Energie sparen

Das neue TV-Label

Schritt für Schritt

Wie viel Energie der ständige Kontakt der Geräte untereinander und im Verhältnis zur Außenwelt kosten darf, wird in der EU jedoch erst erarbeitet. "Ende 2013 könnten bereits Ergebnisse vorliegen", meint Ines Oehme. Zumindest sieht dies der EU-Plan vor. Bis dahin bewegt sich die Unterhaltungselektronik hier in einem Graubereich, der die Stromkasse zu Hause deutlich belasten kann.

Auch andere Energiebaustellen sind noch in Arbeit. Während die TV-Welt bereits weitgehend überschaubar ist, muss das übrige Heimkino- und Audio-Equipment noch nachziehen. Geregelt ist, dass ab 7. Januar 2013 auch hier der Standby-Betrieb 0,5 Watt ohne und ein Watt mit Statusanzeige nicht überschreiten darf.

Wie es danach weitergeht, steht in den Sternen: "Man diskutiert in der EU zwar über Höchstverbrauchswerte, doch die Produkte sind auf der Agenda weit hinten gelandet", zeigt Floris Akkerman von der Bundesanstalt für Materialforschung auf, die in den Entwicklungsprozess einbezogen ist (siehe hierzu unser Interview).

Bereits klarer ist, dass Set-Top-Boxen je nach Funktionsumfang unterschiedlich viel Energie im Betrieb für sich beanspruchen dürfen. Fünf Watt beträgt der erlaubte Grundverbrauch.

Werkelt eine Festplatte im Innern, kommen sechs Watt hinzu. Jeweils ein weiteres Watt ist erlaubt, wenn ein zweites Empfangsteil, die Entschlüsselung von Bezahlprogrammen und der Empfang von HD-Signalen integriert sind. Insgesamt dürfen die TV-Receiver die Umwelt also mit maximal 14 Watt belasten. Im Februar nächsten Jahres tritt die entsprechende Verordnung in Kraft.

Für Rekorder und Projektoren ist die weitere Entwicklung noch völlig offen. Letzere bergen viel Einsparpotenzial: Mit gemäßigten, noch absolut praxisgerechten Einstellungen lässt sich ihr Energieappetit um fast die Hälfte drosseln.

LEDs als Leuchtmittel wären der nächste Spartipp. Doch solche Heimkino-Beamer gibt es leider noch nicht.

Der Netzschalter - bald nur noch Mythos

Bis vor wenigen Jahren war ein geringer Standby-Verbrauch reine Glückssache. Manche Hersteller strebten niedrige Werte an, andere ließen ihre Geräte im Standby-Modus so viel Energie verschwenden wie im Betrieb.

Im Zuge der EU-Verordnungen und des erhöhten Verbraucherinteresses hat sich dies grundlegend geändert. Für die Umwelt zählt zwar nach wie vor jede noch so kleine Entlastung. Für den einzelnen Haushalt sind Standby-Werte, die sich bei vielen Fernsehern bereits unter 0,05 Watt Leistungsaufnahme bewegen, kaum noch der Rede wert.

Zum Vergleich: Mit 0,5 Watt fallen bei einem Kilowattstundenpreis von 25 Cent rund 91 Cent pro Jahr an. Da muss man an neueren Geräten nicht mehr unbedingt einen Netzschalter erwarten. Die anderen Heimkino-Partner sollen laut Gesetzgeber schon bald ähnliche Werte liefern.

Das neue TV-Label

Energieverbrauchskennzeichen für TVs

© Hersteller/Archiv

Das neue TV-Label

Das Energieverbrauchskennzeichen für TVs wird sich im Lauf der Zeit ein Stück weit verändern. Derzeit befinden sich alle Fernseher in der Energieeffizienzklasse A oder darunter. Erreicht ein Modell bessere Verbrauchswerte, darf sein Hersteller es in die Klasse A+ einordnen und diese auf dem Label abbilden. Gleichzeitig verschwindet die schlechteste Klasse vom Label, in diesem Fall die Klasse G. Bis zur Klasse A+++ reicht derzeit der Spielraum.

Den Stromverbrauch messen die Hersteller selbst. Dabei müssen sie bestimmte Filmsequenzen verwenden, die mit ihrem Bildhelligkeitswechsel Sendungen entsprechen, die man zu Hause anschaut. So wird berücksichtigt, dass vor allem Plasmas mit dunklen Szenen wenig, mit hellen dagegen recht viel Strom benötigen. Um den Jahresverbrauch zu errechnen, wird ein Tagesdurchschnittskonsum von vier Stunden angenommen.

Die Messergebnisse stehen in Relation zur Schirmgröße - man kann also TVs unterschiedlicher Diagonale vergleichen. Der Netzschalter erhält übrigens nur dann ein Häkchen, wenn er gut erreichbar ist.

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