Schnellerer PC durch Virenscanner-Optimierung

Dateien auswählen

Dateien auswählen

Das Antivirus-Programmtuning in Bildern

© Archiv

Für den wöchentlichen Scan der gesamten Festplatte (und für E-Mail und Webscans) aktivieren Sie alle Optionen, um möglichst viele potenzielle Virenverstecke zu erfassen.

Standardmäßig überprüfen die meisten Virenwächter alle Dateien. Das ist die sicherste Einstellung, die aber auch am meisten Rechenleistung frisst. Denn viele der so überwachten Dateien können gar keinen ausführbaren Programmcode enthalten. Eine Ausnahme sind Exploits: Die Datei enthält manipulierte Daten, die das zugehörige Programm beim Öffnen zum Absturz bringen.

Dabei wird durch einen Trick der versteckte Programmcode in der Datei ausgeführt - und schon ist ein PC infiziert. Exploits gibt es zum Beispiel für Word- und Excel-Dokumente, PDF, Audio- und Videodateien und viele mehr. Vollständigen Schutz garantiert nur ein Update des betroffenen Programms, gegebenenfalls Windows - aber bis die Hersteller reagieren, können Wochen vergehen.

Fast alle Virenwächter bieten die Option, nicht alle Dateien zu erfassen. Dabei gibt es zwei Spielarten: Automatische Erkennung und Auswahl nach Dateityp. Den Dateityp bestimmt bei Windows die so genannte Erweiterung des Dateinamens hinter einem Punkt, also etwa bei dokument.doc das doc. In der Standardeinstellung zeigt Windows diese Erweiterung deshalb auch gar nicht an.

Der Virenwächter hat eine Liste mit Dateitypen, die er prüft. Das Risiko dabei: Ein bisher harmloser Dateityp wird durch einen neuen Exploit plötzlich zur Infektionsgefahr. Oder ein Virenprogrammierer gibt seinem Schädling absichtlich eine falsche Erweiterung, um Virenscanner zu täuschen. Deshalb aktualisieren aktuelle Virenscanner meistens die Liste der Erweiterungen mit dem normalen Online-Update.

Ein sinnvoller Mittelweg ist die automatische Erkennung des Dateityps. Dabei liest der Scanner die ersten Bytes einer Datei ein und ermittelt daraus den Typ. Denn jedes Dateiformat beginnt mit einer typischen Bytefolge. So spielen falsche oder fehlende Erweiterungen keine Rolle.

E-Mail- und Webscan

Wenn Sie den Virenwächter eingebremst haben, sollten Sie Ihr Augenmerk auf die anderen Hintergrundmodule richten. Die meisten Antivirenprogramme haben getrennte Einstellungen für die verschiedenen Module: E-Mail-Scan, Webscan für Webseiten vor der Anzeige im Browser, Überwachung von Instant Messengern etc.

Hier sollten Sie prinzipiell sämtliche Dateien prüfen lassen und auch Archive. So verhindern Sie, dass infizierte Objekte überhaupt auf Ihren PC gelangen. Die Systembelastung wächst dadurch nicht wesentlich, da nicht viele Dateien zu prüfen sind.

Das gleiche gilt auch für geplante Scans der gesamten Festplatte. Einmal die Woche sollten Sie über den Zeitplaner des Virenscanners automatisch die Festplatte durchsuchen lassen.

Speicherfresser abschalten

Gerade auf PCs mit wenig Arbeitsspeicher, also etwa 1 GByte, beeinflusst der Speicherverbrauch des Virenwächters die gefühlte Geschwindigkeit von Windows deutlich. Wenn der Wächter scannt, fordert er je nach Hersteller bis über 400 MByte Arbeitsspeicher. Hat man nur 1 GByte, bleibt nach Abzug der Windows-Forderungen kaum etwas für Programme übrig.

Dann fängt Windows an, Daten auf die langsame Festplatte auszulagern, was den Arbeitsfluss am PC beträchtlich stört. Am Speicherverbrauch des Virenscanners kann man wenig ändern. Im letzten großen Vergleichstest Anfang 2010 erwiesen sich TrendMicro, K7, BitDefender, AVG und Avira als eher sparsam, während der Spitzenreiter Kaspersky fast 500 MByte belegte.

Wer mit Arbeitsspeicher knausern muss, sollte also eher zu den ersteren Programmen greifen, mit 3 oder 4 GByte spielt der Speicherverbrauch keine große Rolle mehr.

Darüber hinaus sollte man versuchen, möglichst wenig Programme beim Autostart mit Windows hochzufahren. Für eine Liste dieser Autostart-Tools rufen Sie das Startmenü und Ausführen auf. Tragen Sie im Eingabefeld msconfig ein und bestätigen Sie mit OK.

Bei Windows 7 finden Sie das Tool über die Suchfunktion. Im Register Systemstart schalten Sie einzelne Tools ab. Welche man gefahrlos abschalten kann, stellen Sie am einfachsten mit einer Google-Recherche zum Programmnamen fest.

Mehr zum Thema

festplatte, hardware, pc, hdd
Gelöschte Dateien wiederherstellen

Wir zeigen Ihnen, wie Sie verloren geglaubte Daten retten können - etwa mit dem kostenlosen Tool Recuva.
Windows 10 Sicherheit: Symbolbild
Computer ohne Werbung

Wir zeigen, wie Sie Adware vermeiden, damit Sie sich im Anschluss an die Installation nicht mühsam entfernen müssen.
Sicherheit im Urlaub
Diebstahlschutz, offene WLANs und Co.

Diebstahlschutz für Smartphones, Schutz in offenen WLANs und Co: Worauf Sie beim Reisen achten sollten, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Facebook-Betrug mit Fake-Profilen
Gefälschte Facebook-Konten

Betrüger nutzen gefälschte Facebook-Profile, um Geld zu ergaunern. Wir zeigen, wie Sie sich und auch Ihre Facebook-Kontakte gegen die Betrugsmasche…
Festplatte Verschlüsselung
Windows

Wir vergleichen den mittlerweile eingestellten Marktführer TrueCrypt mit dem Nachfolger Veracrypt und der Alternative Bitlocker.