Ratgeber: "Grafikprogramme"

Das sind die besten 2D-Grafikprogramme

Gegen Photoshop und Co. haben es die Mitbewerber offenkundig schwer. Wir zeigen Ihnen, wo es für die Grafikgiganten noch echte Konkurrenz gibt und stellen Ihnen die besten Freeware-Alternativen vor.

  1. Das sind die besten 2D-Grafikprogramme
  2. Die besten 2D-Grafikpkprogramme Teil 2
Das sind die besten 2D-Grafikprogramme

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Das sind die besten 2D-Grafikprogramme

Photoshop: Der Platzhirsch

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owerplay: Photoshop CS6 Extended enthält erweiterte Optionen für 3D und Videoclips.

Das Programm gilt als Pseudonym für Bildbearbeitung. Seit vielen Jahren dominiert Photoshop die Bildretusche und -montage mit professionellem Anspruch.

Der Durchbruch gelang Photoshop mit Version 3, als Adobe Ebenentechnik und eine mit einem mitgelieferten Editor ansteuerbare Plug-in-Schnittstelle einführte. Bald gab es tausende kostenloser Zusatzprogramme mit tollen Effekten, noch deutlich leistungsfähigere Plug-in-Sammlungen wie die Kai's Power Tools sorgten für Furore.

Ursprünglich galt Photoshop zwar als mächtig, nicht jedoch als einfach zu bedienen. Dies hat sich bereits in den Vorversionen deutlich gebessert. Mit der grafisch wie funktionell stimmigen, grundlegend renovierten Oberfläche der kommenden CS6-Generation dürfte Photoshop auch unter anspruchsvollen Heimanwendern zulegen.

Feine Retusche-Tools

Seit Version 7 bietet Photoshop mit dem Bereichsreparatur-Pinsel, dem Reparatur-Pinsel So richtig ernst nahmen viele Profis das seit vielen Programm-Generationen mit CorelDraw gebundelte Bildretusche- und Montage-Programm Photo-Paint nie.

Dabei hat sich das Programm schon längst zum hartnäckigsten Photoshop-Verfolger gemausert; und das nicht erst nach dem Verschwinden der noch vor einigen Jahren klar überlegenen Mitbewerber Picture Publisher und dem Ausbessern-Werkzeug feine Retusche-Werkzeuge, die die Korrektur schadhafter Stellen erheblich beschleunigen. In CS5 kam mit dem inhaltssensitiven Füllen von Bereichen ein weiteres starkes Tool hinzu. Mit CS6 gestattet der Content Aware Patch eine verfeinerte Kontrolle für Bildbereiche zum Ausfüllen oder Einsetzen.

Mit Content-Aware Move lassen sich Objekte innerhalb eines Bildes wählen und in ein anderes Bildteil verschieben. Dies funktionierte bereits in der der Redaktion vorliegenden englischen Beta verblüffend gut. Auch die Algorithmen zur RAWKonvertierung hat Adobe sichtbar optimiert. Neu in Photoshop CS6 Extended sind zusätzliche 3D- und Video-Optionen.

Photo-Paint: Der ewige Zweite

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Gut aufgeräumt: Photo-Paint enthält hochwertige Filter, die sich genau einstellen lassen.

So richtig ernst nahmen viele Profis das seit vielen Programm-Generationen mit CorelDraw gebundelte Bildretusche- und Montage-Programm Photo-Paint nie.

Dabei hat sich das Programm schon längst zum hartnäckigsten Photoshop-Verfolger gemausert; und das nicht erst nach dem Verschwinden der noch vor einigen Jahren klar überlegenen Mitbewerber Picture Publisher und des - nie weit verbreiteten, aber besonders leistungsfähigen - Programms Eclipse, das sich etwa dank Proxy-Vorschau für riesige Bilddateien anbot.

Photo-Paint reagiert trotz fehlender Grafikkartenbeschleunigung insgesamt erfreulich flott. Photo-Paint unterstützt ähnlich Photoshop eine CMYK-Farbseparation und enthält viele wichtige Werkzeuge. Leider zeichnen sich längst nicht alle Werkzeuge durch eine ähnliche Präzision aus. Beispielsweise enthält zwar auch die Photo-Paint-Palette ein magnetisches Lasso, das das Freistellen stark vereinfachen würde - wenn es denn funktionieren würde.

Dies tat es in der zum Redaktionsschluss getesteten Version (noch?) nicht. Kleinere Schwächen zeigten sich auch in der Online-Dokumentation, etwa bei uneinheitlichen Bezeichungen. Ein schöner Zug ist das durchgehend vierfarbige Handbuch zur Graphics Suite.

Während Adobe seit mehreren Programmgenerationen die einst vorbildliche gedruckte Dokumentation weglässt und dafür Videotutorials und teilweise veraltete Online-Hinweise liefert, widmet Corel ein eigenes Handbuch-Kapitel den Photo-Paint-Grundlagen. Einige der Hinweise sind hier jedoch irreführend oder falsch wie "um ein mit einer Digitalkamera aufgenommenes Bild für den Druck vorzubereiten, müssen Sie die Auflösung (...) auf mindestens 300 dpi erhöhen". Richtig wäre der Hinweis auf den Qualitätsfaktor für die jeweilige Druckauflösung gewesen - 300 dpi für den Zeitungsdruck sind übertrieben.

Gimp: Besser als manches Kaufprogramm

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Reichlich umständlich ist die Oberfläche von Gimp. Die Tools überzeugen aber qualitativ.

