Neue Hardware

Computer günstig aufrüsten

So rüsten Sie Ihren PC mit einigen neuen Komponenten und moderatem finanziellen Aufwand schnell auf und machen ihn so fit für die nächsten Jahre.

Computer aufrüsten - so geht's

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Computer aufrüsten - so geht's

Ein schon in die Jahre gekommener PC gehört heute keineswegs unbedingt zum alten Eisen - jedenfalls nicht komplett. Wir zeigen wie Sie Ihren Computer kostengünstig aufrüsten.

Schon einige neue Hardware-Komponenten wie mehr Speicher oder eine SSD machen auch ältere Rechner spürbar schneller, ohne dass man seinen Geldbeutel zu sehr belasten muss. Auch vielen Rechnern mit Windows XP können die folgenden Upgrade-Tipps noch zu einem zweiten Leben mit einem neuen Betriebssystem verhelfen.

Tipp 1: Rüsten sie den Speicher auf

Einen älteren Rechner mit vier GByte Arbeitsspeicher oder noch mehr zu bestücken, ist technisch  kein Problem. Denn Prozessoren mit der dafür nötigen 64-Bit-Unterstützung gibt es bei AMD mit dem Athlon 64 seit 2003, Intel hat 2004 mit dem Pentium 4 "Prescott" nachgezogen. Und moderne Betriebssysteme wie Windows 7 oder 8.1 in der 64-Bit-Version können Speicher jenseits der vier GByte problemlos adressieren.

Die meisten Speichercontroller in Mainboard-Chipsätzen bzw. bei neueren Rechnern im Prozessor verfügen über zwei Speicherkanäle. RAM-Module sollten daher immer paarweise und verteilt auf die beiden Speicherkanäle eingebaut werden, das bringt etwas mehr Leistung.

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Eine moderne SSD benötigt einen schnellen SATA-III-Controller mit 6GByte/s. Preis: ab zirka 35 Euro.

Tipp 2: SSD nur mit schnellem SATA-Controller kombinieren

Der Einbau einer SSD bringt mit einem moderaten technischen und finanziellen Aufwand eine erhebliche Leistungssteigerung. Die Chipsätze älterer Mainboards enthalten aber oft noch keine SATA-Controller mit einer Datenrate von sechs GBit/s. Intel hat ihn erst Anfang 2011 in den Chipsätzen der Serie 6 integriert, AMD schon neun Monate früher mit dem 890GX.

Wenn nicht schon ein zusätzlicher SATA-III-Controller auf dem Mainboard vorhanden ist, dann sollten Sie in eine PCI-Express-Karte mit 6-GBit-SATA-Controller investieren, um die Leistung einer modernen SSD auch komplett ausschöpfen zu können.

Der dafür nötige PCIe-x1-Steckplatz muss auf dem Mainboard natürlich vorhanden sein. Derartige Controller mit zwei internen SATA-Ports kosten etwa 35 Euro. Zudem ist für die Montage der SSD in aller Regel noch ein Adapter für einen 3,5-Zoll-Festplatteneinschub notwendig, da ältere Gehäuse noch nicht über die notwendigen 2,5-Zoll-Einschübe verfügen.

Tipp 3: USB 3.0 sinnvoll nachrüsten

Für einen schnellen Datentransfer auf eine externe Festplatte oder gar SSD führt an USB 3.0 kein Weg vorbei. Denn USB 2.0 ist mit einer Transferrate von 480 MBit/s. schon für moderne SATA-HDDs zu langsam, von SSDs ganz zu schweigen. Über USB 3.0 sind die Daten dagegen mit fünf GBit/s. unterwegs, netto werden etwa 300 MByte/s. übertragen. Allerdings findet man USB-3.0-Controller erst seit etwa 2010 auf Mainboards integriert, zunächst als Zusatzchip, später dann integriert in den Chipsätzen von AMD und schließlich auch bei Intel.

