PC-Crash: Vorsorge tut Not

Daten selbst wiederherstellen

Daten selbst wiederherstellen

Mit dem Programm PC Inspector File Recovery stellen Sie versehentlich gelöschte Daten wieder her. Voraussetzung ist, dass kein Hardware-Defekt vorliegt. Wenn Sie unsicher sind, ziehen Sie unbedingt fachmännischen Rat hinzu.

Installieren Sie PC Inspector File Recovery auf einem zweiten, voll funktionsfähigen Rechner, auf keinen Fall auf dem mit dem defekten Datenträger. Bauen Sie die defekte Festplatte aus dem PC aus und schließen Sie sie an einen zweiten funktionierenden Rechner an, auf dem Sie das Wiederherstellungsprogramm installiert haben. Die Harddisk können Sie entweder einbauen oder über einen Adapter per USB anschließen.

Starten Sie das Tool, wählen Sie als Sprache "German" und fahren Sie im ersten Dialog mit einem Klick auf "Gelöschte Daten wiederherstellen" fort. Es dauert einen Moment, bis sämtliche Laufwerke aufgelistet sind - unter Umständen doppelt und ohne die gewohnten Buchstaben. Markieren Sie das betreffende, defekte Laufwerk und klicken Sie anschließend auf den grünen Kontrollhaken. Auf der linke Seite erscheinen sowohl das "Wurzel"-, das "Gelöscht"- sowie das "Verloren"-Verzeichnis.

Hier müssen Sie unter Umständen etwas suchen, um die gelöschten Daten aufzuspüren. Markieren Sie links das Hauptverzeichnis und klicken Sie rechts im Fenster mit der rechten Maustaste auf den Inhalt des Ordners. Wenn Sie mehrere Ordner markieren möchten, halten Sie die "Shift"-Taste gedrückt. Im Kontextmenü nehmen Sie die Option "Speichern unter" und wählen Sie als Speicherort unbedingt die funktionierende Festplatte. 

Datenverlust vorbeugen

Schon ein paar einfache Maßnahmen helfen, die Wahrscheinlichkeit für einen Datenverlust drastisch zu verringern.

Tools gegen den PC-Crash

  • Regelmäßige Backups: Die sicherste Methode gegen unerwarteten Datenverlust ist ein regelmäßiges Backup. Speichern Sie die Sicherheitskopien auf jeden Fall auf einer zweiten physikalischen Festplatte (USB oder intern).
  • Aktuelle Sicherheits-Software: Ohne aktuelle Sicherheits-Suite sollten Sie auf keinen Fall im Internet surfen. Schon nach wenigen Minuten ist ein ungeschützter Rechner "gekapert", sodass ein Fremder die volle Kontrolle über Ihren PC und damit auch über Ihre Festplattendaten hat.
  • Hitze vermeiden: Setzen Sie die Festplatte auf keinen Fall extremer Hitze aus. Legen Sie also weder das Notebook noch die USB-Festplatte bei Sonneneinstrahlung ins Auto. Im PC daheim sorgen Sie für Kühlung und lassen Sie einen Einschubschacht zwischen den Festplatten frei.
  • Keine Erschütterungen: Vermeiden Sie bei mobilen Festplatten, wie sie in Notebooks, MP3-Playern und USB Platten eingebaut sind, unnötige Erschütterungen.
  • Kein Dauerbetrieb: Die meisten Festplatten für den Heimbereich sind nicht für den 24-Stunden-Dauerbetrieb ausgelegt. Schalten Sie also nicht nur ihren PC aus, wenn Sie ihn nicht benötigen, sondern auch zusätzliche USB- und Netzwerkfestplatten.
  • Festplatten-Check: Überprüfen Sie Ihre Festplatte regelmäßig auf Fehler und schalten Sie die Überwachungsfunktion SMART im BIOS ein. Tauschen Sie die Hard Disk sofort aus, wenn es irgendwelche Anzeichen auf Fehler gibt.
  • Vorsicht: Schalten Sie schließlich Ihren PC sowie externe Festplatten bei einem Gewitter aus und stellen Sie Festplatten niemals schief oder in der Nähe von Magnetfeldern auf, also beispielsweise nicht direkt neben Lautsprechern.

Experten Meinung

"Datenrettung wird endlich auch für Heimanwender bezahlbar" Peter Stelzel-Morawietz, Redakteur PCgo

Endlich tut sich was! Richtete sich die Wiederherstellung von Daten bis vor kurzem noch vornehmlich an Firmen, haben die Labors zur Datenrettung nun auch den normalen PC-Anwender zu Hause im Fokus. So bietet beispielsweise KrollOntrack mittlerweile ihre Datenrettung mit der Bezeichnung Consumer Line zum Festpreis von 449 Euro an.

Zwar muss sich der Kunde vier Wochen gedulden, doch anders als ein Wirtschaftsunternehmen ist das bei privaten Fotos durchaus zu verschmerzen. In einigen Märkten der MediMax-Kette gibt es darüber hinaus vor Ort die Möglichkeit, für 99 Euro (Flash-Speicher) beziehungsweise 199 Euro (Festplatten) verlorene Daten mithilfe spezieller Programme wiederherstellen zu lassen.

Der Hardware-Hersteller Trekstor schlägt bei seinem Festplattensortiment zwar einen anderen Weg ein, der Endverbraucher als Adressat ist jedoch der gleiche. Beim Kauf eines bestimmten Modells bietet das Unternehmen für zusätzlich 20 Euro jährlich eine Versicherung, die bei einem Datencrash für die Rettung Ihrer Dateien aufkommt.

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