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Ratgeber Browser Chrome, Firefox und IE10 Vergleich

Internet Explorer 10, Chrome oder Firefox - Welcher ist der beste, schnellste und sicherste Browser? Unser Vergleich verrät es Ihnen.

Chrome, Firefox und IE10 Vergleich © Hersteller/Archiv
Chrome, Firefox und IE10 Vergleich

Wenn Ende Oktober das neue Windows 8 erscheint kommt auch der neue Internet Explorer 10. Er ist fest ins System integriert. Doch kann er Forefox und Chrome im Vergleich um Sicherheit, Schnelligkeit und Handhabung hinter sich lassen? Wir haben den Test gemacht.

Internet Explorer 10 und Touch

Microsoft rückt mit Windows 8 die Touch-Oberfläche in den Mittelpunkt des Bedienkonzepts, was für PC-Anwender ungewohnt und oft auch zuviel verlangt ist.

Wenn der Anwender den IE 10 über die entsprechende Metro-Kachel startet, so öffnet sich die zuletzt verwendete Webseite im Vollbild-Modus, unabhängig von der eingestellten Startseite in den Internet-Optionen. Am unteren Rand liegt die Adressleiste mit wenigen Buttons: Zurück, Neu laden, Anpinnen, Einstellungen, Vor. Dabei liegen Zurück und Vor links und rechts am Bildschirmrand, was bei der Touch-Bedienung mit der Hand praktisch ist, am PC aber unnötig weite Mauswege verursacht.

Auch diese Leiste verschwindet beim Surfen und lässt sich nur mit einem Klick der linken Maustaste wieder holen. Dann erscheint oben eine zweite Leiste mit den geöffneten Tabs. Hier lassen sich neue Tabs einfügen, auch anonymisierte mit InPrivate, bei denen der Browser keine Daten in History oder Cookies speichert.

Webmaster Pro analysiert seit Jahren die Verbreitung der verschiedenen Browser-Versionen im deutschsprachigen Netz (hier: September 2012). © Hersteller/Archiv
Webmaster Pro analysiert seit Jahren die Verbreitung der verschiedenen Browser-Versionen im deutschsprachigen Netz (hier: September 2012).

Die Favoriten sind versteckt. Mit einem Klick in die Adressleiste erscheinen sie als kleine Kacheln. Das ist für ein paar wenige Lesezeichen sinnvoll, bei mehr als fünf bis zehn – je nach Bildschirmbreite – passen sie nicht mehr hin und der IE schiebt sie nach rechts aus der Sicht. Der Anwender kann hinterherscrollen, aber das macht keinen Spaß.

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Die Einstellungen verfügen über wenige Optionen: "Auf der Seite suchen" oder "Zu folgender App wechseln", wenn eine entsprechende App vorhanden ist, zum Beispiel für die Suchmaschine Bing. Eine Einstellung weist auf eine weitere Besonderheit des IE 10 hin: "Auf dem Desktop anzeigen". Denn dann öffnet die IE-Kachel den Zwillingsbruder IE-Fenster auf dem altgewohnten Windows-Desktop. Metro verschwindet und der Anwender kennt sich wieder aus.

Internet Explorer mit zwei Oberflächen

Den IE gibt es also zweimal bei Windows 8. Genau genommen sind es zwei Oberflächen, die auf den Kern des IE zugreifen. Diese sind aber durchaus eigenständig bedienbar und lassen sich parallel betreiben. Die weitreichenden Einstellungen in den Internetoptionen sind nur über die Desktop-Variante erreichbar, gelten aber weitgehend für beide Oberflächen. Sperrt der Anwender beispielsweise Cookies, so gilt das für beide Zwillinge.

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Der IE 10 ist tief im System verankert, tiefer als je zuvor. Der Grund: Er verarbeitet und "präsentiert" auch die aktiven Apps auf der Metro-Oberfläche, die unter JavaScript laufen. Dementsprechend gibt es den IE 10 derzeit nur für Windows 8 und Server 2012. Er gibt ihn auch nicht als Einzel-Download, sondern nur als festen Bestandteil des OS. Der Anwender muss also Windows 8 installieren, dann ist der IE 10 mit dabei. Die letzte Version für Windows 7 war Internet Explorer 10 Platform Preview Build 2 (Juni 2011). Allerdings sollen eigenständige Versionen für Windows 7 und Server 2008 R2 demnächst folgen.

Flash-Kompatibilität

Zwiespältig ist auch der Umgang mit den weitverbreiteten Flash-Animationen. Die Desktop-Variante spielt Flash in vollem Umfang ab. Beim Kachel-Browser ist Flash jedoch auf gewisse Funktionen reduziert, die die Performance – nach Meinung von Microsoft – nicht stören.

Der neue Internet Explorer 10 zeigt Verlauf und Favoriten als Kacheln am unteren Bildrand.
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© Hersteller/Archiv
Der neue Internet Explorer 10 zeigt Verlauf und Favoriten als Kacheln am unteren Bildrand.

Seiten, die Flash für die Metro-Oberfläche anbieten wollen, müssen von Microsoft auf eine Kompatibilitätsliste gesetzt sein, die täglich im Browser aktualisiert wird. Dabei prüft Microsoft beispielsweise, ob die Animation benutzerfreundlich ist und sich auch auf Touch-Oberflächen gut bedienen lässt.

