Scharf, schärfer, HD

Camcorder der neuen HD-Generation

Das PAL-Fernsehbild hat in absehbarer Zeit ausgespielt und wird durch das hochauflösende HDTV ersetzt. Eine ähnliche Entwicklung gibt es auf dem Sektor der Camcorder. Längst gibt es kleine, handliche Geräte, die hochaufgelöste Videos liefern. Von uns erfahren Sie alles zu dieser neuen Geräteklasse.

Camcorder der neuen HD-Generation

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Camcorder der neuen HD-Generation

Wenn Sie sich in nächster Zeit einen Camcorder zulegen wollen, greifen Sie nicht zu den PAL-Auslaufmodellen, so sehr die Aufnahmequalität auch angepriesen wird. Setzen Sie zukunftssicher auf die Videonorm des 21. Jahrhunderts, die HD-Technik. Zugegeben, die Anschaffung kommt Sie zwei- bis dreifach so teuer wie bei einer PAL-Kamera, aber man investiert damit in die Zukunft. Außerdem sind die Kameras abwärtskompatibel, im Kameramenü kann man auch auf das PAL-Format wechseln.

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Diese Sanyo-Kamera speichert 720p-Filme auf SD-Karten mit einem Speicher bis zu 4 GByte.

Mit den Aufnahmen eines HD-Camcorders lassen sich auch die neuen Fernsehgeräte mit dem Logo "HDready" oder "FullHD" endlich einmal ausreizen. Denn das Fernsehprogramm bietet zwar in den meisten Fällen das 16:9-Format, aber Beiträge in HD-Qualität sind bis auf wenige Ausnahmen noch eine Seltenheit.

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Immer mehr HD-Camcorder arbeiten wie dieses JVC-Modell mit einer integrierten Festplatte.

Was bedeutet eigentlich HDTV?

HDTV bedeutet High Definition Television. Dieses Format ist ein weltweiter digitaler TV-Standard, mit dem wesentlich schärfere Konturen, brillante Farben und eine ungeahnte Tiefenschärfe erreicht werden. Im Vergleich zum herkömmlichen PAL-Standard hat HDTV eine bis zu fünfmal so hohe Auflösung. Es werden Feinheiten sichtbar, die man bislang nicht sehen konnte. Während man beim Fernsehen im PAL-Standard das Gefühl hat, Bilder nur aus der Ferne zu sehen, besticht HDTV durch einen regelrechten Live-Charakter – als ob man am Geschehen auf dem Bildschirm teilnimmt. Außerdem unterstützt HDTV die menschlichen Sehgewohnheiten, weil es ausschließlich auf das 16:9-Format setzt, bei Spielfilmen verschwinden die störenden schwarzen Balken, die man vom 4:3-Format her kennt. Und mit der Übertragung des Tons in 5.1.-Dolby-Digital steht dem absoluten Filmgenuss nichts mehr im Wege.

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Hier wird das 1.080i-Format auf die schnellere SDHC-Speicherkarte (Klasse 6) überspielt.

Fernsehgeräte mit "HD ready"– oder "Full HD 1.080" sind auf die neue Wiedergabenorm vorbereitet. Beim Kauf sollten Sie dennoch in den technischen Daten auf die mögliche Auflösung achten. Ein Full-HDFernseher muss mindestens eine Auflösung von 1.920x1.080 bieten, um alle HD-Signale 1:1 wiedergeben zu können. Diese Signale können von Fernsehanstalten ausgestrahlt, über spezielle HD-fähige Videoplayer eingespeist oder von HD-tauglichen Videokameras übertragen werden.

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Auch Mini-DV-Bänder eignen sich als Speicher für HD-Formate, wie dises Canon-Modell zeigt.

