TV ohne Grenzen

CI-Datenstrom

DRM-TV mit CI+ und HD+

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Frisch erschienen: Die CI+-CAMs für Kabel Deutschland (links) und HD+ (rechts; mit Karte).

Den Inhalteanbietern ist die fehlende Kontrolle bei CI ein Dorn im Auge, und auch die Tatsache, dass sich ein CI-Datenstrom "mithören" lässt, führte zur Einführung von CI+ - ohne die Absegnung des DVB-Konsortiums. Bei CI+ lässt sich eine Aufnahme gänzlich verbieten oder ihre Speicherungszeit reduzieren, auch zeitversetztes Fernsehen kann unterbunden oder begrenzt werden.

Aufnahmen werden mit Schlüsseln des Recorders kodiert, sodass sie sich nicht in einem anderen Gerät wiedergeben lassen, die Karte mit dem Receiver "verheiratet". Auch soll sich nicht mehr als eine Sendung entschlüsseln lassen, TwinTuner sind damit nutzlos. Und kompromittierte Geräte lassen sich über ein Trust Center beim Anwender außer Betrieb setzen.

Kabel Deutschland bietet seit wenigen Wochen ein CI+-Modul an, das NDS-Karten entgegennimmt und nur in Receivern mit CI+-Schnittstelle einwandfrei funktioniert - Sender, die ein Kopierschutzflag mitsenden, bleiben bei CI-1.0-Emfängern schwarz.

Sky funktioniert noch nicht über CI+ - entsprechende CI+-CAM sind jedoch angekündigt. Für HD+ gibt es seit wenigen Tagen ein CI+-Modul. Astras HD-Bezahlfernsehen für das Porfolio der RTL- und ProSiebenSat.1-Gruppe schränkt das Aufnahmevergnügen weiter ein: Hier kann auch das Vorspulen (z.B. bei Werbung) unterbunden werden, was auch bereits zum von RTL HD & Co. eingesetzt wird.

Da CI+ die Vorspul-Einschränkung nicht unterstützt, kann man mit dem offiziellen CI+-CAM für HD+-Aufnahmen nur maximal 90 Minuten behalten. So wird der Festplattenreceiver zum Timeshift-Puffer degradiert, Archivierungen sind nicht möglich. Ein CI-Modul ohne Plus ist in Vorbereitung, soll aber nur mit bestimmten Receivern nach einem Firmware-Update funktionieren.

HD+ (und natürlich CI+) stoßen natürlich auch bei Hardware-Herstellern von PC-Empfangslösungen auf Widerstand. Man hofft hier, wie damals bei der Entavio-Plattform, auf einen Flop und dass der Kunde wie bei DRM-Musik Widerstand zeigt. Eine PC-Lösung mit CI+-/HD+-Unterstützung gibt es nicht und ist auch nicht angekündigt, zumal auch im Windows Media Center softwareseitig (noch) noch nicht die entsprechende Restriktionsmechanismen implementiert worden sind.

Schrumpfkur fürs Aufnahme-Archiv

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Mal mit und mal ohne Füllbytes: Links der Metropolis-Ausschnitt vor, rechts nach der MKV-Umverpackung - der Unterschied in der Bitrate ist klar zu erkennen.

"Das Erste HD", "ZDF HD" und "Arte HD" strahlen ihr Programm nicht in 1080er-Auflösung aus, sondern "nur" in 720p, dafür aber mit 50 Vollbildern, nicht mit 50 Halbbildern wie die "Sky"-Programme, "Servus TV" und "Anixe HD". Wird bei den Öffentlich-Rechtlichen ein Spielfilm ausgestrahlt, der ja nur aus 25 Bildern/s und nicht 50 Bildern/s besteht, muss jedes Bild doppelt kodiert und ausgestrahlt werden.

Leider sind die Encoder der öffentlich-rechtlichen Sender so schlecht eingestellt, dass nicht die Bildqualität gesteigert, sondern der Datenstrom mit Nullen aufgefüllt wird - dadurch bleibt die Datenrate weiterhin fast konstant bei 13 MBit/s.

Verwendet man das Tool mkvmerge GUI aus dem MKVToolnix-Paket von http://www.bunkus.org/videotools/mkvtoolnix und erstellt aus den vorher mit dem tsMuxeR (www.smlabs.net) extrahierten Video- und dem Audio-Datenströmen einer Aufnahme eine MKV-Datei, ist die resultierende MKV-Datei gerade einmal halb so groß! Zudem zeigt sich bei der Analyse mit dem Bitrate Viewer von www.winhoros.de/docs/bitrate-viewer, dass die Videodatenrate dann alles andere als nahezu konstant ist -wenn auch auf niedrigerem Niveau.

Bei der Ausstrahlung von "Metropolis" von Arte HD kam man so von 17 GByte Aufnahmegröße auf rund 7 GByte MKV-Größe kommen - nur durch "Umverpacken" und "Säubern" der Daten. Bei "echtem" 50p-Material funktioniert dieses Verfahren erwartungsgemäß nicht so gut.

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