Partitionieren, mounten und mehr

Dateisysteme unter Linux

Für Umsteiger erscheint der Dateizugriff unter Linux zunächst ungewohnt: Keine Laufwerksbuchstaben und ein komplexes System von Zugriffsrechten verwirren. Wir geben eine Einführung in die Grundlagen der Dateisysteme unter Linux.

  1. Dateisysteme unter Linux
  2. Teil 2: Dateisysteme unter Linux
Dateisysteme unter Linux

© Hanno Böck

Dateisysteme unter Linux

Für Umsteiger erscheint der Dateizugriff unter Linux zunächst sehr ungewohnt: Keine Laufwerksbuchstaben, ein komplexes System von Zugriffsrechten und vieles mehr verwirren. Wir geben eine kleine Einführung in die Grundlagen der Dateisysteme unter Linux.

Dateisysteme unter Linux

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Ganz oben in einem Linux-System steht das Root-Dateisystem (/), welches die Partition darstellt, von der das System gestartet wurde (Parameter root= des Kernels, per grub oder lilo übergeben). Weitere Partitionen oder externe Datenträger können an beliebiger Stelle unterhalb dieses Verzeichnisses eingebunden (gemountet) werden. Einige spezielle, virtuelle Dateisysteme werden in den Verzeichnissen /dev, /proc und /sys eingebunden.

Üblicherweise werden zusätzliche Partitionen unter /mnt eingebunden, bei manchen Distributionen auch /media, dies ist jedoch nicht zwingend notwendig. Der Befehl mount gibt aus, welche Dateisysteme gerade gemountet sind.

Gerätenamen und Partitionen

Jedes Laufwerk und jede Partition besitzt einen Gerätenamen, der über eine virtuelle Datei unter /dev angesprochen wird. Partitionen auf IDE-Festplatten haben Namen der Form hdXY, wobei X ein Buchstabe (startend bei a) ist, die Nummer der Partition. Die zweite Partition auf der ersten Festplatte würde also über /dev/hda2 angesprochen. Handelt es sich um erweiterte Partitionen, wird ab 5 weitergezählt, z.B. /dev/hda5.

SCSI-Platten unter /dev/sdXY. USB-Datenträger (USB-Sticks, externe Festplatten und CD-Laufwerke, viele Digitalkameras und MP3-Player) werden gleich wie SCSI-Laufwerke behandelt und befinden sich ebenfalls unter /dev/sdXY.

Zwar heutzutage kaum noch relevant, aber dennoch erwähnenswert: Disketten befinden sich unter /dev/fdX, wobei X die Nummer des Diskettenlaufwerks, startend bei /dev/fd0, ist.

Mounten

Nehmen wir nun an, wir haben soeben ein neues Laufwerk, etwa eine USB-Festplatte angeschlossen. Üblicherweise werden auf heutigen Systemen die notwendigen Gerätetreiber automatisch geladen (mit udev und hotplug). Sollte dies nicht passieren, für USB-Geräte lautet der entsprechende Befehl:

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Blick in die fstab, die meist im Unterordner /etc liegt.
modprobe usb_storage

Ein nützliches Werkzeug ist der Befehl dmesg, welcher alle Kernel-Meldungen anzeigt. Hier sehen wir auch, wenn ein neues Laufwerk gefunden wurde. Für unsere USB- Festplatte könnte die Ausgabe in etwa wie im nebenstehenden Listing lauten.

Wir wissen nun, dass ein neues Gerät sdb mit einer Partition sdb1 angeschlossen wurde. Nun müssen Sie dieses mounten. Mounten können Sie die Partition in jedes beliebige (üblicherweise leere) Verzeichnis. Erstellen Sie nun ein Verzeichnis /mnt/extern und mounten Sie die Partition:

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mkdir /mnt/extern
mount /dev/sdb1 /mnt/extern

Das Dateisystem wird normalerweise automatisch erkannt, ansonsten können Sie es auch direkt angeben: mount -t vfat /dev/sdb1 /mnt/extern vfat steht für das FAT32-System, welches von älteren Windows-Versionen (95, 98, ME) üblicherweise verwendet wurde. Neuere Windows-Versionen nutzen NTFS? dazu später mehr. Nun wollen wir einige Dateisysteme, etwa von fest eingebauten Platten, automatisch beim Systemstart mounten. Dies wird in der Datei /etc/fstab gesteuert. Ein Eintrag dort könnte folgendermaßen aussehen:

/dev/hda1 /mnt/win vfat
defaults 0 0

In der ersten Spalte ist das virtuelle Gerät aufgeführt (hda1, erste Partition auf erster Festplatte), in der zweiten Spalte der Punkt, an dem das Dateisystem eingebunden wird, in der nächsten Spalte das Dateisystem (auto für automatische Erkennung ist ebenfalls möglich), anschließend mögliche weitere Optionen (hier nur die Standard-Optionen, ausgewählt mit defaults), die letzten beiden Spalten stehen üblicherweise immer auf 0 0.