Die Camcorder der neuen HD-Generation

Trotz des neuen, technisch sehr anspruchsvollen HD-Film-Formats haben sich die Gehäuse der HD-Camcorder, verglichen mit den PAL-Vorgängern, kaum geändert. Sie sind klein, robust, die Gehäuseform ist dem jeweiligen Speichermedium angepasst. Je kleiner das Speichermedium, desto geringer ist das Gehäusevolumen.

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HD-Kameras nutzen ebenfalls 8-mm-DVDs als Speicher, hier ein Beispiel von Panasonic.

Die Gehäuse der Kameras, die auf Magnetband oder direkt auf DVD-Rohlinge speichern, sind in der Regel etwas größer als die von Camcordern, die die Aufnahmen auf Speicherkarten oder Mini-Festplatten schreiben. Insgesamt gesehen sind aber alle Kameratypen sehr handlich und mit einer Hand gut zu bedienen. Eins haben alle HD-Camcorder gemeinsam: Der Vorschaumonitor ist wegen des 16:9-Formats in die Breite gewachsen.

Neben den Speichermedien gibt es beim HD-Format zwei unterschiedliche Bildauflösungen, 720p und 1.080i. Der Laie wird kaum einen Unterschied erkennen, lediglich bei großen HD-Bildschirmen vermittelt das 1.080i-Format einen besseren Eindruck, weil hier die Dichte der Bildpunkte sehr groß ist und nicht interpoliert werden muss. Das 720er-Format hingegen wird bei großen Displays in der Regel künstlich vergrößert.

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Merkmale der aktuellen Fernsehnormen

Speichermedien für HD-Camcorder

HD-Camcorder arbeiten mit den unterschiedlichsten Speichermedien. Für einen 10-Minuten-HD-Clip in voller Auflösung benötigt man einen Speicherplatz von ca. 1 GByte. Diesen Speicherbedarf sollten Sie bei einer Kaufentscheidung berücksichtigen. Bei Speicherkarten und Mini-DVDs erhält man recht beschränkte Aufnahmekapazitäten, zurzeit max. 8 GByte mit einer SDHCSpeicherkarte oder 2,6 GByte bei einer Mini-DL-DVD mit einem Durchmesser von 8 mm.

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Speichermedien

Hier lassen sich zwar die Medien schnell tauschen, aber für längere Ausflüge ohne Upload-Gelegenheit muss man immer eine Tasche voll Medien dabei haben. Komfortabler sind da schon die Camcorder mit interner Festplatte. Hier reichen die Kapazitäten bisher für 100 GByte, wie bei der HDR-SR8E von Sony.

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Übersicht: Aktuelle HD-Camcorder mit Mini-DV-Band oder Festplatte

Mini-DV-Bänder ermöglichen Aufnahmezeiten im Normalmodus von 60 Minuten, 90 Minuten sind es im LongPlay-Verfahren. Das ist oft länger als eine Akku-Ladung reicht. Der Nachteil von Bändern ist, dass man die Filme in Echtzeit auf den PC übertragen muss, also etwa 60 Minuten warten muss. Speicherkarten, Festplatten und auch DVDs speichern die Filmsequenzen in einzelne Dateien, die sich per Drag&Drop auf den PC ziehen lassen, was viel Zeit spart.

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Übersicht: Aktuelle HD-Camcorder mit Mini-DVD (8 MM) oder Festplatte

Bei Speicherkarten ist das SD-Karten-Format für äquivalente HD-Camcorder üblich. Allerdings sind die normalen SD-Speicherkarten Ihrer Digitalkamera kaum für den großen Datenfluss, den der HD-Standard beansprucht, geeignet. Für HD-Camcorder sollten Sie SDHC-Karten verwenden. Diese erlauben einen schnellen Datenfluss und es gibt sie in den entsprechenden Größen von 4 oder 8 GByte

Beim normalen SD-Standard ist bei 4 GByte die Obergrenze der Speicherkapazität erreicht. SDHC-Karten gibt es in drei Geschwindigkeitsklassen, Klasse 2 mit 2 MByte/s, Klasse 4 mit 4 MByte/s und die Klasse 6 mit 6 MByte/s. Für HDAufnahmen ist die Klasse 6 zu bevorzugen.

