Zurück in die Zukunft

C64-, Amiga- & DOS-Spiele auf dem PC

Impossible Mission, Summer Games, Defender Of The Crown,Speedball, Wing Commander, Tomb Raider - das sind nur einige der Computerspiele, die viele heutige PC-Besitzer von der "guten alten Zeit" mit C64,Amiga, DOS & Co. schwärmen lassen. Wir erläutern, wie Sie dieVergangenheit ins Jetzt zurückholen.

C64-, Amiga- & DOS-Spiele auf dem PC

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C64-, Amiga- & DOS-Spiele auf dem PC

Anfang der 80er erlebten die Telespiele des Atari 2600 einen gewaltigen Boom, der zu einer Marktüberflutung an Spielen und schließlich 1983 zum Zusammenbruch des Videospiel-Marktes in den USA führte. Hinzu kam, dass mit dem Commodore 64 ein Gerät erschien, das leistungsfähiger als der Atari 2600 war, bei dem sich aber vor allem die Spiele kopieren ließen.

Der C64 hat 8-Bit-Heimcomputern wie Atari 800 XL, Apple-II oder Sinclair ZX Spectrum Mitte der 80er wenig Platz auf dem Markt gelassen. Mit über 17 Millionen verkauften Exemplaren (andere Quellen sprechen von 22 Millionen) ist der C64, der aufgrund der Form und Farbe des Ursprungsmodells immer noch liebevoll "Brotkasten" genannt wird, bis heute der meistverkaufte Heimcomputer der Welt. Anfang 1983 kam er mit einem Startpreis von 1495 DM auf den deutschen Markt. Spiele gab es auf Modulen, Kassetten oder 5 1/4-Zoll-Disketten. Die Kassetten wurden mithilfe eines kleinen Kassettenrekorders namens "Datasette" eingelesen, und das Floppy- Laufwerk VC1541 beinhaltete einen eigenen Prozessor und Speicher. Möchten Sie Daten von einem Original-C64, der Floppy 1541 oder Datasette 1530 kopieren, finden Sie Bauanleitungen für Kabel sowie Tools unter http://sta.c64.org sowie http://c64tapes.org/dokuwiki. Bei Rechnern neueren Datums sollten Sie zum Anschluss der Floppy die Kabel-Typen XA1541 oder XU1541 verwenden. Wer etwas tiefer in den Geldbeutel greifen will, findet unter www.ide64.org sogar ein C64-Cardridge, mit dem auch moderne PC-Peripheriegeräte sowie ein Compact-Flash-Card, USB und Netzwerk für die Datenübertragung genutzt werden können. Noch etwas kostspieliger ist Chameleon 64 von http://www.syntiac.com/chameleon.html, das nicht nur einen MMC/SD-Slot bereithält, sondern falls gewünscht als Standalone-Geräte gleich einen ganzen C64 emuliert.

 

Der PC als Commodore 64

Für den C64 gibt es einige gute Emulatoren: Neben Klassikern wie der Shareware CCS64 von www.computerbrains.com, dem Emu64 von Thorsten Kattanek (www.emu64.de) und Hoxs64 von http://www.hoxs64.net heben sich Frodo von http://frodo.cebix.net und VICE von www.viceteam.org durch ihre Plattformunabhängigkeit und der Verfügbarkeit des Sourcecodes von den anderen Lösungen ab.

Der einzig willkommene Blue-Screen: Der Startbildschirm im C64-Emulator VICE. Mit Spezialkabeln können Sie direkt auf C64-Peripherie zugreifen.

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Der einzig willkommene Blue-Screen: Der Startbildschirm im C64-Emulator VICE. Mit Spezialkabeln können Sie direkt auf C64-Peripherie zugreifen.

VICE, das unter anderem auch den Commodore VC-20, C128 und Plus-4 unterstützt, wird seit über zehn Jahren entwickelt und ermöglicht u.a. auch die Ansteuerung "echter" Hardware über entsprechende Adapter sowie das Spielen im Netzwerk - wenn auf zwei PCs Vice gestartet worden ist. Wenn Sie das WinVICE-Paket entpackt haben, genügt ein Klick auf die x64.exe, um den virtuellen C64 zu starten. Die Tastaturbelegung entspricht weitgehend der des "Originals". Run/Stop finden Sie auf der Esc- Taste der PC-Tastatur wieder, die CTRL auf der Tabulator-Taste und die Commodore-Taste auf der linken Strg-Taste.

Trotz der umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten ist der erste Start recht simpel: Gehen Sie, nachdem Sie die Sprache unter dem gleichnamigen Menü auf Deutsch umgestellt haben, auf Autostart von Disk/Band Image... und wählen Sie ein Kassetten- oder Disketten- Image aus. Befinden sich auf einer Diskette mehrere Files, markieren Sie das D64-Disketten-Image und klicken Sie im Fenster unter der Dateiauswahl auf die Datei doppelt, die geladen werden soll. Während eines Ladevorgangs von Diskette können Sie am Fensterrand rechts unten erkennen, ob die virtuelle Floppy gerade arbeitet (rotes Symbol) und welcher Track geladen wird.

