Rette sie, wer kann

Datenrettung auf allen Medien

Die persönlichen Daten auf der Festplatte sind meist wichtiger als alles andere im PC. Bei einem Defekt des Datenträgers oder dem versehentlichem Löschen kommt es deshalb auf die richtige Strategie beim Wiederherstellen an.

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Datenrettung auf allen Medien

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Datenrettung auf allen Medien

Während sich jede andere PC-Komponente innerhalb weniger Minuten ohne Folgen auswechseln lässt, stellt sich die Situation bei einem Defekt einer Festplatte völlig anders da: Hier geht es nicht primär um den Ersatz der Hardware, sondern um die Daten selbst. Fotos von Familie und Kindern, Vertragsunterlagen, wichtige Korrespondenz, Musik und vieles mehr lagern mittlerweile auf der Harddisk - und zwar nur noch dort!

Ein Blitzeinschlag, ein Stoß oder auch ein schlichter Mechanik- oder Elektronikfehler kann zu einem Totalausfall und damit zu einem Verlust all dieser Daten führen. Bei einem echten Hardware-Defekt sollten Sie unter Umständen selbst versuchen, die Daten zu retten. Ein professionelles Labor bekommt die Daten vielleicht zurück.

Auf weiter unten im Artikel finden Sie eine Übersicht solcher Services inklusive der Angabe, was Analyse und Diagnose des Datenträgers kosten. Die Datenrettung selbst ist mit Kosten häufig im vierstelligen Bereich nicht ganz billig. Zudem stellt auch die professionelle Datenrettung keineswegs eine Garantie dar, die verlorenen Festplatteninhalte tatsächlich wieder in vollem Umfang wiederherstellen zu können.

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Die Datenrettung dauert je nach Partitionsgröße und Fehlerart unter Umständen mehrere Stunden.

Liegt nur ein Bedienungs- oder ein Software-Fehler vor, helfen eventuell Tools weiter.

Das Hauptaugenmerk der Datenrettung liegt auf klassischen Festplatten, denn darauf sind erfahrungsgemäß die wichtigsten Daten abgelegt. Außerdem sind die Recovery-Tools in der Lage, gelöschte Daten von Flashspeichern (Kamera, MP3-Player, Handy, Tablet-PC und SSD-Platten) zu retten. Mit DVDisaster und CD Recovery Toolbox stehen im Software-Paket spezielle Tools für beschädigte CDs und DVDs zur Verfügung.

Etwas Vorsorge tut not

Ein Backup kann einen möglichen Datenverlust vorbeugen. Kostenlose Tools für die Datensicherung gibt es zuhauf. Als Beispiele seien Z-DBackup und Genie Timeline Free genannt.

Die lokale Datensicherung ist absolut sinnvoll, trotzdem hat sie systembedingte Nachteile: Schutz gegen Überspannung im falschen Moment, Feuer und Wasserschäden, Einbruch und Diebstahl bietet sie nicht. Je nach Hardware-Konstellation muss man das Backup zudem manuell anstoßen, also eine externe Festplatte anschließen oder einschalten. Eine gute und mittlerweile auch preislich attraktive Alternative stellen Online-Backup-Dienste dar.

Zur Vorsorge gegen einen möglichen Datencrash gehört ferner die Überwachung der Harddisk, also die Analyse der SMART-Parameter. Das Self-Monitoring Analysis and Reporting Technology sorgt dafür, dass Programme wie Acronis Drive Monitor oder CrystalDiskInfo die Selbstdiagnosedaten der Festplatte auslesen und bei kritischen Werten Alarm geben.

Wie gut dies funktioniert, zeigt eine repräsentative Studie von Google: Bei rund 100.000 untersuchten Festplatten hat die SMART-Überwachung in rund zwei Dritteln aller Fälle bevorstehende Defekte frühzeitig vorhergesagt. Acronis Drive Monitor bietet eine Reihe Einstelloptionen und verschickt sogar Warn-Mails, wenn etwas nicht stimmt. Damit eignet sich das Programm auch zur Fernüberwachung.

"Festplatte kaputt": Ruhe bewahren!

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Die Software Easy Recovery (180 Euro) von Kroll Ontrack stellt Daten und Partitionen wieder her.

Grundsätzlich muss man sich, wenn am Datenträger irgendetwas nicht stimmt, klar machen, dass die Inhalte in höchster Gefahr sind. Das heißt in erster Linie, keine unüberlegten Handlungen vorzunehmen. So ist es insbesondere tabu, auf die Festplatte mit den verlorenen Daten zu schreiben.

Dabei könnten gerade die zu rettenden Daten überschrieben werden, also verbietet sich auch die Installation einer Recovery-Software auf der gleichen Harddisk.

Daneben ist die Frage von zentraler Bedeutung, ob Fehler beim Datenlesen ein Software-bzw. Bedienproblem oder einen echten Hardware-Defekt darstellen? Während man sich beim versehentlichen Löschen von Daten aufgrund eigener Fehlbedienung selbst an die Wiederherstellung machen kann, heißt es bei einem mechanischen Defekt: Finger weg, und zwar sofort!

Setzt nämlich der Schreiblesekopf auf den Datenträger auf, sorgt jeder weitere Zugriff für weitere Beschädigung und damit zu mehr Datenverlust. In einem solchen Fall können nur Spezialisten eines Rettungslabors helfen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Ursache bei einem plötzlich auftretenden Defekt nicht immer zweifelsfrei feststeht. Andererseits sollte man bei jedem ungewöhnlichen Geräusch den Computer sofort abschalten und abgeschaltet lassen.

Wenn die Daten auf der Festplatte wirklich wichtig sind, sollten sie sicherheitshalber ins Labor. Hat man dagegen versehentlich mit dem Windows Explorer das falsche Laufwerk erwischt und formatiert, ist die Sache ebenso klar: Hier hilft ein Recovery-Tool. Die Tabelle auf der nächsten Seite listet wichtige aktuelle Programme zur Datenrettung auf.

Download: Tabelle

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