
Club Penguin - Ein Netzwerk für die Kleinsten
Wenn die Kleinsten die Weiten des Internets für sich entdecken, kann das bei den Eltern zu Recht Stirnrunzeln verursachen. Erotik-Seiten poppen schneller auf, als man klicken kann, und ein "Jetzt Kaufen"-Button kann unerwünschte Folgen haben. Vom Surfen abhalten lassen sich selbst die Kleinsten längst nicht mehr, was beim Stichwort Medienkompetenz auch gar nicht erstrebenswert wäre. Wie also den Mittelweg finden zwischen Verbot und unkontrolliertem Zugang? Seit November gibt es mit "Club Penguin" auch in Deutschland eine Lösung. Die Online-Community von Disney für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren kombiniert höchste Sicherheit mit einem virtuellen Spielplatz, bevölkert mit watschelnden Pinguin-Avatars.
Als Randerscheinung kann man "Club Penguin" nicht mehr bezeichnen: Insgesamt melden sich laut Angaben der Macher durchschnittlich rund 3.000 neue Nutzer pro Tag an. Was die Funktionen betrifft, bildet "Club Penguin" eine Schnittmenge mit bereits bestehenden Kommunikationsplattformen wie Facebook, Twitter oder myspace. Der Online-Spielplatz bietet neben kreativen Einzel- und Gruppenspielen auch herkömmliche Funktionen wie Chat und Blog. Ein kurzer Vergleich mit Facebook und Co. zeigt, dass die Online-Community auf die Bedürfnisse jüngerer Nutzer zugeschnitten ist.
In drei wesentlichen Punkten unterscheidet sich "Club Penguin" von anderen sozialen Netzwerken: Kontrolle, Angemessenheit des Inhalts und Sicherheit. Erstens besteht bei Facebook und Co. kaum die Möglichkeit für die Eltern, die Online-Aktivitäten ihrer Kinder zu kontrollieren, einzuschränken oder zu überwachen. Bei "Club Penguin" dagegen erfolgt die Anmeldung über das Email-Konto der Eltern, was denen ermöglicht, die Sicherheitseinstellungen anzupassen. Auch eine Begrenzung der Surfzeit des Sprösslings lässt sich festlegen. Dabei kann sowohl die gesamte Spielzeit pro Tag festgelegt werden als auch die Zeiten, zu denen gespielt werden darf.
Ein weiterer Punkt ist die Angemessenheit des Inhalts, die bei den etablierten Plattformen nicht garantiert werden kann. Unangebrachte Kommentare anderer Nutzer sind beispielsweise kaum vermeidbar. Daher ist vor allem die Chatfunktion auf der Pinguin-Insel stärker reglementiert als auf Facebook und ähnlichen Seiten. Hier gibt es zwei verschiedene Optionen, angepasst an die jeweilige Altersstufe. Für jüngere Nutzer eignet sich die Variante, bei der sich kein individueller Text verfassen lässt, sondern lediglich vorgefertigte Bausteine wie Grußformeln oder Tätigkeiten ausgewählt werden können. Auf Chat-Stufe zwei darf dann selbst geschrieben werden. Allerdings sorgt eine Wortfiltertechnologie in Echtzeit dafür, dass vulgäre oder anderweitig unangebrachte Äußerungen gar nicht erst angezeigt werden. Mit dem Notrufbutton lässt sich außerdem ein ausgebildeter Moderator alarmieren.
Ein Netzwerk für die Kleinsten
1 von 10Durch die Münzen, die bei gewonnenen Spielen das virtuelle Konto füllen, kann man seinem Pinguin zum Beispiel neue Klamotten in der Boutique besorgen.
© The Walt Disney CompanyUnangemessener Inhalt erreicht Kinder in Erwachsenennetzwerken auch über Werbung. Links auf externe Seiten etwa bringen jüngere Nutzer mit nicht kindgerechtem Inhalt in Berührung. Bei "Club Penguin" gibt es daher keinerlei Werbung von Drittanbietern. Finanziert wird die Community stattdessen durch die Beiträge der Premiummitglieder. Die Kosten für eine solche erweiterte Mitgliedschaft betragen monatlich fünf Euro, die Basismitgliedschaft ist kostenlos.
Das gravierendste Problem bei den meisten sozialen Netzwerken ist im Hinblick auf den Jugendschutz das Thema Sicherheit. Schnell werden persönliche Daten preisgegeben, was - wie die Vergangenheit gezeigt hat - auch kriminellen Missbrauch zur Folgen haben kann. Die Disney-Community weist ihre Nutzer schon bei der Anmeldung darauf hin, beim Erstellen des eigenen Pinguins niemals den echten Namen zu benutzen und auch später im Chat keine persönlichen Daten wie Alter, Wohnort oder Telefonnummer preiszugeben. Außerdem werden die Kinder ermutigt, in Situationen, in denen sie sich unwohl fühlen, die Eltern oder andere Erziehungsberechtigte zu benachrichtigen.
Diese durchdachten Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen brachten "Club Penguin" einen Platz auf der Whitelist von "fragFINN" ein, einer vom Bundesfamilienministerium geförderten Seite, die kindgerechtes Surfen im Internet sicherstellen soll. Das Listing bei "fragFINN" erfolgt anhand von Kriterien, die durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag festgelegt sind, darunter Datenschutz und Überprüfung nutzergenerierten Inhalts. Somit kann "Club Penguin" durchaus als sinnvolle und vor allem sichere Internet-Plattform für Kinder eingestuft werden, und die Eltern können sich ruhigen Gewissens für eine Weile zurückziehen.
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