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Schläge aus dem Netz
Cyber-Mobbing
Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule kann den Opfern schweren psychischen und körperlichen Schaden zufügen. Die Täter sind bekannt, das Opfer kann sich zumeist wehren. Was aber, wenn die Angriffe verdeckt aus der Anonymität des
Internets kommen?
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Sie traute ihren Augen nicht, als sie das Video auf Youtube entdeckte. Da räkelt sich eine nackte Frau auf einem Bett, doch das Gesicht der Frau ist eindeutig das der Betrachterin. So erging es einer Lehrerin in England, ihre Schüler hatten das Video manipuliert und anschließend ins Internet gestellt.
Einem Lehrer wird während des Unterrichts von einem Schüler hinterrücks die Hose heruntergezogen, der Übergriff mit einem Handy gefilmt und anschließend im Internet veröffentlicht. Jugendliche hänseln und beleidigen ihre Mitschüler immer wieder in Chatrooms und Foren. Tag für Tag.
Was im ersten Moment unterhaltsam klingt, ist für die Opfer der Übergriffe demütigend und schockierend. Cyber-Mobbing wird diese neue Art der Beleidigung genannt. Anders als Mobbing, bei dem sich Opfer und Täter meist kennen, bezeichnet das „Cyber-Mobbing“ oder auch „Cyberbullying“ Schikanen in der Anonymität des Netzes.
Moderne Kommunikationsmittelwie Internet oder Handys spielen eine wesentliche Rolle beim Cyber-Mobbing. Dabei werden die Menschen durch Bloßstellung im Internet, permanente Belästigung via Anruf, SMS und E-Mail oder durch Verbreitung von falschen Behauptungen in Chatrooms oder Foren schikaniert.
Weitreichender sind Bloßstellungen auf prominenten Seiten wie Youtube oder MySpace, Web 2.0 erleichtert die Möglichkeiten noch. Einzelne Mobbinghandlungen können für sich genommen harmloswirken. Ein Opfer ist geneigt, eine beleidigende E-Mail zu löschen und nicht weiter darüber nachzudenken. Ihre erdrückende Gewalt entwickelt Mobbing erst über einen längeren Zeitraum.
Schüler gegen Schüler
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„Den Tätern fehlt
jegliche Kompetenz
für Medienwirkungen.“
NAYLA FAWZI
Institut für Publizistik
der Universität Mainz
„Den Tätern fehlt
jegliche Kompetenz
für Medienwirkungen.“
NAYLA FAWZI
Institut für Publizistik
der Universität Mainz
Zur Verbreitung von Cyber-Mobbing gibt es bisher nur wenige Untersuchungen. Eine Befragung des Zentrums für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau (Zepf) in Zusammenarbeit mit dem Online-Portal Seitenstark () von annähernd 2000 Schülern sollte im vergangenen Jahr neue Erkenntnisse liefern.
Und tatsächlich: Die Wissenschaftler um Professor Reinhold Jäger stellten fest, dass Cyber-Mobbing in Schulen bereits sehr weit verbreitet ist. Ganze 20 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal Opfer geworden zu sein. Anders als bei der Beleidigung von Lehrern greifen Schüler dabei überwiegend zu direkten Kommunikationsmitteln wie E-Mail, Chat, Instant Messaging Systemen oder auch Handys, um immer wieder und mit voller Absicht andere zu verletzen oder ihnen Angst zu machen.
„Was auf der Ebene des direkten Mobbing geht, kann auch auf der Ebene neuer Medien geschehen“, beschreibt Professor Reinhold Jäger die neuen Möglichkeiten. „Es geschieht nichts weiter, als neue Formen der Kommunikation einzusetzen, um damit in einem virtuellen Raum andere anzugehen.“
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Nayla Fawzi am Institut für Publizistik der Universität Mainz. Im Rahmen ihrer Magisterarbeit untersucht sie die Auswirkungen von Cyber-Mobbing auf die Opfer.
In mehreren Befragungen hat sie festgestellt, dass die Opfer besonders unter der großflächigen Öffentlichkeit leiden, die neue Plattformen wie Youtube oder My-Space schaffen: „Besonders auffallend sind die Auswirkungen der Öffentlichkeit auf die Opfer: Sie entwickeln große Ängste, fühlen sich geschmäht. Sie haben keine Kontrolle darüber, wer von dem Vorfall alles mitbekommen hat und verrennen sich in ihrer Panik und in ihren Vorstellungen“.
Cyber-Mobbing
Wurden Sie schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing?
| Ja, leider. | 31.4% |
| Nein, zum Glück nicht. | 68.6% |
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