Rette sie, wer kann

Datenrettung

Nie auf die beschädigte Partition schreiben

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Nur rund 10 Euro kosten Adapter zum Anschluss einer internen Festplatte per USB.

Wenn feststeht, dass kein mechanischer Defekt vorliegt, kann man mit einer Software zur Datenrettung loslegen. Wichtig ist dabei wie erwähnt, auf keinen Fall auf die Partition zu schreiben, auf der Daten verloren gegangen sind. Bei nur einer Partition bedeutet dies zwingend, von einem anderen Medium zu booten.

Die Windows-Programme zur Datenrettung sind installiert man also auf einem Zweitrechner, baut den beschädigten Datenträger schnell aus und schließt ihn am anderen Computer wieder an. An einem Desktop-PC lässt sich die Harddisk direkt anschließen, bei einem Notebook benötigt man einen USB-Adapter.

Solche USB-HDD-Adapter gibt es im Internet inklusive Versand ab zehn Euro. Bei kommerziellen Recovery-Tools, die das Booten von einem Notfall-Medium ermöglichen, erübrigt sich der Ausbau der Festplatte. Alle Software-Hersteller stellen Demo-Versionen zur Verfügung, welche zwar keine Daten retten, aber anzeigen, welche Daten sich von der Vollversion wiederherstellen lassen.

Möchte man Daten von einem anderen Datenträger, also beispielsweise einer zweiten internen Festplatte, einem Flashspeicher oder einer externen USB-Platte retten, kann man die Windows-Software gleich auf der C-Partition installieren.

Datenrettung im Labor

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Für 199 Euro gibt es keine Datenrettung im Labor, auch wenn dies die Werbung suggeriert.

Neben den Datenrettungslabors wirbt auch mancher Elektronikdiscounter mit solchen Services: So verspricht Saturn unter dem Slogan "Bezahlung nur bei Erfolg" zum sagenhaften Preis von 199 Euro. Ein genauer Blick verrät dann aber, dass die Wiederherstellung im Labor pauschal doch 899 Euro kostet - und zwar bei Kroll Ontrack.

Die Datenklink verspricht "Deutschlands günstigste professionelle Datenrettung - garantiert!". Kein anderes Labor könne die Preise unterbieten, beteuert der englische Dienstleister auf seiner deutschen Webseite.

Ansonsten bekomme der Kunde sein Geld zurück. Der Nachweis, dass ein anderer Dienst das eigene Datenrettungsproblem billiger hätte beheben können, kann ohnehin praktisch nicht geführt werden. Einige Datenrettungslabore führen die Analyse kostenlos durch und berechnen nur die Wiederherstellung selbst.

Hier gilt es, sich das genaue Analyseergebnis auflisten zu lassen. Schließlich macht eine Pauschalangabe wie "95 Prozent sind zu retten" wenig Sinn, wenn die Masse irgendwelche Windows-Dateien ausmacht, die entscheidenden Dokumenten oder Bilder am Ende aber fehlen.

Deshalb machen konkrete Preisangaben aufgrund der völlig unterschiedlichen Schadensfälle wenig Sinn, viel zu sehr kommt es auf den konkreten Defekt an. Die Praxis aber zeigt, dass Kosten um etwa 1000 Euro für die Datenrettung von einer defekten Festplatte im Labor realistisch sind.

Vermeintliche Schnäppchen dienen meist als Lockangebote, am Ende bezahlt der Kunde doch für den tatsächlichen Aufwand. So sind die Labordienste kein billiges Vergnügen, besser sind die Vorsorge mit regelmäßigem Backup und kontinuierlicher Festplattenüberwachung.

Zum Schluss darf eine kurze Betrachtung der Datenrettung von SSD- und GPT-Festplatten nicht fehlen: Solid State Disks sind nicht nur weniger anfällig als herkömmliche Datenträger, sie gleichen bei der Datenwiederherstellung im Wesentlichen anderen Flashspeichern, stellen also keinerlei besondere Anforderungen dar.

Noch wenig verbreitet sind Festplatten, die statt des traditionellen Master Boot Records mit der neuen GUID Partition Table (GPT) arbeiten. Doch selbst von GPT-Partitionen mit einer Größe von mehr als 2,2 TByte lassen sich Daten meist wieder herstellen.

Download: Tabelle

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