Die Datenhändler sind unter uns

Datenschutz und Datenmissbrauch

Nichts ist für Unternehmen und andere Institutionen so wertvoll wie persönliche Daten. Begehrt sind vor allem auch Solvenz-Daten von Privatpersonen. magnus.de hat einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

Mobiles Online-Banking

© FIDUCIA IT AG

Das mTAN-Sicherheitsverfahren soll unabhängiges und sicheres Online-Banking ermöglichen. (Foto: FIDUCIA IT AG)

Nach der Datenschutz-Beratung des Bundeskabinetts hat sich der Lobby-Verband BITKOM für eine gründliche Prüfung möglicher Gesetzesänderungen ausgesprochen. Dies gilt insbesondere in der Diskussion über eine so genannte "Opt-In"-Regelung. Damit ist eine obligatorische, aktive Einwilligung von Verbrauchern zur Datenweitergabe gemeint. Der Verband fordert, dass die Vorschriften auf bestimmte Bereiche des gewerblichen Datenhandels beschränken müssten. BITKOM setzt sich darüber hinaus dafür ein, dass sensible Daten wie Kontoinformationen und Gesundheitsdaten besser geschützt werden als reine Adressdaten. Hier müsse noch stärker differenziert werden, auch bei der Frage der Einwilligungspflicht.

Anderer Meinung ist die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK). Diese fordern einen Stopp des Datenhandels zu gewerblichen Zwecken ohne aktive Zustimmung sowie schärfere Kontrollen und Sanktionen.

"Wenn man erfährt, wie leicht es möglich ist, an sensible Bankdaten zu kommen und mit diesen Geld abzubuchen, wird einem Angst und Bange", resümiert Thomas Hagen, Pressesprecher der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Die Büchse der Pandora sei längst aufgemacht. Die Verbraucherzentralen empfehlen, Bankauszüge regelmäßig zu überprüfen und nicht nachvollziehbaren Kontobelastungen binnen sechs Wochen zu widerrufen und dabei das Konto berichtigen zu lassen. Zudem sollten Betroffene Anzeige erstatten, wenn zu einer Abbuchung keine Einzugsermächtigung gegeben wurde. Dies ist strafbarer Betrug.

magnus.de hat bei einer der größten Privatkundenbank Deutschlands nachgefragt, wie es um Sicherheit und Datenschutz bestellt ist. Im Video-Interview bezieht Postbank-Sprecher Jürgen Ebert Stellung und gewährt Einblick über das Datenhandling.

Woher kommen aber die Daten, die über einen im Umlauf sind? Nicht nur Kriminelle verdienen am Handel mit Daten. Oft sind es Auskunfteien, also Unternehmen, die Informationen über die tatsächliche oder vermeintliche Zahlungsfähigkeit und -willigkeit von Privatpersonen sammeln und verkaufen. Immer mehr Unternehmen verwenden die von den Auskunfteien gelieferten sensiblen Informationen. Waren es zunächst vor allem Banken, sind es heute auch Telekommunikationsunternehmen, der Versandhandel, die Wohnungswirtschaft, Versicherungen und sogar Zahnärzte. Ein negativer Eintrag in die Auskunfteisysteme, ob berechtigt oder unberechtigt, kann deshalb dazu führen, dass der Betroffene keine Wohnung findet oder keine Versicherungspolice erhält.

Von zentraler Bedeutung sind laut dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit so genannte Scorewerte. Sie bezeichnen die Wahrscheinlichkeit, dass man seinen Vertragspflichten nicht nachkommen kann. Dabei werden nicht nur Angaben über das tatsächliche Verhalten der Betroffenen einbezogen, sondern auch soziodemographische Daten (zum Beispiel Alter, beruflicher Status), Wohnumfeldanalysen oder von Dritten angekaufte Daten (zum Beispiel Kfz-Daten des Kraftfahrzeugbundesamtes). Die Bonität des Einzelnen wird dabei auch ohne relevante individuelle Informationen, zum Beispiel Zahlungsverhalten, Einkommens- und Vermögensverhältnisse, bewertet. Dem Betroffenen wird damit die Möglichkeit genommen, durch eigenes rechtstreues Verhalten sein Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit zu beeinflussen.

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