Kampf dem gemeinen Datentod

Datensicherung

Der Albtraum: Der PC, auf dem die digitalen Fotos der Familie und die Musik von Jahrzehnten gespeichert war, startet nicht mehr. Und die Festplatte gibt nur noch ein markerschütterndes "Klack, klack" von sich - sonst tut sich gar nichts mehr.

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Die Datenretter

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Daten sollten so sicher wie nur möglich geschützt werden.

Dietmar S. hat einen anstrengenden Tag hinter sich: Erst hat er viele Stunden auf der Abschlussfeier seiner Tochter Fotos gemacht, dann gegen Abend die Digitalfotos auf seinem Computer gespeichert und sie später noch bis in die Nacht hinein mühsam mit einem Bildbearbeitungsprogramm retuschiert. Der wahre Horror kommt jedoch am nächsten Tag: Der Rechner startet nicht mehr, macht nur noch komische Geräusche. Also bringt Herr S. seinen Computer zum Fachmann. Der findet schnell die Wurzel des Übels: Die Festplatte hat nach vier Jahren Betrieb ihren Geist aufgegeben. Die Mechanik des Schreib-/Lesekopfes ist defekt, was auch das Geräusch der Festplatte erklärt.

Doch was nun? Als er dem Händler erklärt, dass alle seine Daten auf dieser Platte sind, zuckt der nur mit den Schultern und entgegnet ihm gelassen: "Waren, Herr S., waren! Die Daten waren auf Ihrer Platte, haben Sie denn kein Backup gemacht?".

Digitaler Alsheimer: Wenn der Rechner wichtige Dateien vergisst

Da war es wieder: Das Unwort Backup. Das klingt nach Arbeit, Bürokratie und Amt. Dabei ist es eine praktikable Möglichkeit, dem schleichenden Datenverlust und dem plötzlichen Absturz aller Dateien Herr zu werden. Alle Fotos und die ganze Musik, einfach weg? Eine bittere Pille, die in den vergangenen Jahren nicht nur Anwender wie Herr S. schlucken mussten. Dabei ist es heutzutage ganz einfach, seine Daten im wahrsten Sinne des Wortes zu sichern. Das moderne, digitale Leben ist schön und bequem: Ob Digitalfotos, Musik, Videos oder Dokumente, alles findet sich platzsparend auf einer kleinen Festplatte in Form von Bits und Bytes wieder.

Doch was passiert, wenn die vielen Milliarden Bits komplett außer Rand und Band geraten? Überall auf der Welt passiert der Schlag zurück in die Steinzeit rund um die Uhr: Manchmal ist es der Defekt eines Bauteils, mal ist es ein Blitzeinschlag, der viele Kilometer weit entfernt ist. Selbst das Surfen auf die falsche, mit Viren verseuchte Website kann einen Datenverlust bis hin zum totalen Gedächtnisverlust auslösen. Und dennoch machen sich nur die wenigsten Computernutzer Gedanken um das Thema Datensicherheit. Mal kommt der Daten-GAU schleichend, mal auf einen Schlag: Häufig beginnt es mit sporadischen Fehlermeldungen oder Schreib- und Lesefehlern. Wenn dann die ersten Windows-Schutzverletzungen auftreten, wird zumindest mancher hellhörig. Dann kann man zwar noch Rettungsversuche einleiten, doch unter Umständen sind dann bereits viele Daten betroffen und zumindest teilweise zerstört.

Datensicherung leicht gemacht

Die Datenretter

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Ein RAID-Controller für den Betrieb zweier Festplatten erhöht die Datensicherheit erheblich - Preis: ab etwa 20 Euro.

Dabei können alle Medien des Rechners betroffen sein, ganz gleich ob Festplatte, USB-Stick, CD-ROM oder gar DVD. Bei allen Medien ist es keine Frage des "Ob", sondern des "Wann?".

Oder wussten Sie vielleicht, dass viele gebrannte CDs, die dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind, nur wenige Wochen ihre Daten behalten oder dass die bei Festplatten vielzitierte MTBF (Mean Time between Failures) nichts über die tatsächliche Lebensdauer Ihres Laufwerks aussagt, weil sie eine rein statistisch ermittelte Zahl ist? Es gibt Tools zur Vorbeugung, Tools für den täglichen Hintergrundbetrieb und Tools für den Fall, dass das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist: Wir haben für Sie die wichtigsten Programme recherchiert und zusammengestellt.

O&O DiskImage 3 Express Edition gehört zu den so genannten "Image"-Programmen: Hier wird in weiser Voraussicht eine 1:1-Kopie, also ein so genanntes Abbild der Festplatte gemacht. Dieses Verfahren bietet sich an, wenn man beispielsweise ein Betriebssystem mit Programmen und Treibern installiert hat und dieses zuverlässig und stabil läuft. Ganz gleich, welche zerstörerische Komponente später noch hinzukommt: Wird das System irgendwann einmal langsam oder instabil, kann man den Ausgangszustand wiederherstellen. Ein typischer Vertreter aus der Riege der auf Ordner basierenden Backup-Programme, für den man kaum Kenntnisse benötigt, ist AutoSave 2. Das Programm nistet sich im Hintergrund des Systems ein und sorgt dafür, dass alle wichtigen Dateien permanent gesichert werden. Gerade, wenn man die Dateien auf einem Netzwerklaufwerk oder einer externen Platte speichern lässt, ist dies eine komfortable Sicherheitslösung, um die man sich kaum kümmern muss, weil das Programm alles automatisch im Verborgenen regelt.

Wenn Sie versehentlich Dateien gelöscht und auch schon aus dem Papierkorb entfernt haben oder Sie plötzlich einen Laufwerksbuchstaben vermissen, kann PC Inspector File Recovery helfen. Das Tool kann Festplatten scannen und verlorene Dateien wiederherstellen, wenn die Hardware der Festplatte noch intakt ist. Anders und somit als ideale Ergänzung arbeitet HDDlife: Es liest die so genannten SMART-Informationen aus, die alle modernen Festplatten zur Verfügung stellen. Zur Selbstdiagnose prüfen aktuelle Festplattenlaufwerke permanent bis zu 20 Parameter.

Damit kann man relativ verlässlich erkennen, wann die Platte abzubauen beginnt. Aber leider gilt: Das Auslesen der Informationen funktioniert nur bei IDE- und SATA-Festplatten, die an einem internen Chipsatz-Controller am Motherboard installiert sind. Ausgenommen sind also beispielsweise Festplatten, die per USB angeschlossen werden - die SMART-Daten lassen sich technisch nicht per USB auslesen. Zu guter Letzt gibt es noch den IsoBuster - weil Daten nicht nur von Festplatten verschwinden können, sondern auch auf gebrannten CDs und DVDs gefährdet sind. Hier kann IsoBuster helfen, unsere Version unterstützt das Wiederherstellen von CDs und DVDs.

Was IsoBuster kann und wie Sie bequem Datenverlust vorbeugen, lesen Sie auf Seite 2...

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