USB-3.0-Schnittstellen können aber problemlos per PCI-Express-Karte nachgerüstet werden, ein PCIe-x1-Steckplatz reicht hier aus. Eine weitere Voraussetzung ist die zusätzliche Stromversorgung der Controller-Karte durch das PC-Netzteil, passende Adapterkabel liegen den Controllern meist bei. Einfache Controller mit zwei Ports kosten etwa 10 Euro, komfortablere Modelle mit einem Laufwerkseinschub etwa 30 Euro.

Will man gleichzeitig SATA mit 6 GBit/s und USB 3.0 nachrüsten, dann kann man prinzipiell auch zu einer Kombikarte mit beiden Chips an Bord greifen. Diese Karten benötigen aber wenigstens einen PCIe-x4-Steckplatz und sind teilweise sogar teurer als zwei getrennte Controller-Karten. Die Asus U3S6 läuft nur mit bestimmten Mainboards. Bei der DeLock 89299 ist der SATA-Controller nicht bootfähig. Beide Karten sind mit 35 Euro verlockend günstig.

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Für alte Mainboards mit Sockel AM2 kann man immer noch neue AMD-Prozessoren kaufen.

Tipp 4: Neue Grafikkarte

Eine neue Grafikkarte ist nur sinnvoll, wenn die verwendete CPU für die angepeilten Spiele stark genug ist. Die Grenze kann man hier etwa beim Intel 2 Quad und dem AMD Phenom ziehen. Ein guter Partner für schwächere und ältere CPUs sind die aktuellen Mittelklassekarten mit AMDs Radeon R9 270, die etwa 150 Euro kosten.

Spiele, die AMDs eigene 3D-API Mantle unterstützen laufen hier auf schwächeren Systemen deutlich flotter als auf GeForce-Karten mit Direct3D oder OpenGL. Mit DirectX 12 will auch Microsoft für eine bessere 3D-Performance mit niedrigeren Hardwareanforderungen sorgen. Davon werden dann auch Grafikkarten mit Nvidia-GPU profitieren.

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Aktuelle Grafikkarten laufen auch in den PCIe-2.0-Steckplätzen älterer Boards ohne Einschränkungen.

Tipp 5: Sinnvolles CPU-Upgrade

Seit der Einführung der Core-i-Prozessoren 2008 wechselt Intel mit jeder zweiten Prozessorgeneration auch den Sockel. Das schränkt die Möglichkeit von CPU-Upgrades natürlich erheblich ein. Ein Upgrade auf jeweils nächste Prozessorgeneration mit demselben Sockel, etwa von Sandy Bridge auf Ivy Bridge, ist nur sinnvoll, wenn gleichzeitig auch auf eine höhere Prozessorklasse gewechselt wird. Ein Beispiel wäre der Wechsel von einem Core i3 auf einen Core i5 oder Core i7, beide mit Sockel 1155.

Der Tausch eines Sandy-Bridge-Core-i5 gegen seinen direkten Ivy-Bridge-Nachfolger bringt dagegen maximal zehn Prozent mehr Rechenleistung und ist damit den Aufwand nicht wert. AMD hat dagegen lange Zeit auf die Abwärtskompatibilität der CPUs geachtet: In den AM3-Prozessoren steckt zusätzlich noch ein DDR2-Controller. Sie lassen sich daher auf allen AM2+-Platinen und sogar auf etlichen AM2-Mainboards einsetzen.

Allerdings sind die noch neu erhältlichen AM3-CPUs wie der Athlon II oder der Phenom II eher Einsteigerprozessorten und langsamer als ein älterer Phenom mit vier Kernen.

Sie sind daher nur als Ersatz für einen älterern Sempron oder Athlon 64 X2 zu empfehlen. Der Phenom II "Callisto" ist eigentlich ein Quad-Core-Prozessor mit zwei deaktivierten Cores. Allerdings klappt das Freischalten der ungenutzten Kerne über das Mainboard-BIOS nur selten.

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