Hifi-Kabel für die Zukunft: HDMI-, DiiVA, Displayport und Co.

Chinas Alternative: DiiVA

Chinas Alternative: DiiVA

Panasonic Z1

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Bisherige WirelessHD-Geräte wie etwa die letztjährigen Plasma-TVs der Z1-Serie von Panasonic funken HD-Bilder und Töne noch mit WirelessHD Version 1.1. Aber schon dieses Jahr soll es Version 1.2 geben, die wie HDMI 1.4a Datenübertragung und 3D-Videos unterstützt.

Das Digital Interactive Interface for Video and Audio (DiiVA) aus China ist noch jünger. Derzeit wird die erste Version des Standards in Geräten für den chinesischen Markt entwickelt. Im zweiten Halbjahr sollen dort erste DiiVA-Komponenten auf den Markt kommen. Ab 2011 wollen die DiiVA-Macher ihre Schnittstelle auch in den USA und Europa etablieren.

Die technischen Eigenschaften klingen verlockend: DiiVA verbindet alle denkbaren Audio-Video-Geräte über Netzwerkkabel miteinander. Die Verbindung erfolgt nicht von jedem Zuspieler direkt zum AV-Receiver oder TV, sondern per "Daisy Chaining": Die Geräte hängen dabei hintereinander an einem DiiVA-Bus und jede Komponente besitzt einen Ein- und einen Ausgang für das Datenkabel.

Die DiiVA-Verbindung besteht aus je einer Datenleitung für die drei Video-Komponenten RGB oder YUV sowie eine kombinierte Leitung für Audio- und Netzwerk-Daten.

Neben Netzwerk-Zugriffen soll der DiiVA-Datenkanal auch die gemeinsame Nutzung von USB-Anschlüssen zwischen verschiedenen Geräten unterstützen. Per DiiVA sollen sich Strecken von über 25 Metern Länge überbrücken lassen.

Aber wie will sich DiiVA gegen die etablierte HDMI-Verbindung auf dem Markt durchsetzen? Das lässt sich frühestens in einigen Jahren sagen. Denn neben guter Technik braucht eine Schnittstelle auch Hersteller, die sie einsetzen. Ende 2009 tauchten zwar neben den chinesischen auch einige japanische und koreanische Hersteller wie Sony, Samsung, LG, Panasonic und Sharp auf der Liste der DiiVA-Unterstützer auf.

Das bedeutet aber noch nicht, dass sie DiiVA-Geräte nach Europa liefern wollen. Im Augenblick dürften sie eher versuchen, sich einen Platz auf dem chinesischen Markt zu sichern. Dort soll DiiVA schließlich debütieren.

Funk-Alternativen: ohne Kabel geht es auch

HDMI Kabel

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Seit der HDMI-Version 1.4 gibt es drei verschieden große HDMI-Stecker und -Buchsen. Der neue HDMI-Micro-Anschluss soll vor allem an Digitalkameras und Handys zum Einsatz kommen.

Erst im letzten Jahr stellten mehrere Hersteller Funk-Alternativen zum HDMI-Kabel vor. Philips bot beispielsweise ein Wireless-HDMI-Set aus Sender und Empfänger an, das HD-Videos bis zu 25 Meter weit durch die Luft und sogar von Raum zu Raum schickt.

LG und Panasonic statteten ihre 2009er-TV-Topmodelle mit der WirelessHD-Technik aus, die HD-Bild- und HD-Tonsignale innerhalb eines Raumes funkt. Die Crux: Beide Techniken boten 2009 mehr oder weniger verlustfreie Übertragungsvarianten der aktuellen HDMI-Technik.

Doch mit HDMI 1.4a kommen diese Funkstandards nicht mit: Für 3D-Videofunk etwa fehlt bislang die Datenrate. WirelessHD hat allerdings bereits nachgelegt: Der Chip-Hersteller SiBeam zeigte auf der CES im Januar 2010 einige Prototypen neuer WirelessHD-Komponenten, die auch 3D-Bilder und einen Datenkanal durch die Luft schicken.

USB, WLAN, Bluetooth & Co. als Video-Verbindung?

