Feuerfest im Web

Carbonite und Mozy sowie Backup-Strategien

  1. Online-Backup: Rettung im Web
  2. Live Mesh, Humyo und Treamdrive
  3. Carbonite und Mozy sowie Backup-Strategien

Mit allem Drum und Dran

Recht präsent im deutschen Markt ist der amerikanische Anbieter Carbonite, der 49,95 Euro im Jahr pro Computer kostet. Dafür bekommt der Kunde ein unbegrenztes Online-Backup. Wie bei Mesh installiert der Anwender ein kleines Tool, das Änderungen im Hintergrund verfolgt. Dann legt er fest, welche Dateien er gesichert haben möchte. Orte wie die Eigenen Dateien sichert das Tool standardmäßig, weitere fügt der Anwender hinzu, indem er die entsprechenden Ordner mit der rechten Maus anklickt. Im Kontextmenü finden sich die Carbonite-Funktionen. Beim Widerherstellen kann er auf verschiedene, bis zu neunzig Tage alte Versionen seiner Dateien zurückgreifen, sodass intakte Vorgänger von korrupten Dateien auf den Rechner zurückgeholt werden können. Die Daten lassen sich auch auf einem anderen Rechner wieder herstellen, falls das Original kaputt ist.

Carbonite legt die Dateien verschlüsselt ab, allerdings liegen die Schlüssel standardmäßig auf dem Server. Wer verhindern will, dass der Anbieter mitliest, kann bei der Installation bestimmen, dass er die Schlüssel selbst verwalten möchte. Das ist durchaus sinnvoll, aber auch riskant. Die Schlüssel sollten nie auf dem Rechner liegen, der gesichert werden soll. Eine Lösung ist, sie auf eine DVD zu brennen. Carbonite setzt veraltete Schlüssel (DES) ein, die zwar in den meisten Fällen sicher sind, aber größer angelegten Angriffen nicht Stand halten. Für private Daten ist das ok, für Firmengeheimnisse, die Server stehen in den USA, aber ungeeignet.

Online-Backup

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Wenn der Computer verloren ist, greift der Anwender bei Mozy über das Web auf seine gesicherten Dateien zu, um sie auf dem neuen Rechner wieder herzustellen.

Ebenfalls an Privatanwender richtet sich Mozy mit ähnlichem Funktionsumfang. Zwei Gigabyte sind kostenlos, unbegrenzter Speicher kostet 54 Dollar (zirka 40 Euro). Der Vorteil von Mozy ist, dass der Anwender eigene sichere AES-Schlüssel für die Verschlüsselung einsetzen kann, Nachteil: Der Dienst bietet keine älteren Versionen der Daten an. Es gibt eine Reihe von weiteren Diensten, die meisten richten sich aber an Firmen, weshalb sie deutlich kostspieliger sind, aber höhere Ausfallgarantien bieten. So ein Dienst wäre für Coppolas Lebenswerk sicher die richtige Lösung gewesen.

Backup-Strategien

Die erste Frage, die sich der Anwender stellen muss, ist, ob er einen einfachen Abgleich wünscht oder einen chronologischen mit mehreren Versionen. Eine einfacher Abgleich entspricht einer Synchronisierung, das heißt das Backup entspricht immer genau dem Datenbestand. Vorteil: Es geht einfach und oft im Hintergrund. Nachteil: Auch kaputte Dateien werden im Backup überschrieben und die Daten sind verloren.

Backup altert mitWer sich also entscheidet, ein Backup mit mehreren Versionen anzulegen, verwendet am besten das Großvater-Vater-Sohn-System. Das geht so: Täglich wird ein Sohn-Backup angelegt, wöchentlich ein Vater-Backup und monatlich ein Großvater-Backup. Der Rhythmus lässt sich natürlich variieren. Innerhalb eines Zyklus verwendet der Anwender immer ein neues Medium und überschreibt dieses erst mit dem nächsten Zyklus. Das geht so: Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag wird ein Sohn-Backup angelegt und jeweils aufgehoben. Freitag kommt das Vater-Backup. Montag wieder Sohn, wobei die Medien der Vorwoche überschrieben werden. Der Anwender braucht also vier Medien für den Sohn-Zyklus.

Für den Vater-Zyklus benötigt er ebenfalls vier Medien, weil der Monat fünf Freitage beinhalten kann. Am letzen Freitag im Monat ist dann immer die Großvatersicherung fällig. Im Jahr fallen also zwölf Großväter an, insgesamt zwanzig Medien. Innerhalb eines Zyklus reichen inkrementelle Backups - das erste ist ein Vollbackup, die folgenden speichern nur die Änderungen.

Bei Online-Backups ist das Netz das Medium, in diesem Fall löscht der Anwender die überflüssig gewordenen Dateien.

Online-Backup im Überblick

  • Handgemacht: Der Anwender macht selbst ein Backup (zum Beispiel als Zip-Datei), verschlüsselt es und lädt es auf einen beliebigen Online-Server. Es kommen Google Mail, GMX, ein Webserver, Rapidshare, Humyo oder für Fotos einfach Flickr in Frage. Für kleinere Datenmengen ist das völlig ausreichend.
  • Synchronisation: Ein Tool hält die Daten mit einem Online-Ordner synchron. Entsprechende Dienste oft mit Zusatzfunktionen gibt es von Live Mesh, Humyo oder TeamDrive.
  • Online-Backup-Dienst: Der Dienst erstellt systematische Backups von bestimmten Bereichen des PCs und überwacht die angegebenen Ordner auf Änderungen. Außerdem bietet er verschiedene Versionen der Dateien an. Das ist die bequemste Lösung für ein Backup im Netz, dafür aber kostenpflichtig.
  • Sicherheit: Der Anwender sollte alle Anbieter prüfen, ob die Daten verschlüsselt übertragen und abgelegt werden, wer den Schlüssel dazu hat und wer Zugriff auf die Daten bekommt. Im Zweifelsfall selbst verschlüsseln und erst dann speichern. Ferner sollte er herausfinden, welche Ausfallgarantien der Dienst offeriert.

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