Ratgeber: "Sicherheit"

Das können Sie gegen Scareware tun

Scareware sind PC-Schädlinge, die sich als Virenscanner ausgeben und mit falschen Meldungen den Anwender zum Kauf einer Lösung zum Entfernen der Gefahr bewegen. Was Sie dagegen tun können.

Scareware

© Anna Sophie Maus

Das können Sie gegen Scareware tun

Scareware bekommt man als E-Mail-Anhang oder auch durch das einfache Besuchen von bestimmten Internetseiten. Die Schädlinge gehen alle nach dem gleichen Schema vor: Zunächst erzeugt die Scareware eine Sicherheitswarnung, die in vielen Fällen sehr seriös aussieht. Anschließend soll der Anwender eine Software kaufen, um den vermeintlichen Virus zu beseitigen. Bei der Anwendung handelt es sich allerdings um keinen Virenscanner, sondern um eine gefälschte Software, die im besten Fall überhaupt nichts macht, im schlimmsten Fall den Rechner zum Absturz bringt oder Daten entwendet.

Manche Scareware-Schädlinge geben sich schon mit dem Kauf zufrieden. Andere installieren zusätzlich einen Trojaner und lesen noch Benutzerdaten aus. Danach steuern die Cyber-Kriminellen den Rechner über das Internet und nutzen diesen für Angriffe auf andere PCs oder versenden Spam. In jedem Fall ist Scareware ein Ärgernis mit finanziellen Folgen. Es gibt aber zahlreiche kostenlose Tools zum Entfernen der Schad-Software.

Wichtig: Falls Sie für Scareware bezahlt haben, sperren Sie Ihre Kreditkarte und beantragen Sie eine neue bei Ihrer Bank. Anschließend bereinigen Sie Ihren Rechner.

Windows 8 sicherer als Windows 7

Windows 8 ist bei Bedrohungen durch Scareware etwas sicherer als die Vorgänger. Im neuen Betriebssystem hat Microsoft den Windows Defender aufgebohrt. Das Bordmittel sucht jetzt auch nach Viren, Trojanern und Scareware. Dennoch lässt sich das neue Betriebssystem angreifen und Scareware platzieren.

Ratgeber: Die beste Security-Freeware

Generell gilt bei Verseuchung mit Viren und Scareware: Der sauberste Weg ist eine komplette Neuinstallation des PCs. Allerdings ist das nicht in allen Fällen möglich und ziemlich aufwendig. Wenn Sie Scareware mit Tools entfernen, kann es trotzdem passieren, dass einzelne Programme nicht mehr funktionieren, oder das Betriebssystem abstürzt. Beim Bereinigen von Computern von Viren ist das leider nicht immer vermeidbar.

Unerwünschte Software deinstallieren

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© Hersteller/Archiv

Remove Fake Antivirus entfernt Scareware, die sich auf einem Computer eingeschlichen hat.

Für das Entfernen der Programme benutzen Sie das kostenlose Revo Uninstaller . Installieren und starten Sie den Revo Uninstaller. Das Tool liest alle installierten Anwendungen im System ein. In der Übersicht im Hauptfenster sehen Sie alle gefunden Einträge für die installierten Programme. Um eine Software zu deinstallieren, klicken sie den Eintrag mit der rechten Maustaste an und wählen im Kontextmenü "Uninstall".

Hartnäckige Scareware mit Remove Fake Antivirus entfernen

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Spyot Search & Destroy sucht und findet Bedrohungen und ist Spezialist für Spyware.

Scareware lässt sich oft nicht mit herkömmlichen Tools für Deinstallation oder dem Revo Uninstaller entfernen. Die Schädlinge erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit. Ein Spezialist für Scareware ist das Programm "Remove Fake Antivirus".

Bei diesem Tool haben Sie den Vorteil, dass Sie das Programm nicht installieren, sondern es direkt ausführen können. Der Scanner erkennt die bekanntesten Scareware-Programme und entfernt diese schnell und einfach vom Rechner.

Aktuell sind etwa 80 Scareware-Programme in der Liste und der Entwickler baut das kostenlose Tool ständig aus. Sie müssen es nur starten. Den Scanvorgang beginnen Sie mit der Schaltfläche "Start". Bestätigen Sie mit "Ja" die nachfolgende Abfrage.

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Die Kaspersky-Rettungs- CD hilft beim Scannen nach Viren und anderen Bedrohungen.

Weitere Tools und Lösungen gegen digitale Bedrohungen

Die "Kaspersky Rescue CD " ist ein gutes Werkzeug, um virenverseuchte Rechner zu bereinigen oder Rechner auf Scareware zu testen. Brennen Sie sich aus der heruntergeladenen Datei eine CD, von der Sie das Rettungssystem starten.

Der Vorteil der Kaspersky-Rettungs-CD: Im Vergleich zu vielen anderen Lösungen, gibt es hier Mausunterstützung und einen integrierte Dateimanager. Durch diese Funktionen lässt sich die Rettungs-CD wesentlich leichter bedienen.

Ratgeber: Die besten Windows-Sicherheits-Tipps

Viele Schädlinge bekommen Sie auch mit der Freeware Spybot unter Kontrolle. Wählen Sie die benutzerdefinierte Installation und entfernen Sie alle Haken bei den zusätzlichen Optionen. Deaktivieren Sie die Optionen zum Schutz des Internet Explorers und von Systemeinstellungen. Diese sind für den Betrieb nicht notwendig. Starten Sie das Tool und führen Sie den Einrichtungsassistenten aus. Im ersten Schritt fertigt das Tool eine Sicherung der Registry an. In weiteren Schritten aktualisieren Sie das Tool über den Assistenten.

Nachdem die Anwendung gestartet ist, klicken Sie auf "Search & Destroy" und dann auf Überprüfen". Nach dem Scanvorgang löschen Sie die gefundenen Schädlinge mit der Schaltfläche "Markierte Probleme beheben".

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Microsoft bietet Werkzeuge für den Test auf Schädlinge an - Installation ist hier nicht notwendig.

Microsofts Tools gegen Angreifer einsetzen

Auch bei installierten Virenscanner ist es sinnvoll, den Computer in regelmäßigen Abständen mit mindestens einem, besser zwei Scannern zu testen. Microsoft stellt dazu zwei kostenlose Tools zur Verfügung, die Sie direkt starten und ohne Installation auskommen.

Das Tool zum Entfernen bösartiger Software und den Microsoft Safety Scanner laden Sie direkt bei Microsoft als ausführbare Dateien herunter. Beide Tools haben exakt die gleiche Oberfläche, bedürfen keiner Aktualisierung. Diese Scanner entfernen aber nur bekannte und aktuelle Viren und Scareware.

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