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Aktuelle HD-Camcorder mit Speicherkarten, Memorysticks und Festplatte

Abspielen der Aufnahmen vom HD-Camcorder

HD-Filmmaterial lässt sich am Fernseher oder dem PC-Monitor betrachten.

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HD am PC ist nur mit HDSoftware-Playern möglich.

Die einfachste Möglichkeit ist die, die HDKamera mit den in der Regel beiliegenden Kabeln direkt an den PC oder den Fernseher anzuschließen. Die beste Variante ist die Wiedergabe an einem HD-fähigen Fernseher per HDMI-Kabel. Hier sind kaum Qualitätsverluste festzustellen. Besitzt Ihr HDFernseher keinen HDMI-Anschluss, können Sie je nach Ausstattung der Kamera und den Schnittstellen am TV einen analogen Komponentenanschluss, den S-Video(Y/C)- oder einen normalen Videoanschluss nutzen. Optimal ist eine HDMI-zu-HDMI-Verbindung, bei allen anderen Varianten nutzen Sie nicht die volle HD-Qualität.

Hier ein wichtiger Hinweis, der auch für die folgenden Übertragungsmodi gilt: Schließen Sie die Kamera immer mit dem beiliegenden Netzteil an die Steckdose an. So vermeiden Sie Spontanabstürze bei leeren Akkus und eventuelle Defekte an der Kamera oder am Filmmaterial.

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HD über TV ist nur mit der HDMI-Verbindung verlustfrei möglich, da keine Signalverluste entstehen.

Für die Übertragung zum PC sind in der Regel USB-2.0- oder Firewire-Verbindungen vorgesehen. Allerdings sollten Sie beachten, dass Ihr PC für eine Wiedergabe von HD-Material bestimmte Anforderungen erfüllen sollte. Weiterhin benötigen Sie einen HD-fähigen Software-Player. Diese gibt es als kommerzielle Ware, beispielsweise den PowerDVD Ultra von CyberLink oder WinDVD8 Platinum von InterVideo Ulead.

Eine dritte Variante bieten HD- oder Blueray- Brenner nebst kompatiblen Brennprogrammen. Die produzierten Scheiben lassen sich auf speziellen HD- oder Blue-ray-fähigen Playern abspielen, die jedoch ebenso wie die Brenner noch recht teuer sind.

HD-Material bearbeiten

Nach der Filmaufnahme ist es sinnvoll, die gedrehten Szenen am PC zu bearbeiten. Bisher gab es sehr wenige HD-fähige Filmbearbeitungs- Software. Das liegt daran, dass trotz einheitlicher HD-Auflösung jeder Kamerahersteller eigene Dateiformate verwendet. Bei Sanyo endet die Filmdatei beispielsweise auf *.MP4, Sony und Panasonic liefern mit ihrem AVCHD-Standard Dateien mit der Endung *.m2ts. HD erweitert somit den unsinnigen Video-Formate- und Codec- Sumpf um weitere Kandidaten. Bisher war man in der Regel ausschließlich auf die beiliegende Software angewiesen, die jedoch oft magere Ergebnisse lieferte.

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HD-Schnitt-Software bietet viele Überblendeffekte und lässt sich in der Regel einfach mit der Maus und Drag&Drop bedienen.

Mittlerweile ziehen die Software-Hersteller nach und bringen erste gute Versionen von HD-Filmbearbeitungen und Konvertierungs- Tools auf den Markt. Dazu zählen beispielsweise die umfangreiche HD-Suite "Video deluxe Plus" von Magix sowie das "Videostudio 10 Plus" der Firma Ulead. Weiterhin gibt es das Pinnacle Studio 11, das VegasMovie Studio+DVD Platinum von Sony und einige andere mehr.

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Mindestanforderungen an einen HD-tauglichen PC

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