Jäger der verlorenen Daten

Datenrettung wie die Profis

Die Daten sind weg, was nun? Mit der richtigen Strategie und den richtigen Tools lassen sich viele Dateien auch nach dem Löschen wieder herstellen.

Datenrettung wie die Profis

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Datenrettung wie die Profis

Es ist schnell passiert: Sie haben ein Dokument oder ein ganzes Verzeichnis gelöscht und nicht kopiert, ohne es zu merken. Wenn Sie dann später automatisch den Papierkorb leeren, sind die Dateien nicht mehr sichtbar. Auf Wechseldatenträgern ist der Papierkorb standardmäßig ausgeschaltet. Auch wenn ganze Partitionen oder externe Laufwerke verschwunden sind, ist noch nichts verloren. Dasselbe gilt für Speicherkarten etwa aus Digitalkameras oder USB-Sticks. Mit Tools lassen sich in vielen Fällen die verschwundenen Dateien, Ordner und Laufwerke retten.

Blockweise gespeichert

Windows teilt den Speicherplatz auf der Festplatte ist in kleine Einheiten von wenigen Kilobyte ein, die Cluster. Speichern Sie eine Datei, so zerteilt Windows sie in kleine Blöcke und legt jeden Datenblock in einem Cluster ab. Nur sehr kleine Dateien kommen mit einem Cluster aus, die allermeisten Dateien brauchen mehrere Cluster. Eine Bilddatei mit 1 MByte Größe belegt auf einer typischen Festplatte rund 250 Cluster. Große Files belegen mehrere hunderttausend Cluster. Das Dateisystem merkt sich in einem Inhaltsverzeichnis den Dateinamen und verweist auf die Cluster, in denen die Dateiblöcke abgelegt sind.

Der Klassiker ist das Dateisystem FAT32, das heute noch oft bei externen Festplatten verwendet wird. Es arbeitet mit sehr einfachen Datenstrukturen und begrenzt zum Beispiel die Maximalgröße von Dateien auf 4 GByte. Die Belegung der Cluster ist in der File Allocation Table (kurz FAT) hinterlegt.

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Die moderne Variante ist das Dateisystem NTFS, die bei Windows XP standardmäßig verwendet wird. Auch hier sind die kleinste Einheit Cluster, die Dateigröße ist aber praktisch nicht begrenzt. Auch sonst gibt es verschiedene Vorteile gegenüber FAT32, etwa komprimierte und verschlüsselte Dateien. Die Clusterbelegung verwaltet als zentrale Datenstruktur den MFT (Master File Table).

Gelöscht ist nicht gelöscht

Das erklärt noch nicht, warum sich eine Datei nach dem Löschen trotzdem wieder herstellen lässt. Der Grund ist die Methode, mit der Windows Dateien und Ordner löscht. Windows gibt nämlich nur in der FAT beziehungsweise MFT die belegten Cluster frei. Im Inhaltsverzeichnis löscht Windows nur den ersten Buchstaben des Dateinamens, die restlichen Zeichen bleiben erhalten. Damit läuft der Löschvorgang sehr schnell ab.

Der Inhalt einer gelöschten Datei bleibt jedoch zunächst erhalten. Erst wenn Sie (oder Windows) eine neue Datei speichern oder eine bestehende Datei vergrößern, werden die freigegebenen Cluster gelöschter Dateien erneut überschrieben. Das gilt auch für die Einträge im Inhaltsverzeichnis.

Vorsicht

Wenn Sie feststellen, dass Sie versehentlich Dateien gelöscht haben, sollten Sie möglichst vermeiden, auf dem betroffenen Laufwerk neue Dateien abzulegen. Damit gehen Sie das Risiko ein, die gelöschten Dateien durch Überschreiben endgültig zu verlieren.

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