Blaues Vergnügen für den Heimcomputer

Blu-ray-Wiedergabe am PC

Es muss nicht unbedingt die Playstation 3 sein: PC-Laufwerke für die Wiedergabe von Blu-ray- Videos gibt es schon für unter 100 Euro, und neue Funktionen wie BD-Live zur Anbindung ans Internet funktionieren ebenfalls. Wir erläutern, was Sie für das Heimkino-Vergnügen von morgen brauchen.

  1. Blu-ray-Wiedergabe am PC
  2. Profil 2.0
  3. PowerDVD vs. WinDVD
Blu-ray-Wiedergabe am PC

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Blu-ray-Wiedergabe am PC

Flachbildfernseher sind nicht nur schick, sie läuten mit zunehmender Größe auch eine neue Ära des Heimkinos ein - dank High-Definition-Auflösung mit besserer Schärfe denn je zuvor. Während Deutschland im europäischen Vergleich bei HD-TV hinterherhinkt, ist der HD-Nachfolger der DVD, die Blu-ray-Disc, bereits in vielen Elektromärkten und Online-Shops zu bekommen. Selbst Videotheken rüsten auf das Video-Medium der Zukunft auf.Derzeit dürfte neben fehlender Aufklärung über den Zusatznutzen auch der Preis Grund für das eher durchwachsene Interesse am Medium der Zukunft sein: Der flexibelste Blu-ray-Player ist für viele immer noch die Play-station 3, und die kostet rund 400 Euro. Alle anderen Standalone-Player erwiesen sich bisher als schlechte Investition: Bei älteren Geräten waren bei interaktiven Funktionen lange Wartezeiten zu erdulden - wenn das Feature nicht gleich den Player zum Absturz brachte (siehe Beispiel etwa unter http://de.youtube.com/watch?v=9gQG4OFgrpA).

Hinzu kommen im Nachhinein in den Blu-ray-Standard aufgenommene Funktionen wie Bild-in-Bild oder Netzwerkfunktionalität. Wer hier auf die Playstation 3 gesetzt hat, konnte bisher alles per Software-Update nachrüsten, alle anderen hatten das Nachsehen. Von dieser Player-Problematik abgesehen, stört auch der Kaufpreis von oft rund 25 Euro pro Disc.

Schärfer und interaktiver

Die Blu-ray-Disc liefert Full-HD-Auflösung: Filme sind mit einer Auflösung von bis zu 1920x1080 Pixeln gespeichert, lediglich beim Bonus-Material muss man sich noch oft mit SD-Auflösung zufriedengeben. Die Folge: Bei gutem Material sind feinste Details wie Haare oder Hautunreinheiten zu erkennen, bei mittelmäßigem Material zumindest das Filmkorn, wie man es auch aus dem Kino kennt. Und selbst Filmklassiker erstrahlen in neuem Glanz: Das Zelluloid hat eine weitaus höhere Auflösung als das, was die DVD umzusetzen vermochten.

Wer sich einmal Material in Standard-Auflösung auf einem (Full-)HD-Bildschirm angesehen hat, vielleicht sogar einen DivX-Film, wird deutlich mehr Artefakte als bei seinem alten Röhren-Fernseher erkennen. Und je nach Qualität des Bildskalierers wird das von 720x576 auf 1920x1080 Pixel vergrößerte Bild alles andere als Begeisterungsstürme hervorrufen.

Gegen Artefakte helfen die neuen Bitraten und Videokomprimierer: Die Gesamtbitrate lag bei der DVD bei rund 10,08 MBit/s, bei der Blu-ray-Disc sind es bis zu 54 MBit/s (maximal 48 MBit/s für Video- und Audio-Spuren). Die DVD unterstützte als Komprimierer lediglich MPEG-1 für niedrige Auflösungen und MPEG-2. Bei der Blu-ray-Disc wurden die ersten Discs ebenfalls aus produktionstechnischen Gründen im etablierten MPEG-2 realisiert. Später schwenkte man auf das WMV-ähnliche und von Microsoft entwickelte VC-1 um.

Als State-of-the-Art-Codec gilt allerdings MPEG-4-AVC alias H.264, allerdings ist dessen Handling aufgrund der hohen benötigten Rechenleistung noch recht aufwändig - Hardware-Encoder für Blu-ray werden das Problem auf längere Zeit lösen. AVC arbeitet so effizient, dass bei AVC bei gleicher Qualität nur die halbe Bitrate von MPEG-2 benötigt wird.

