Anonym surfen

Browser-Spionage abwehren

Im Web ist man fast ständig unter Beobachtung. Web-Entwickler haben ein ganzes Arsenal an technischen Tricks entwickelt, um das Verhalten der Anwender zu analysieren. Hier lesen Sie, welche Fallen es gibt, und wie Sie ihnen entgehen.

internet, mann, ball

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Warum anonym surfen? Bevor man seine Identität im Web verschleiert, sollte man sich genau diese Frage stellen. Sonst belastet man sich mit unnützen Tools und komplizierten Einstellungen, die einem den Spaß am Arbeiten nehmen. Klar, da gibt es die Sites im Web, auf denen man nicht erwischt werden möchte.

Dabei geht es nicht unbedingt um Raubkopien oder Pornografie. Im Web gelangt man leicht auf betrügerische Sites mit eigentlich unverfänglichen Inhalten, die einem Schad-Software, Abonnements oder Spam unterjubeln wollen. Wenn man sich vorher anonymisiert, kann man sich schützen.

Doch was ist mit den normalen, ungefährlichen Websites? Warum soll ich hier anonym bleiben? Der Grund ist hier die so genannte Web-Analyse, die die meisten Firmen mit Online-Auftritten betreiben. Dabei wird das Verhalten und die Herkunft der Anwender auf den jeweiligen Sites mit technischen Mitteln protokolliert und ausgewertet (Anwender-Tracking).

Das zugehörige Schlagwort heißt behavioral targeting: Man analysiert das Verhalten des Kunden, um Angebot und Werbung genau auf ihn abzustimmen.

Das ist an sich noch nichts Gefährliches. Bedenklich wird das erst, wenn Klicks einzelnen Anwendern zugeordnet werden können, und wenn diese über mehrere Sites hinweg verfolgt werden. Denken Sie daran: Sind die Daten erst einmal gesammelt, haben Sie keine Kontrolle mehr darüber.

Prominente Beispiel für Site-übergreifende Beobachter sind die Google-Dienste Google Analytics (www.google.com/intl/de/analy tics), Google Adsense (www.google.com/adsense) und DoubleClick (www.google.com/doubleclick). Diese Dienste sammeln weltweit Informationen über die Aktionen der Anwender auf den verschiedensten Websites.

Google kann also zumindest theoretisch einzelne Anwender auf ihrem Weg durch das Web verfolgen und ein detailliertes Profil ihrer Interessen erstellen. Man kombiniere das mit den Informationen aus Googles marktführender Suchmaschine und aus den Profilen der Google-Konten und man kann sich ein ungefähres Bild machen, wie viel der Suchmaschinenanbieter über die Anwender weiß.

Google ist wegen seiner vielen Web-Angebote nur ein besonders prominentes Beispiel. Es gibt natürlich viele andere Werbeanbieter, die auf Tausenden von Sites vertreten sind, und so eine Menge über das Verhalten der Anwender ermitteln können.

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist der Facebook Gefällt-mir-Button (das so genannte Social Plugin, developers.facebook.com/docs/plugins/).

Wer anonym surfen und diesen Beobachtern ein Schnippchen schlagen möchte, muss als erstes seinen Rechner mit einer Firewall und Virenscanner ausstatten und ihn von Schad-Software sauber halten. Was nutzt es, anonym zu surfen, während im Hintergrund eine Spionage-Software meine Daten ins Web verschickt?

Abzuraten ist auch von Browser-Erweiterungen wie den Toolbars, insbesondere von den Suchmaschinenanbietern. Sie werden ganz offiziell dazu verwendet um - nicht-personalisierte - Statistiken über das Anwenderverhalten anzulegen.

Opt-out bei Werbung

noscript

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Werbung und Tracking: Adblock Plus und NoScript sind auf einer amerikanischen News-Site fündig geworden.

Jeder muss für sich entscheiden können, ob ihn die Beobachtung durch Web-Analytiker aller Couleur stört. Immerhin gibt es mittlerweile Möglichkeit zum Opt-out, also zum ganz offiziellen Abschalten der Beobachtung und der personalisierten Werbung. Das funktioniert ähnlich wie beim Keine-Werbung-Aufkleber auf dem Briefkasten.

Die Online-Version dieses Aufklebers ist ein Cookie für den jeweils verwendeten Browser. Eine Liste von Anbietern, die dieses Verfahren unterstützen, zeigt zum Beispiel die Network Advertising Initiative (www.network adverti sing.org/managing/opt_out.asp ). Auf der Seite kann man sich die entsprechenden Cookies auch gleich besorgen.

Manche Anbieter wie zum Beispiel nugg.ad bieten eine eigene Site (www.nugg.ad/de/consumer-informationen# ) für die Abmeldung an. Google hat sogar eigene Plug-ins und Add-ons für Browser, die das Tracking von Google Analytics (tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de) oder DoubleClick-Anzeigen (www.google.com/ads/preferences/html/intl/de/plugin/ ) verhindern sollen.

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