haben den Ruf, den vermeintlich niedrigen Flugpreis durch Zusatzgebühren hochzuschrauben. Sieht man sich etwa bei Ryanair um, werden bei einem an sich günstigen Tarif von 29,24 Euro für einen Flug von Memmingen nach Edinburgh Kosten für Extras fällig, die bei anderen Fluglinien inklusive sind. Sie wollen einen reservierten Sitzplatz? Macht 10 Euro online oder 20 Euro am Flughafen. Sie wollen vor der Meute einsteigen? Macht 10 Euro.

Sie möchten ein Gepäckstück mitnehmen? Macht bis 15 kg Gewicht 30 Euro, bis 20 kg sogar 50 Euro. So werden aus 29,24 Euro ganz schnell mehr als 100 Euro. Generell sollten Sie bei jeder Buchung im Internet darauf achten, ob und wenn ja, welche Zusatzoptionen vorausgewählt sind. Das ist laut einer EU-Richtlinie verboten, wird aber von einigen Anbietern noch immer so gehandhabt.

Falle 9 - Gut versteckt: Gebühren für die Zahlung per Kreditkarte

Viele Fluggesellschaften erheben eine Zusatzgebühr für die Zahlung per Kreditkarte. Das ist ärgerlich, denn bei vielen Karten ist eine Reiserücktrittskostenversicherung inklusive. Wer diesen Vorteil dennoch nutzen möchte, der muss beispielsweise bei einer Lufthansa auf die "Optional Payment Charge" (OPC) achten: Bei unserer Testbuchung waren hier immerhin 18 Euro fällig. Hier bleibt von Fall zu Fall zu überprüfen, ob eine separat gebuchte Versicherung am Ende günstiger ist.

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Gut versteckt: Die Lufthansa erhebt bei diesem Flug 18 Euro "Optional Payment Charge" für die Zahlung per Kreditkarte.

Falle 10 - Preisunterschiede: Zum richtigen Zeitpunkt buchen

Von einem Tag auf den anderen kann der identische Flug oder die gleiche Pauschalreise erheblich teurer oder billiger werden. Es gilt also stets, zum günstigsten Zeitpunkt zu buchen. Wie man das macht? Zunächst einmal sollten Sie sich nicht durch blinkende Banner mit Aussagen wie "nur noch 5 Plätze verfügbar" und "jetzt sofort buchen" zu Spontanbuchungen treiben lassen. Selbst die populären Lastminute-Reisen sind nur selten ein wirkliches Schnäppchen und lohnen nur dann, wenn man kein bestimmtes Reiseziel oder gar Hotel besuchen möchte.

Generell sind die Preise am niedrigsten, je früher man bucht. Sind die günstigen Kontingente ausgebucht, wird es teurer. Das setzt sich bis kurz vor dem Reisetermin fort, bis eventuell noch vorhandene Restplätze preiswerter werden. Bei frühzeitigen Buchungen ist der Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung sehr zu empfehlen.

5 Schnäppchen-Tipps: Preiswert buchen

  • Günstige Flüge über Vergleichsseiten zwar kann man der infrage kommenden Fluggesellschaften einzeln besuchen, schneller geht ein Preisvergleich jedoch mit Vergleichsseiten wie billigflieger.de, momondo.de oder swoodoo.com. Besuchen Sie immer mehrere Vergleichsseiten, denn einen Anbieter, der immer am günstigsten ist, gibt es nicht.
  • Günstige Flüge über Reisebüros neben Vergleichsseiten können Sie auch auf den Seiten von Reisebüros finden. Empfehlenswert sind etwa cheaptickets.de, expedia.de, opodo.de, ebookers.de oder lastminute.de.
  • Wer eine Pauschalreise buchen möchte, der sollte sich zunächst bei entsprechenden Vergleichsseiten umsehen. So findet man schneller den günstigsten Tarif. Zu empfehlen sind unter anderem die Anbieter lastminute.de, travelscout24.de, hlx.com sowie travelchannel.de.
  • Wer nur ein Hotelzimmer buchen möchte, der liegt bei hrs.de oder booking.com richtig. Holidaycheck.de hat keine Buchungsseite, sondern ein empfehlenswertes Vermittlungsportal mit vielen zuverlässigen Bewertungen.
  • Achtung Gebühren! Einige Fluggesellschaften verlangen Zusatzgebühren für die Sitzwahl, schnelles Boarding oder die Zahlungsmethode. Beachten Sie diese Gebühren beim Preisvergleich unbedingt!

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