Blu-ray-Wiedergabe am PC

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Neues vom Wixxer war die weltweit erste Profil-1.1-Blu-ray-Disc - produziert von der deutschen Firma Imagion.

Zum Vergleich: Video-on-Demand-Dienste wie maxdome streamen derzeit Videos für eine DSL-Bandbreite von maximal 6 MBit/s im WMV-Format, PremiereHD verwendet bei AVC rund 18 MBit/s in der Spitze, wobei hier und da auch noch Artefakte zu erkennen sind. Bei der Blu-ray-Disc sind bis zu 40 MBit/s erlaubt - bei der DVD waren es 9,8.

Auch in Sachen Interaktivität hat die Blu-ray-Disc einen weiten Schritt nach vorne gemacht: Es gibt Pop-up-Menüs, frei positionierbare Buttons (in voller Farbpracht), Klick-Geräusche beim Auswählen von Menüpunkten und vieles mehr - im Standard-Modus HDMV alias BDMV ("High Definition Movie Mode" bzw. "Blu-ray Disc Movie Mode"). Aber es gibt auch einen Modus, der älteren Playern den Garaus gemacht hat, aber "echte" Interaktivität verspricht: Blu-ray Disc Java, kurz BD-J.

BD-J basiert auf Suns Java-Version 1.3 und erlaubt die Entwicklung kleiner Anwendungen, die auch mit Formaten wie HTML, XML und SVG umgehen können - solange sie sich an die in der Blu-ray-Spezifikation festgeschriebenen Rahmen halten.

So sind unter anderem auch diesmal wieder interaktive Spielchen zu erwarten - dank großer Flexibilität auf technisch höherem Niveau als auf der DVD. Um damals zur HD- DVD konkurrenzfähig sein zu können, fügte man später sogar Bild-in-Bild- und Netzwerk-bzw. Internet- Unterstützung hinzu. Auch lokaler Festpeicher wurde im Standard festgeschrieben.

Player ohne Bild-in-Bild-Unterstützung entsprechen dem Blu-ray-Disc-Profil 1.0, Abspieler mit Bild- in-Bild und zugehörigem Audio-Decoder sowie mindestens 256 MByte lokalem Speicher entsprechen dem BD-Profil 1.1. Geräte mit zwei sekundären Dekodern, einem GByte lokalem Festspeicher für Updates und Inhalte und vor allem der Internet-Anbindung (BD Live) entsprechen Profil 2.0. Die Playstation 3 gehört zu den wenigen Standalone-Playern, die dank Updates das Profil 2.0 unterstützen.

Ein Gerät, das ebenfalls mit entsprechender Hard- und Software BD-Profil 2.0 unterstützt, ist der PC - und damit kommen Sie unter Umständen weitaus günstiger weg als beim Kauf einer Playstation 3.

Laufwerk, Software, fertig - theoretisch...

Alles, was Sie für die Wiedergabe benötigen, ist ein Rechner mit entsprechender Grafikkarte, ein BD- Laufwerk, eine Blu-ray-Wiedergabe-Software und ein HDready-Bildschirm. BD-ROM-Laufwerke, die auch CDs und DVDs lesen können, bekommen Sie bereits für rund 100 Euro. Dazu gehören auch Combo- Laufwerke, die das gestorbene HD-DVD-Format lesen können - die Scheiben gibt es derzeit günstig im Ausverkauf und bieten keine schlechtere Qualität als die Blu-ray-Discs. Blu-ray-Brenner kosten rund doppelt so viel, ihr Nutzen für das Brennen von HD-Video ist bei den Rohlingspreisen, aber auch der geringen Anzahl an in Deutschland empfangbaren HDTV-Sendern fraglich. Besitzer von HD-Camcordern mögen über eine Investition bereits jetzt nachdenken, selbst wenn für Videoschnittprogramme Begriffe wie Smart Rendering von AVC-HD noch ein Fremdbegriff ist. Das Laufwerk wird klassisch per IDE-oder SATA-Kabel angeschlossen, in unserem Test funktionierte es auch mit einem IDE-auf USB- Adapter, also über den USB-Anschluss, einwandfrei.

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