In den Joystick-Settings legen Sie fest, wie Sie die Spiele steuern. Verlangt ein Spiel nach einem "Joystick" am anderen Anschluss, können Sie die Ports schnell über das Menü Options/Swap Joystick vertauschen. Haben Sie mit Alt-D in den Fullscreen-Modus gewechselt, können Sie diesen über die gleiche Tastenkombination wieder verlassen.

Wenn Sie im Netzwerk gegeneinander spielen möchten, wählen Sie auf beiden Rechnern unter Snapshot den Eintrag Netplay Einstellungen und legen Sie ggf. den gewünschten TCP-Netzwerk-Port fest. Wenn Sie über das Internet spielen möchten, müssen Sie sicherstellen, dass bei beiden Rechner der gleiche Port in den Firewalls freigeschaltet ist. Rechts im Fenster legen Sie fest, welche Kontrolle Server und welche ein Client übernehmen darf. Anschließend genügt beim Server ein Click auf Server starten, beim Client müssen Sie die IP-Adresse des Servers eingeben (ggf. in einem Heimnetzwerk in der Eingabeaufforderung über den Befehl ipconfig sowie bei Internetverbindungen z.B. über www.whatismyip.com ermitteln) und auf Verbinden mit klicken. Für weitere Infos rund um die C64-Emulation empfehlen wir Ihnen beispielsweise den C64-Bereich von Mingos Commodorepage unter http://www.mingos-commodorepage.com/tutorials/tutc64.php.

C64-Programme und -Spiele aus dem Netz

C64-Spieleklassiker im Überblick: Das Frontend

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C64-Spieleklassiker im Überblick: Das Frontend "GameBase 64" zeigt neben Screenshots auch zahlreiche Detailinformationen rund um die Spiele an.

Damit die Auswahl der Spiele einfacher wird, gibt es mit Gamebase 64 von www.gamebase64.com ein interessantes Frontend, das neben Screenshots und Cheats viele weitere Hintergrundinfos und Extras unter einer Oberfläche vereint.

Installieren Sie zunächst das "GameBase Frontend", anschließend die "GB64 v08 Database" in den vom Setup vorgeschlagenen Unterordner des Frontends. Alle weiteren Pakete wie Screenshots, Musiker- Fotos usw. gehören in die meist vom Archiv vorgegebenen Unterordner (z.B. Screenshots, Photos) - die Emulatoren packen Sie in "Emulators", die Spiele in "Games". Benutzen Sie andere Verzeichnisse, geben Sie diese unter Tools/Paths... an. Mit Tools/Verify Available Files überprüft Gamebase, welche Dateien verfügbar sind.

Mit Cloantos

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Mit Cloantos "C64 Forever" erhalten Sie ein fertig konfiguriertes Paket mit komfortabler Benutzeroberfläche zum Starten von C64-Spielen und -Anwendungen im VICE-Emulator.

Wer die alten C64-Spiele nicht selbst kopieren möchte, findet viele Quellen im Internet - manche legal, manche in der rechtlichen Grauzone. Denn selbst wenn die Spiele über 20 Jahre alt sind, haben Hersteller immer noch Rechte darauf. Einige Seiten haben bei Herstellern um Freigabe angefragt, andere arbeiten nach dem Motto: Wo kein Richter, da kein Henker. Ein sehr guter (legaler) Start ist auf jeden Fall das C64-Paket "C64 Forever" von www.c64forever.com auf Basis von VICE, zu dem Hersteller Cloanto ein selbst entwickeltes komfortables Frontend für die Auswahl von Spielen, Demos und Anwendungen anbietet. Die RetroPlatform Library soll über 5000 Titel und Konfigurationen von C64-Spielen beinhalten. Im Paket selbst sind bereits 100 Games dabei, zudem hat der Hersteller unter www.c64forever.com/games noch einige weiterführende Links angegeben. Die durch Werbung finanzierte und leicht eingeschränkte Express Edition ist kostenlos, eine Plus-Edition ist ab 14,95 US-Dollar erhältlich, die u.a. eine No-Install-Variante beinhaltet, die direkt vom Datenträger läuft.

 

Von C64 über C128 zum Amiga

Der C128 wurde im Januar 1985 auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Mit rund 4 Millionen verkaufter Einheiten war er weitaus weniger erfolgreich als sein Vorgänger. Technisch bot er für Spieler zu wenige Neuerungen, und der spezielle CP/M-Modus war zu langsam, um mit reinen CP/M-Maschinen im Bereich der Büroanwendungen konkurrieren zu können. Stattdessen tippten die Anwender beim Start den Befehl GO 64 oder hielten die Commodore-Taste gedrückt, um in den C64-Modus zu gelangen. Und schließlich präsentierte Commodore am 24. Juli 1985 den Amiga 1000, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte.

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