Wenn der Kachel-IE auf eine Flash-Seite trifft, die nicht auf der Liste steht, so springt er automatisch in den Desktop-Modus und zeigt die Seite dort an, inklusive der vollen Flash- Unterstützung. Andere Plug-ins oder Add-ons gibt es für Metro-IE nicht. Auf Flash konnte Microsoft jedoch nicht verzichten: "weil einige populäre Webseiten Adobe Flash erfordern und keine HTML-5-Alternative bieten.", heißt es im IE-Blog.

Donot-Track-Funktion

Seit ein paar Browser-Versionen gibt es die Donot-Track-Funktion (DNT). Haben die Anwender sie aktiviert, so übermittelt der Browser eine spezielle Information (den DNT-Header) an alle besuchten Webseiten, dass der Anwender nicht möchte, dass sein Nutzerverhalten mit Cookies etc. verfolgt wird. Das können die Webseiten-Betreiber natürlich ignorieren, aber eine Reihe großer Werbenetze, unter anderem die von Google, Yahoo, Microsoft oder Amazon, haben sich gegenüber der amerikanischen Handelsaufsicht verpflichtet, sich an DNT zu halten.

Auch die letzte Alpha-Version des Firefox zeigt eine große Button-Leiste am unteren Bildschirmrand, die für mobile Nutzung optimiert ist.
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Auch die letzte Alpha-Version des Firefox zeigt eine große Button-Leiste am unteren Bildschirmrand, die für mobile Nutzung optimiert ist.

Andernfalls hat die US-Handelsaufsicht damit gedroht, selbst Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre der Internetanwender zu ergreifen. Teil dieser Einigung ist, dass die Browser DNT nicht voreingestellt haben. Das war eine Bedingung der Werbenetze für die Zustimmung. Infolge dessen sieht der entsprechende, allerdings noch nicht endgültig verabschiedete W3C-Standard vor, dass DNT standardmäßig deaktiviert ist.

Microsoft hat im IE 10 nun diese Einstellung standardmäßig aktiviert, was erst einmal positiv für die Anwender zu werten ist – aber nur auf den ersten Blick. Denn der Browser ist damit nicht mehr standardkonfom und die Werbenetze könnten ihn ignorieren. Bislang ist das noch nicht geschehen. Microsoft ist aber in die Kritik geraten, das ganze DNT-System zu gefährden. Der Konzern scheint das jedoch zu riskieren, denn die Firma hat verkündet, es bei der Voreinstellung zu belassen.

Browservergleich

Im Geschwindigkeitstest ergab sich das Problem, dass der IE 10 nur unter Windows 8 läuft, der IE 9 hingegen nicht unter Windows 8. Wir konnten daher alle Browser auf dem neuen Windows testen, nur nicht den IE 9. Erwartungsgemäß hat die Kombination IE 10/Windows 8 ihre Performance gegenüber IE 9/Windows 7 deutlich verbessert.

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Leider scheitert der IE 10 am Peacekeeper-Test von Futuremark , dem einzigen Geschwindigkeitstest, der nicht von einem Browser-Hersteller selbst kommt. Außerdem ist Peacekeeper der umfassendste Test und durch seine Simulationen an nächsten an der Web-Wirklichkeit. Chrome ist hier mit deutlichem Abstand vorne (2773 Punkte), gefolgt von Opera (2056). Firefox ist nicht wirklich auf der Höhe der Zeit (1609 Punkte), während der IE 9 (1326) und auch Safari (1399) noch deutlicher schwächeln.

Dromaeo von Mozilla und Sunspider von Apple testen in erster Linie die JavaScript-Geschwindigkeit. Bei Sunspider zeigt der IE 10 deutliche Gewinne gegenüber dem Vorgänger. Benötigte der IE 9 noch 448 ms, so braucht IE 10 nur 191 ms, bzw. 211 ms in der Metro-Oberfläche. Das ist der schnellste Wert im gesamten Vergleich.

Auch bei Dromaeo schneidet der IE 10 deutlich besser ab: 268 Durchläufe (Metro) gegenüber 218 beim IE 9. Firefox liegt beim Mozilla-Test erwartungsgemäß mit deutlichem Abstand vorne. Safari und Chrome (beide basieren auf Webkit) hingegen stürzten während des Tests ab und sogar der aktuelle Firefox meldet einen Fehler. Das alles hinterlässt Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Dromaeo.

Auch beim Standard-Test für HTML 5 hat sich der Internet Explorer von 138 auf 398 (von 500 möglichen) Punkten deutlich verbessert. Damit rückt er deutlich an die traditionell sehr standardfesten Chrome (427) und Opera (412) heran. Aber keiner der Browser beherrscht HTML 5 umfassend.

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Bislang ist der neue Standard vom W3C auch noch nicht endgültig verabschiedet worden, allerdings in einem sehr weit entwickelten Stadium. Die Browser-Hersteller sind eingebunden. Den Acid-3-Test für CSS 3 schaffen dafür inzwischen alle Browser, so richtig ruckelfrei und flüssig, wie es sein sollte, allerdings keiner. Opera 12.50 Beta kommt dem noch am nächsten.

Fazit

Der neue IE 10 macht technisch einen deutlichen Fortschritt, und Microsoft erreicht damit, sowohl was die Geschwindigkeit als auch die Standardfestigkeit anbelangt, die oberen Etagen des Browser-Himmels. Er ist schnell und modern. Chrome und Opera beweisen, dass sie immer wieder die Nase vorne haben, während Firefox und noch mehr Safari schwächeln.

 
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