Soundcheck

Das eigene Tonststudio für 150 Euro zusammenstellen Teil 2

  1. Das eigene Tonstudio für 150 Euro zusammenstellen
  2. Das eigene Tonststudio für 150 Euro zusammenstellen Teil 2

Aufnahmeraum

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© Foto: sE Electronics

Eine Art "Sprecherkabine To Go" ist der Project Studio Reflexion Filter. Dieser Dämmschutz wird am Mikrofonstativ befestigt und kann überall mitgenommen werden. Der Preis liegt zwischen 170 und 310 Euro.

So testen Sie den Raum für Ihre Tonaufnahmen: Schließen Sie die Augen und konzentrieren sich auf Ihr Gehör. Störgeräusche fallen jetzt am besten auf. Händeklatschen verrät schnell eventuell vorhandenen Raumhall. Vorsicht bei Nebengeräuschen wie leisen Straßenlärm, tickende Uhren, oder röchelnden Heizungsanlagen. Achten Sie bei Tonaufnahmen auf die Nebengeräusche des PCs. Sinnvoll ist eine räumliche Trennung vom Aufnahmeraum.

Tipp 6: Zur behelfsmäßigen aber dennoch wirksamen Abdämmung bei Sprache und Gesang können Sie eine Art Aufnahmezelt aus dicken Wolldecken aufbauen. Das kann durchaus ein Provisorium auf gespannten Seilen sein. Auch Matratzen dämmen gut. Je schwerer das Material, umso besser werden tieffrequente Raumanteile weggedämmt.

Soll's weniger aufwändig sein, kann man zumindest eine Sprachaufnahme ganz "staubtrocken" unter einer Bettdecke aufnehmen - für den Hausgebrauch perfekt.

Abhörsituation

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© Foto: Focusrite

Die VRM-Box gestattet Mischungen per Kopfhörer, unabhängig von der Raumsituation.

Sinn und Zweck von Studiolautsprechern ist es, dass die darauf produzierte Klangmischung hinterher auf allen Lautsprechern gut klingt, egal ob es sich um einen HiFi-Lautsprecher für mehrere tausend Euro handelt oder einen kleinen Blechlautsprecher aus einem Kassettenrekorder. Ein neutrales Klangbild ist deshalb wichtig. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf der akustischen Darstellung des Mittenbereichs liegen, denn dort werden relevante Informationen wie Sprache und Gesang übermittelt.

Hifi-Lautsprecher sind ungeeignet, denn sie "schönen" oft den Klang und halten hohe Spitzenpegel in der Regel nicht aus, weil es diese in der fertig produzierten Musik nicht mehr gibt. Eine zu laut abgehörte Tonspur kann schnell durch ein paar Spitzenpegel Schaden anrichten.

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© Hersteller/Archiv

Der Sonnox Fraunhofer Pro-Codec ermöglicht das Vorhören in Echtzeit, um den Sound in verschiedenen Komprimierungen zu testen.

Auch die Raumsituation spielt mit. Im Prinzip kann man bereits in einem gedämpften Wohnraum wie einem Wohnzimmer mit Polstermöbeln eine gute Abhörsituation finden, sofern der Raum keine übermäßigen Hallanteile übermittelt. Stellen Sie die Lautsprecher jedoch nicht in die Ecke, dann klingen sie zu bass-lastig.

Gute Abhörlautsprecher, beispielsweise von KRK, gibt es bereits ab 200 Euro pro Stück.

Tipp: Kein Geld für Studiolautsprecher? Dann kontrollieren Sie die fertige Tonmischung in mehreren unterschiedlichen Raumsituationen und mit verschiedenen Lautsprechern sowie Software-Encodierungen.

Profi-Tipps für perfekte Tonaufnahmen

Toningenieur Pit Floss hat Musikaufnahmen für viele bekannte Künstler gemacht, darunter Leo Sayer, Angelo Branduardi, LaBionda. Er verrät seine Lieblings-Tricks:

  • Störgeräusche vermeiden
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© Foto: Michael Hiebel

Toningenieur Pit Floss hat hier am Solid State Digitalmischpult im Münchner Weryton Studio mit berühmten Künstlern Musikaufnahmen realisiert.

Grundsätzlich gilt bei allen Tonaufnahmen: Je weniger Störgeräusche, umso besser. Auch mit den besten Plug-ins lassen sich viele nervende Störungen oft nicht vollständig entfernen oder hinterlassen unschöne Nebeneffekte.

Vermeiden Sie Hallanteile in der Aufzeichnung. Hall lässt sich zwar in der Nachbearbeitung einfach hinzugeben - die Entfernung ist allerdings nur sehr schwer möglich.

  • Filter verwenden

Ein Popfilter vor dem Mikrofon schirmt tieffrequente Nebengeräusche ab.

Benutzen Sie im Studio eine flexible Mikrofonhalterung, zum Absorbieren störender Bodenresonanzen. Alternativ hilft auch Schaumgummi unter den Stativfüßen.

Sprach- und Gesangsaufnahmen sind meist stark komprimiert, um professionell zu klingen. Schneiden Sie vor der Komprimierung die Atemgeräusche heraus, sonst klingen diese lauter als vorher.

  • Windgeräusche meiden

Hauptproblem bei Liveton im Freien sind Windgeräusche. Selbst ein leichter Luftzug ist ausreichend, um die Mikrofonkapsel anzuregen. Verwenden Sie daher einen Korbwindschutz, bei starkem Luftzug einen zusätzlichen Muff.

Reduzieren Sie zu laute Nebengeräusche in der Nachbearbeitung durch Wegfiltern einzelner Frequenzbereiche oder durch einen Noise Print.

  • Musikinstrumente: Line-Eingang hilft
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© Foto: ChessBase/Avanquest

Das Programm Avanquest Ludwig erstellt automatisch fertige Arrangements zu Ihren Melodien. Der Verkaufspreis liegt bei 49,99 Euro.

Bevorzugen Sie Musikinstrumente mit Line-Ausgang oder eingebautem Tonabnehmer. Damit entfallen sofort eventuelle Probleme mit Raumsituation oder Mikrofon.

Zur Aufnahme einer E-Gitarre verwenden Sie ein Digital-Interface mit einem hochohmigen Gitarreneingang. Den entsprechenden Gitarrensound wie eine verzerrte Heavy-Metal-Gitarre erzeugen Sie per Gitarrenverstärker-Plug-in hinterher im Rechner.

  • Saiteninstrumente: Ein Mikro reicht

Für Saiteninstrumente wie Akustik-Gitarre oder Streichinstrumente genügt ein Mikrofon. Für Aufnahmen von Klavier oder Schlagzeug gehen Sie besser ins Studio - oder nehmen Sie Sound-Samples.

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