Doch auch die reinen Daten-Schnittstellen entwickeln sich weiter. USB 3.0 etwa erlaubt Datenraten von bis zu 3,2 Gigabit pro Sekunde und kann ebenfalls Audio- und Video-Daten übertragen. Im Wohnzimmer wird aber auch das neue USB zur Verbindung von Mobilgeräten oder Festplatten mit TV-Geräten und Set-Top-Boxen eingesetzt.

Für Bildschirm-Anschlüsse eignet sich USB weniger: Die serielle Datenübertragung in zwei Richtungen garantiert keine feste Datenrate. Ähnliches gilt für die neuen Versionen von Firewire (S3200) und der Festplatten-Schnittstelle eSATA. Ihre Datenstruktur ist nicht auf bestimmte Bildauflösungen oder Audio-Formate ausgerichtet, sondern auf eine möglichst schnelle Übertragung großer Datenpakete.

Das gilt auch für heutige und künftige WLAN-Varianten: Sie regeln den Datenverkehr zwischen verschiedenen Geräten im Heimnetzwerk. Dank schneller WLAN-Techniken wie dem Standard 802.11n lassen sich so auch HD-Videos per Funk vom Computer auf einen Empfänger im Wohnzimmer beamen.

Als Schnittstelle vom Zuspieler zum Display taugt das Funk-Netzwerk aber nur mit spezieller Hardware. Und generell muss das WLAN seine Datenrate auf alle Geräte im Netz verteilen. Bei viel Datenverkehr kann der Bildschirm dabei schon mal schwarz bleiben.

In etwa zwei Jahren soll die WLAN-Technik um den Standard 802.11ad erweitert werden. Er funkt über kurze Strecken im selben Frequenzband wie WirelessHD und könnte der drahtlosen HDMI-Variante so Konkurrenz machen.

In der Standardisierungsphase gab es aber bisher eher Gespräche über die friedliche Koexistenz der beiden Funktechniken. Die WLAN-Erweiterung soll überwiegend Rohdaten austauschen, während WirelessHD Audio- und Video-Daten zum Bildschirm beamt.

Selbst der Kurzstrecken-Datenfunk Bluetooth könnte künftig im Konzert der Video-Übertragung mitmischen. Die 2009 verabschiedete Version 3.0 soll Datenraten bis 24 Mbit/s unterstützen. Doch auch Bluetooth ist nicht darauf ausgelegt, seine Datenrate konstant zu liefern.

Die Übertragung von Video-Dateien, etwa vom Camcorder zum Festplatten-Rekorder, klappt so prima. Für die Wiedergabe von Videos auf dem TV-Schirm sind dagegen Standards wie die Spezialversionen von HDMI & Co. besser geeignet.

Welcher AV-Multimedia-Standard wird sich langfristig durchsetzen? Die wichtigsten Vertreter der Konsortien im Gespräch & Problemlöser für HD-Verbindungen im Überblick...

Daten-Schnittstellen USB 2.0 USB 3.0 eSATA , SATA (6 Gbit/s) Firewire S3200 DiiVA 1.1
Einführung 2002 2008 07.01.09 2008 2010
Maximale Datenrate 480 Mbps (nutzbar ca. 320 Mbps) Bis 4,8 Gbps 6 Gbps bis 3,2 Gbps 13,5 Gbps
Vorgesehen für Video-Übertragung ja, Dateiübertragung z.B. vom Camcorder zum PC/DVD-Recorder ja, Dateiübertragung z.B. vom Camcorder zum PC/DVD-Recorder nein ja, Dateiübertragung z.B. vom Camcorder zum PC /DVD-Rekorder > 1920 x 1080 p / 60 Hz
Vorgesehen für Monitorverbindung nur mit Spezial-Hardware nur mit Spezial-Hardware nein nein ja
Haupt-Einsatzzweck verbindet PC mit Peripherie-geräten / Massenspeicher verbindet PC mit Peripherie-geräten / Massenspeicher Verbindung von PC zu externer Festplatte verbindet Massenspeicher /Zuspieler mit dem Computer k.A.
Datenleitungen 1 2 (eine pro Übetragungsrichtung) 2 (eine pro Übertragungsrichtung) 2 (eine pro Übertragungsrichtung) 8 x PCM, Dolby Digital, -Plus, TrueHD, DTS-HD
Maximal spezifizierte Kabellänge ca. 5 Meter ca. 5 Meter 2 Meter 4,5 Meter ja / ja

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