Silverstripe: Mächtiges CMS mit leichter Anwendung

CMS-Serie: Silverstripe 2.3.3 vorgestellt

Open-Source-CMS sind leider oft sehr komplex. Denn die Entwicklung kostenloser Software wird erst durch kommerzielle Projekte im Midrange- und Enterprise-Level profitabel. Doch Silverstripe kann auch anders.

Content-Management-Systeme

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Silverstripe ist nach dem australischen Schmetterling Large Silverstripe benannt, und steht quasi für ein leichtfüßiges Wesen. Es ist ein mächtiges und modernes CMS mit einem gelungenen MVC-Framework (Model-View-Controller).Der PHP- und MySQL-Unterbau von Silverstripe stellt sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal dar. Silverstripe will das Bedürfnis nach einem einfachen aber dennoch leistungsfähigen CMS erfüllen, das sich ohne eine ausgewachsene IT-Abteilung betreiben lässt.Als Neuzugang hat Silverstripe eine deutlich kleinere Anwenderbasis als alteingesessene CMS-Platzhirsche. Das hat auch einige Vorteile, denn Silverstripe muss nicht, wie bei vielen anderen CMS üblich, alten Ballast antiquarischer Module und längst hinfälligen Code mitschleppen, um die Kompatibilität breit gefächerter Web-Anwendungen zu älteren Versionen zu gewährleisten.

Als die Version 2.0 in Februar 2007 veröffentlicht wurde, hat das Entwicklerteam beschlossen, Silverstripe 2.0 nicht mehr kommerziell anzubieten, sondern unter die liberale BSD-Lizenz zu stellen. Daraufhin wurde Silverstripe auch prompt ein GSOC-(Google Summer of Code)-Projekt des Jahres, was dem Programm sehr gut bekommen ist.

Durchdachter Funktionsumfang

Silverstripe glänzt mit praxisnaher Rechtevergabe und einer intelligenten Benutzerverwaltung, kommt mit einem Formular-Wizard daher, bietet auch ein Newsletter-System und beherrscht nicht zuletzt Versionierung und Staging. Das Workflowsystem ist einfach aber durchaus effizient, Menüs lassen sich sogar in Echtzeit erstellen. Zudem unterstützt das System OpenID, wickelt das Reporting graphisch ab, kann auch Dokumente und Bilder effizient verwalten und implementiert Kommentarfunktionen, die im Übrigen das Auswerten von Spam umfassen.

Wo es so viel Licht gibt, gibt es - wie zu erwarten - auch Schatten, denn der PHP- und MySQL-Unterbau bringt je nach Version und Art der Implementieung mögliche Sicherheitsrisiken mit sich, von CSRF (Cross Site Request Forgery) über SQL-Injections bis hin zu XSS (Cross Site Scripting) und derlei mehr.

Anders als viele andere CMS, die oft mit unzähligen Sicherheitslücken daherkommen, hat sich das Silverstripe-Team bei der Installationsroutine Mühe gegeben, denn Schreibzugriffe werden nur im Verzeichnis assets benötigt. Außerdem wird PHP nur ab der Version 5.02 unterstützt; die Entwickler empfehlen ausdrücklich den Einsatz von PHP ab der Version 5.2. Davon könnten sich andere CMS die sprichwörtliche Scheibe abschneiden.

Anwender in redaktionellen Umgebungen dürften vor allem Silverstripes Fähigkeiten zur Bearbeitung von Webseiten begrüßen. Web-Programmierer unter den Silverstripe-Anwendern hingegen interessieren sich für den Motor, der in der CMS-Engine werkelt: das MVC-Framework. Silverstripes MCV-Framework kam - neben seinen SEO-Eigenschaften und verbesserter Usability - als Folge des Google Summer of Code-Projektes des Jahres 2007 hinzu und hat Silverstripe merklich aufgewertet.

Einfach übersichtlich?

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Silverstripe sei etwas simpel gehalten, denn die übersichtliche Benutzeroberfläche enthüllt die verfügbare Funktionalität erst schrittweise. Oft wird gerade bei CMS Leistungsfähigkeit mit Komplexität verwechselt und Benutzerfreundlichkeit als Nachteil empfunden. Übermäßige Komplexität führt bei Benutzern zu unnötiger Frustration. Silverstripe-Entwicklern gelang es, dies zu verhindern.

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Das Erstellen einer neuen Webseite in Silverstripe geschieht mit wenigen Mausklicks.

Sie legten den Schwerpunkt auf die wesentlichen CMS-Komponenten, die für nicht übermäßig komplexe Aufgaben geeignet sein sollten. Dank des MVC-Konzeptes lassen sich Silverstripe-Erweiterungen in PHP relativ einfach programmieren, was die steigende Anzahl von Silverstripe-Entwicklern und -Anwendern beweist. Dennoch ist die Silverstripe-Gemeinde überschaubar und die Anzahl verfügbarer Module - zumindest im Vergleich zu CMS-Platzhirschen - eher gering.

Bei den etablierten CMS, für die es meist eine schiere Flut von Modulen gibt, geht die Funktionalität meistens zulasten der Sicherheit. Auch ist die einfache Installation oft leider an mangelnde Sicherheit gekoppelt. Silverstripe beweist, dass eine verständliche Installation nicht mit schwacher Sicherheit erkauft werden muss. Wem der standardmäßig verfügbare Funktionsumfang ausreicht, ist mit Silverstripe sehr gut bedient.

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