Verblüffend mächtig ist die mit Filtern und Retusche-Tools wie dem Korrekturpinsel gut ausgestattete Freeware Gimp. Die Bedienung ist für Windows-Anwender zunächst gewöhnungsbedürftig: Gimp öffnet eine Reihe von Fenstern, in denen sich dann die eigentliche Bearbeitung abspielt. Unkonventionell ist auch die Filter-Schnittstelle.Die Stärken:

  • Gimp unterstützt viele Betriebssysteme
  • ausführliche Dokumentation
  • viele fortgeschrittene Funktionen

InDesign: Der Nachzügler

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Das Liquid-Layout erleichtert die Anpassung an unterschiedliche Ausgabe-Medien.

Mit InDesign tat sich Adobe anfangs sehr schwer gegen QuarkXPress. Der Page-Maker-Nachfolger sollte auch ursprünglich nicht noch ein neues Dateiformat einführen, sondern auf PDF basieren und modular aufgebaut sein - daraus wurde nichts.

Mit dem 1999 eingeführten Programm gelang Adobe nach Anlaufschwierigkeiten - wie fehlenden Überfüllungen oder Schwierigkeiten, die eigenen versionsgleichen Illustrator-EPSDateien korrekt auszugeben - ein großer Wurf. Zumindest in Deutschland ist InDesign längst deutlich verbreiteter als QuarkXPress. Dazu hat sicher auch die für Dritthersteller von Redaktionssystemen offenere Politik beigetragen: Für Quark gibt es nur das hauseigene Quark Publishing System, für InDesgin wetteifern mehrere Drittanbieter um die Gunst der Kunden.

Starke Suchfunktionen

Eine der InDesign-Stärken im täglichen Einsatz ist seit CS3 die GREP-Unterstützung zum flotten Suchen und Ersetzen. Auch die Vorschau ist exzellent. Fertige Projekte lassen sich wie bei QuarkXPress mit allen verwendeten Schriften und Bildern "verpacken" und in einem Ordner sichern.

Das Hauptaugenmerk in Version CS6 hat Hersteller Adobe auf die vereinfachte Ausgabe für unterschiedliche Plattformen gelegt, beispielsweise E-Books und gedruckte Magazine - bislang eine besondere Stärke von QuarkXPress. Dies gelingt nun tatsächlich deutlich leichter als zuvor. Dennoch ist das aktuelle Update enttäuschend: Weder hat es Adobe geschafft, die etwas antiquiert wirkende, schnell überladene Oberfläche an das frische neue Design der übrigen Suite-Produkte anzupasen, noch ist InDesign eine native 64-Bit-Applikation geworden.

InDesign CS6 ist insgesamt eine stabile und leistungsfähige DTP-Applikation mit feinen typografischen Möglichkeiten und Highlights wie eine Überdrucken-Vorschau.

QuarkXpress: Präzision pur

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Feintuning: Für das Zeilenraster bietet Quark- XPress unterschiedliche Einstell-Optionen.

QuarkXPress hat einen wichtigen Vorteil: Die Absatz- und Zeichenformate lassen sich auf die Funktionstasten legen, wahlweise in Verbindung mit weiteren Tasten wie Strg oder Alt. Dadurch lassen sich auch 60 und mehr unterschiedliche Formatierungen blitzschnell anwenden. Bei InDesign dagegen ist die Zuweisung über Tastaturkürzel ebenfalls möglich, diese sind jedoch nicht über die F-Tasten, sondern etwa mit Strg-Umschalt und einer Ziffer auf dem Num-Ziffernblock möglich - ein vergleichsweise "fingerbrecherisches" Unterfangen.

Insgesamt ähnelt sich der Funktionsumfang der beiden großen Kreativsatz-Programme. In beiden Programmen lassen sich beispielsweise auch aufwändige Tabellen erzeugen oder Schlagschatten fein einstellen. Praktisch ist die Möglichkeit von QuarkXPress, Excel-Tabellen so zu verknüpfen, dass sich in Excel eingegebene Werte automatisch aktualisieren.

Je nach Teilbereich hat der eine oder der andere Vertreter seine spezifischen Vorteile. Gegen QuarkXPress spricht die von den Adobe-Produkten stark abweichende Vergabe vieler Tastaturkürzel - etwa Strg-E zum Platzieren von Text. XPress liefert dafür feine Optionen wie selbst definierbare Unterschneidungstabellen, eine glänzende Unterstützung des PSDDateiformats einschließlich der Ebenen und mit Optionen wie den Job Jackets bewährte Möglichkeiten, Arbeitsabläufe produktionssicherer zu machen.

Die QuarkXPress-Oberfläche erfordert zunächst etwas Einarbeitung, ist jedoch wohldurchdacht und wirkt sehr aufgeräumt.

Besonders viele Optionen liefert XPress für die Erzeugung von E-Books. So lassen sich interaktive Inhalte für den Blio eReader direkt aus XPress erzeugen oder XPress-Layouts in standardisierte E-Books für iPad, Sony Reader, Nook und andere ausgeben.

Neu in XPress 9 sind bedingte Stile: Listen und Gliederungen erzeugen Sie mit Stilen für Aufzählung, Nummerierung und Gliederung. Tabellen lassen sich automatisch aufteilen, so dass sie sich mit wiederholten Kopf- und Fußzeilen über mehrere Seiten erstrecken, wenn sie in einem Textrahmen verankert sind.

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