Wo sitze ich richtig?

Der perfekte Sehabstand

Die Frage nach dem optimalen Sehabstand - gerade zu den neuen Großbild-TVs - wird uns öfter gestellt als jede andere. Wir erklären, warum die Antwort nicht einfach ist und wir drei unterschiedliche Werte in unseren Tests angeben.

Der perfekte Sehabstand

© Philips

Der perfekte Sehabstand

Die erste Entscheidung beim TV-Kauf sollte sein, welche Bildgröße maximal im Wohnzimmer sinnvoll ist. Und die ist in erster Linie abhängig vom Sitzabstand. Wer zu weit vom TV-Gerät entfernt sitzt, kann die volle Bildauflösung nicht mehr wahrnehmen; wer einen zu kurzen Abstand wählt, entdeckt Bildfehler wie das Pixelraster. Um die Entscheidung zu erleichtern, geben wir bei unseren TV-Tests einen empfohlenen Mindestsehabstand an.

Doch das Ideal hängt von mehreren Aspekten ab. Für die Bildquellen TVEmpfang, DVD (Scart) und Blu-ray (HDTV) geben wir drei Werte an. Die Bildqualität - zum einen die Auflösung und Fehlerfreiheit des Quellsignals, zum anderen eine intelligente Bildverbesserung des TV-Geräts - verändert die optimale Sehposition.

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© Hersteller/Archiv

Dieses Bild zeigt die bestmögliche Druckqualität unseres Magazins. Beim idealen Betrachtungsabstand sieht man alle feinen Bilddetails, jedoch nicht das Druckraster, also die Farbpunkte, aus denen sich das Bild aufbaut.

Die Auflösung des Auges

Es gilt, die maximale Auflösung des menschlichen Auges in Relation zur Auflösung des wiedergegebenen TVSignals zu bringen. Beide sind jedoch recht individuell. Schon die reale Schärfe einer guten Blu-ray unterscheidet sich von der einer schlecht gemasterten, ist aber noch Welten entfernt von der für DVB-T-Empfang oder Analog-TV charakteristischen Schärfe.

Die Winkelauflösung des Auges wird je nach Individuum und Testmaterial mit 0,3 bis 1 Bogenminuten angegeben, entsprechend einem Millimeter der kleinsten wahrnehmbaren Struktur auf drei bis acht Metern Entfernung. Die neue Faustformel Sehabstand = Bildhöhe x 3 gilt nur als grobe Richtlinie bei idealer Bildquelle, Full-HD-TV, optimal eingestelltem Fernseher und guter Sehkraft.

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© Hersteller/Archiv

Um die Auswirkung der Quellauflösung auf den Betrachtungsabstand zu zeigen, haben wir die Auflösung dieses Bildes herunterskaliert. Ansonsten entspricht es dem oberen Bild. Aus normalem Leseabstand sollte klar zu erkennen sein, dass Schärfe fehlt und schräge Linien sogar zackig wirken. In diesem Fall ist der Sehabstand zu gering. Betrachten Sie die beiden Bilder jedoch aus einem größeren Abstand, wird der Unterschied der beiden Bilder geringer, bis er nicht mehr zu erkennen ist. Das wäre dann der optimale Sehabstand für diese schlechte Bildquelle.

Probieren statt Faustregel

Wir ermitteln den Mindestsehabstand bei unseren Tests durch Ausprobieren im Labor. Das kann man zu Hause imitieren: Man braucht nur einen Laptop oder Computer mit HDMI-(DVI-)Ausgang. Dort stellt man die native Auflösung des TV-Gerätes ein, also 1.920 x 1.080 Pixel, und betrachtet auf dem richtig kalibrierten Fernseher - Vorsicht bei zu hoher Schärfeeinstellung - einige Internet-Seiten und den Datei-Explorer (Darstellung: Details) bei sehr kleiner Schriftgröße.

Es ist erstaunlich, wie nahe man herankommen muss, um alles erkennen zu können. Entfernt man sich vom Schirm, verschwimmt die kleine Schrift und man sitzt offensichtlich zu weit weg. Geht man wiederum sehr nahe heran, werden in Flächen die "Fliegengitter"-Strukturen des Displays oder die einzelnen farbigen Pixel (rot/ grün/blau) sichtbar, aus denen sich das Bild zusammensetzt. Dann sitzt man definitiv zu nahe am Fernseher.

Für den DVD- und TV-Empfang muss man deutlich weiter weg vom TV sitzen. So weit, dass man die geringere Auflösung oder die störenden MPEGArtefakte (Klötzchen im Bild) nicht mehr erkennen kann.

Wo sitze ich richtig?

Der optimale Sehabstand hängt nicht allein von der Bildschirmgröße, sondern auch von einigen weiteren Aspekten ab. Diese sind von TV-Modell zu TV-Modell verschieden oder wechseln gar je nach eingeschaltetem Sender.

  • Bildschirmdiagonale: Je größer der Schirm, desto weiter entfernt sollte man vom TV sitzen.
  • Auflösung der Bildquelle: Je detailreicher die Bilder, desto näher darf man an den Fernseher.
  • Bildqualität: Werden Bildfehler gut beseitigt, darf man noch ein Stück näher heran.
  • Sehkraft des Betrachters: Nicht zuletzt ist die Sehstärke absolut ausschlaggebend.

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