Im Fokus: Öko-Label

Das Effizienz-Logo

Sparen nach dem Kauf

Das Effizienz-Logo erspart es einem nicht, sich auch nach dem Kauf Gedanken über seine TV-Nutzung zu machen. Das gilt sogar für die einfachen Bildeinstellungen: Wer von den Pre-Sets des Heim-Modus abweicht, verändert den Energiebedarf des Fernsehers ebenfalls. So bieten die Hersteller nach der Installation verführerische Bilddarstellungsvarianten wie "Lebhaft" oder "Hell" an.

Sobald die Farben aber bunter wirken und der Bildschirm wunderbar leuchtet, verlangt er nach sehr viel mehr Energie. Der Mehrverbrauch kann dann ohne Weiteres eine Energieklasse des Öko-Labels ausmachen.

Besonders tückisch sind solche, fürs normale Fernsehen an sich gar nicht notwendigen Energiefresser-Einstellungen, wenn man auch am Tag bei Sonnenlicht fernsieht. Um einen besseren Kontrast zu erhalten, stellt man den Schirm verständlicherweise heller. Wer die Neujustierung bis zum Abend aber vergessen hat, verliert Geld. Worauf Sie daher achten sollten: Fast alle Markenhersteller bieten inzwischen einen Lichtsensor an. Er analysiert das Raumlicht und passt die Helligkeit des Schirms automatisch der im Zimmer an.

Die Technik hat jedoch einen Pferdefuß: Reguliert die Elektronik nicht einwandfrei und übertreibt es mit dem Kontrast beim Nachjustieren, kann es zu störenden Überzeichnungen kommen. Oder es wird untertrieben und das Bild wirkt zu flau.

Hiergegen hat Toshiba als bislang einziger TV-Anbieter das geeignete Mittel gefunden: In den Menüs des Japaners, ausgenommen die der Einstiegsserien, lässt sich komfortabel für jede Raumhelligkeitsstufe festlegen, in welchem Maß sich der Schirm kontraststärker einstellen soll. Das erfordert bei der Installation zwar ein wenig Arbeit und Ausprobieren, lohnt sich jedoch im Dienste des Energiesparens.

Energie sparen - aber ehrlich bleiben

Der Umwelt zuliebe sollte man auch die Voreinstellungen im Menü ausprobieren, die von den Herstellern zum Beispiel mit "Öko" oder "Energie sparen" tituliert sind. Sie unterschreiten den Energiebedarf des Heim-Modus unter Umständen nochmals, was die Umwelt und den Geldbeutel weiter schont. Solche Pre-Sets können aber zulasten der Qualität gehen: Ein allzu dunkles Bild wirkt nicht nur matt, sondern es gehen auch Details innerhalb dunkler Schattierungen verloren.

So bleibt zu hoffen, dass solche Energiespar-Auswüchse künftig die Ausnahme sind. Die Gefahr besteht jedoch, dass TV-Anbieter zu heftig an der Helligkeitsschraube drehen, um in entsprechende Energieeffizienz-Klassen aufzuschließen.

Stromzähler

© Video Homevision

Stromzähler

Das erforderliche Panel-Licht macht den weitaus größten Teil des Energiebedarfs aus - es liegt also nahe, es kräftig zu drosseln. Geschieht dies im Heim-Modus über Gebühr, verschlechtert sich die Bildqualität. Justiert man eigenhändig wieder heller, opfert man die Aussagekraft des Labels. Das wäre alles andere als im Sinne der Umwelt.

Um dem entgegenzusteuern, wird Video-HomeVision auch in Zukunft den Stromverbrauch erst nach der Optimierung des TV-Schirms für die Heimkino-Praxis messen. Sollten die jeweiligen Fernseher dabei in eine Energieklasse rutschen, die nicht der Angabe des Herstellers entspricht, erfahren Sie dies als unsere Leser zuverlässig. In diesem Sinne werden wir auch das heiß diskutierte Energie-Effizienz-Label genau unter die Lupe nehmen.

Energie-Historie

Auf den Zahn gefühlt: Video-HomeVision hat die neuesten Strommessungen mit denen früherer Tests verglichen. Die Tabelle zeigt, dass sich die Fernseher in ihrer Entwicklung am meisten ins Zeug gelegt haben. Aber auch die Blu-ray-Player konnten aufholen. Set-Top-Boxen verzeichnen kaum eine Entwicklung, wobei Entgleisungen wie von Topfield inzwischen eher selten sind. Durchgehend recht hoch sind die Standby-Werte der Boxen.

Download: Tabelle

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