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Datenrettung Dateien wiederherstellen - So geht's

Wir zeigen Ihnen, mit welcher Software Sie verlorene und beschädigte Dateien wiederherstellen und somit retten können.
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Wir zeigen Ihnen, wie Sie verlorene und beschädigte Daten retten können.

Beginnen Sie die Rettung mit Freeware. Sollte das keinen Erfolg zeigen, installieren Sie Testversionen der kommerziellen Programme, denn diese zeigen die gefundenen Daten. Wiederherstellen lassen sich diese dann allerdings erst nach dem Kauf einer Lizenz. Es gibt auch Tools, die sich auf Fotos oder CDs spezialisiert haben. Dabei handelt es sich um eingeschränkte Auskoppelungen der vollumfänglichen Produkte, und sie sind dadurch etwas günstiger.

Eine sehr beliebte Freeware ist Recuva, die sofort nutzerfreundlich mit einem Assistenten startet. Sie können eingrenzen, welche Dateien Sie suchen, beispielsweise nur Bilder, und wo Sie suchen wollen. Zuerst sucht das Tool nach gelöschten Dateien, die noch in der Dateitabelle des Betriebssystems vorhanden, aber als gelöscht markiert sind. Sollte sich hier nichts finden, schlägt Recuva den Tiefen-Scan vor, bei dem das Programm eine komplette Partition sektorenweise durchsucht, um digitale Rudimente zu ermitteln.

Ähnlich arbeiten PC Inspector, Pandora oder Easeus, aber mit dem Unterschied, dass diese auch verlorene Partitionen wieder finden. Dafür sind sie nicht so benutzerfreundlich gestaltet. Easeus hat in unseren Tests bei den Kostenlosen die meisten Daten wiedergefunden, allerdings sind nur bist zu 1 GByte Wiederherstellen gratis.

Recuva ist eines der wenigen Tools, die versuchen, die echten Dateinamen zu ermitteln. Anhand der Ampelmarkierung sieht der Anwender sofort, welche Daten zu retten sind. © Hersteller/Archiv
Recuva ist eines der wenigen Tools, die versuchen, die echten Dateinamen zu ermitteln. Anhand der Ampelmarkierung sieht der Anwender sofort, welche Daten zu retten sind.

In schwierigen Fällen lohnt der Einsatz eines Profi-Tools

Weiter kommen Sie mit kommerziellen Tools wie O&O Disk Recovery, Kroll Ontrack Easy Recovery oder Stellar Data Recovery, gerade wenn es um kniffelige Probleme geht: verlorene Partitionen oder Daten in nicht zugeordnete Bereiche der Festplatte. Sehr flüssig und umfassend arbeitet das Tool von O&O.

Beim Start bietet es an, sich nicht auf der Festplatte zu installieren, sondern auf einem Stick, für den Fall, dass die Systemplatte selbst vom Datenverlust betroffen ist. Die Software von Kroll Ontrack bietet ähnlich gute Wiederherstellungsergebnisse und zusätzlich eine Reihe von Expertenfunktionen, wie das Vorgeben von Block-Größen oder Dateisystemen. Bootfähig ist die DVD von Stellar, sodass Sie auch damit weiteren Datenverlust vermeiden. Das Programm erkennt auch gelöschte, ältere Partitionen und bietet Tools zum Testen der Festplatte.

Spezialisten für defekte CDs/DVDs

Neben den Alleskönnern oder deren Auskoppelungen für Bilder gibt es Spezialisten, beispielsweise für das Lesen von kaputten CDs/DVDs. Optische Datenträger haben nicht das ewige Leben und verlieren mit dem Alter bitweise Daten. Diese Mängel haben eine Open-Source-Entwickler-Gruppe dazu angeregt, ein Tool zu entwickeln, das das Wiederherstellen der Daten von CDs oder DVDs beherrscht: DVDisaster. Damit legen Sie kein vollständiges Image, sondern nur Rekonstruktionssdaten extern an, am besten direkt nach dem Brennen. Daraus können Sie fehlende Sektoren zuverlässig wieder rückberechnen lassen.

Andere Tools korrigieren Fehler in Dokumenten, die sich nicht mehr öffnen lassen. Hier ist die Serie Recovery Toolbox mehr oder weniger allumfassend. Sie beinhaltet Tools für Outlook, Word, Excel, Access, PDF, Illustrator, Photoshop, Oracle, MySQL und viele weitere Formate. Damit lässt sich meist der Inhalt an sich ohne Formatierung anzeigen und kopieren, selbst wenn Sie die Datei nicht mehr öffnen können. Alle Tools können Sie kostenfrei testen und zahlen auch hier nur für das Speichern.

Hex-Editor für Word-Dateien

Bei Text-Dokumenten (Word) lohnt sich ein Versuch von Hand: Die Dateien sind zwar im binären Format, aber der Text ist zusammenhängend. Mit einem Hex-Editor finden Sie den Text und können ihn kopieren. Öffnen Sie eine Word-Datei beispielsweise mit dem kostenlosen PSPad. Das Tool springt bei einer binären Datei automatisch in den Hex-Modus. Nun suchen Sie die relevanten Daten und kopieren sie. Öffnen Sie in PSPad eine neue Datei und wechseln Sie auch in den Hex-Modus (Ansicht/Hexadezimale Anzeige).

Mit einem Hex-Editor (hier PSPad) lassen sich Texte aus kaputten Dateien leicht herauskopieren. © Hersteller/Archiv
Mit einem Hex-Editor (hier PSPad) lassen sich Texte aus kaputten Dateien leicht herauskopieren.

Nun fügen Sie die kopierten Daten ein und speichern sie als Text-Datei. Eine weitere Möglichkeit, Texte aus einer binären Datei zu extrahieren, bietet die Freeware Notetab Light. Dazu ändern Sie zuerst die Einstellungen und machen ein Häkchen bei View/Options/Files/Filter Binary Code. Nun können Sie jede binäre Datei öffnen und sehen den enthaltenen Text. Bei einem Word-Dokument können das auch ein Haufen Steuerzeichen sein, aber weiter unten erscheint dann der Inhalt.

Fazit

Insgesamt ist Recuva eine sichere Wahl bei allen alltäglichen Ausversehen-Falsch-Gelöscht-Problemen. Es ist anwenderfreundlich und zeigt als eines der wenigen Tools die Original-Dateinamen an – soweit vorhanden. Am meisten gefunden haben in unserem Test letztendlich die Profi-Tools von O&O und Kroll Ontrack. Im Zweifelsfall lohnt es sich, mehrere Programme durchzuprobieren, denn das ist kostenlos. Erst wenn Sie wiedergefundene Daten auch speichern wollen, müssen Sie eine Lizenz bezahlen.

 
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