Verschiedene Dateisysteme

In unserem Beispiel wurde eine FAT32-/vfat-Partition eingebunden, neuere Windows-Versionen nutzen NTFS. Unter Linux ist die Situation jedoch etwas unübersichtlicher, denn hier gibt es eine größere Auswahl an Dateisystemen. Klassischerweise verwendete man unter Linux ext2. Jedoch wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl weiterer Dateisysteme entwickelt. ext3, der direkte Nachfolger von ext2, ist die sicherste und solideste Wahl im Moment. Es ist sehr stabil, da es schon lange in der Entwicklung ist, jedoch um einige Funktionen (Journaling, erweiterte Attribute, ACLs) erweitert. Daneben bietet Linux noch einige modernere Dateisysteme, etwa xfs und reiserfs.

Dateisysteme unter Linux

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qtparted ist ein mächtiges Partitionierungs-Tool, das auch mit NTFS-Partitionen umgehen kann.

Üblicherweise wird die Auswahl des Dateisystems von der Distribution übernommen. Wollen wir jedoch eine Partition mit einem Dateisystem manuell formatieren, helfen entsprechende mkfs- Befehle weiter:

mkfs.ext3 /dev/hda1
mkfs.vfat /dev/fd0 
mkfs.xfs /dev/sdb2

Mount-Optionen

Dem Befehl mount können mit dem Parameter -o verschiedene Optionen übergeben werden. Dieselben Optionen können wir auch in der fstab in der vierten Spalte angeben. Eine vollständige Übersicht gibt die man-Page von mount (man mount). Hier die Wichtigsten für den Alltag:

Dateisysteme unter Linux

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Der Konqueror zeigt alle Datenträger und Partitionen übersichtlich an, wenn Sie aus dem Menü Gehe zu/Speichermedien auswählen.

  • ro: Mountet ein Dateisystem nur lesbar.
  • users: Erlaubt es gewöhnlichenNutzern, Dateisysteme zu mounten(üblicherweise kann dies nur root). Insbesondere interessant in Kombinationmit der Option noauto, kann hier beispielsweiseein Eintrag für einen externenDatenträger eingegeben werden, der dannvon allen Usern genutzt werden kann.

Ein Linux-Dateisystem besitzt ein ausgefeiltes System für Dateizugriffsrechte. Jede Datei gehört zunächst einem Nutzer und einer Gruppe. Mit dem Befehl ls -l können Sie sich dies anzeigen lassen:

-rw-r--r-- 1 linux users 394
27. Okt 21:32 t.txt

Die Datei t.txt gehört dem Nutzer linux und zur Gruppe users. Mit dem Befehl chown können Sie den Besitzer einer Datei ändern (dies kann nur root):

chown root:root t.txt

Anschließend gehört die Datei zum Nutzer root in der Gruppe root. Die Anzeige -rw-r--r-- zeigt uns die Zugriffsrechte der Datei. Sie bestehen aus drei Blöcken, die jeweils die Rechte r (Lesen), w (Schreiben) oder x (Ausführen) enthalten können. Daneben gibt es noch einige Spezialrechte (SUID, Sticky). Der erste Dreierblock zeigt die Rechte des Besitzers der Datei an (im obrigen Beispiel linux). Der zweite zeigt die Rechte aller Nutzer, die sich in derselben Gruppe wie die Datei befinden (in unserem Fall users). Der dritte zeigt die Rechte für alle anderen Nutzer an. Unsere Datei kann also vom Nutzer gelesen und geschrieben werden; sowohl die Gruppenrechte, als auch die Rechte für alle anderen Nutzer sind auf Lesen gesetzt.

Das Flag x (Ausführen) muss für Skripte und Programme gesetzt sein. Bei Verzeichnissen hat es jedoch eine andere Bedeutung: x berechtigt, in das entsprechende Verzeichnis zu wechseln. Gesetzt werden können Rechte mit dem Befehl chmod. Dabei gibt man zuerst an, für wen die Rechte gelten sollen (u für user, g für group, o für other/andere, a für alle Rechte auf einmal setzen), anschließend ein + oder -, um anzuzeigen, ob die Rechte hinzugefügt oder entfernt werden sollen. Anschließend die Rechte selbst (r, w oder x). Beispielsweise würde ein chmod u+x dem Besitzer Ausführrechte geben. Ein chmod o-r würde Nutzern, die weder Besitzer, noch in derselben Gruppe wie die Datei sind, das Lesen der Datei verweigern.

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