Filesharing unter Linux

BitTorrent, aMule und Co.

Die Zeiten, in denen Filesharing Windows-Anwendern vorbehalten blieb, sind längst vorbei: Dem Linux-Nutzer stehen eine Vielzahl von Filesharing-Tools bereit.

Linux: Filesharing

© Hanno Böck

Linux: Filesharing

Wer unter Windows Filesharing-Tools eingesetzt hat, muss unter Linux nicht darauf verzichten. Ob BitTorrent, eDonkey oder andere Netze: Auch Linux hat für alle Filesharing-Dienste entsprechende Clients zu bieten.

aMule: Pinguin im ed2k-Netz

eDonkey2000, kurz ed2k, ist nach wie vor eines der größten Filesharing-Netzwerke. In der Windows-Welt gibt es den beliebten Client eMule - welcher auch im Quellcode als freie Software zur Verfügung steht. Naheliegend, dass es auch Portierungen auf Linux gibt.

Es gibt einige Verwirrung im Bereich der eMule-Clients unter Linux - da es zu Beginn der Entwicklung mehrere Umbenennungen und Forks gab: erst lMule, später xMule. Heute ist jedoch fast nur noch der Client aMule () gebräuchlich - dieser bietet auch mit Abstand die meisten Features.

Linux: aMule

© Hanno Böck

aMule bei der Suche in einem der größten Filesharing-Netze

Zwischen den Entwicklern von aMule und eMule besteht ein beständiger Code-Austausch - was meist beiden Clients zugute kommt. Zu Beginn begrüßt einen aMule mit einer leeren Serverliste. Per einfachem Knopfdruck gibt es die Möglichkeit, eine aktuelle Serverliste herunterzuladen. Um mehr muss sich der Nutzer nicht kümmern, denn die Liste wird automatisch übers Netz um weitere Server ergänzt. Nun muss per Rechtsklick/Zum Server verbinden eine Verbindung zu einem Server aufgebaut werden.

Nun kann man praktisch schon loslegen - es empfielt sich noch, unter Einstellungen/Verzeichnisse selbst einige Dateien frei zu geben. Der Rest geschieht praktisch selbsterklärend - unter Suche kann man nach Dateien suchen, unter Übertragungen den aktuellen Verlauf der Up- und Downloads feststellen. Das ed2k-Netz ist vergleichsweise langsam bei Downloads - es ist jedoch allein dank seiner Größe vor allem dann unschätzbar, wenn man seltene Inhalte sucht.

Kademlia

Eine Weiterentwicklung des ed2k-Netzes ist das moderne Protokoll Kademlia. Es versucht mit sehr ausgeklügelten mathematischen Verfahren (Distributed Hash Tables), Dateilisten dezentral bei Nutzern zu speichern. Trotzdem sollen diese leicht und schnell auffindbar sein. Kademlia wird von aMule seit einiger Zeit unterstützt - für die Nutzung muss der Nutzer nichts weiter tun - über das normale Netz werden Kademlia-Clients gefunden - und in die Suche einbezogen.

BitTorrent

BitTorrent, kurz bt, ist nach wie vor eine der beliebtesten Methoden, große Dateien übers weltweite Netz zu tauschen. Unter anderen finden auch neuste Versionen von Linux-Distributionen ihren Weg per BitTorrent. Erfahrungsgemäß erreicht man mit BitTorrent, verglichen zu anderen Tauschbörsen, sehr gute Download-Raten, was vor allem am intelligenten Protokolldesign liegt.

Linux: BitTorrent

© Hanno Böck

Aus BitTorrent.com ist ein legales Download-Portal geworden - mit DRM-geschützten Inhalten.

Die Struktur des BitTorrent-Netzes unterscheidet sich deutlich von der anderer Filesharing-Protokolle. Statt eine Liste von Dateien frei zu geben, lädt und tauscht man immer nur eine einzelne Datei, weshalb das Protokoll vor allem für einzelne, große Inhalte gut geeignet ist. Zentrale Instanz eines BitTorrent-Tausches ist ein so genannter Tracker.

Dieser sendet selbst keine Inhalte, er verwaltet lediglich die so genannten Seeder (diejenigen, die die Datei schon komplett haben und weitertauschen) und Leecher (diejenigen, die die Datei bekommen wollen). Jeder Leecher sendet gleichzeitig auch die Teile der Datei, die er bereits hat. Ist die Datei fertig heruntergeladen, wird man automatisch zum Seeder. Freilich ist es gerne gesehen, wenn man nach einem Download noch möglichst lange Seeder bleibt - zum guten Ton gehört es, mindestens genauso viel hochzuladen, wie man heruntergeladen hat.

Die Geschwindigkeit ist dank dieser Mechanismen meist recht hoch, und auch bei vielen Leechern skaliert das Protokoll sehr gut. Um nun an einem BitTorrent-Download teilzuhaben, benötigt man eine Datei mit der Endung torrent - diese werden auf vielen entsprechenden Seiten gesammelt angeboten.

Für BitTorrent gibt es eine Vielzahl von Clients - der originale BitTorrent-Client () mit gleichem Namen ist ebenso freie Software und kommt unter Linux mit einer einfachen, aber funktionalen grafischen Oberfläche daher.

Alternativen zum Original-Client stehen ebenfalls bereit. Wer es lieber mit Textmodus und Konsole mag, wird rTorrent () mögen. Einen großen Funktionsumfang bietet der in Java geschriebene Client Azureus ().

Bildergalerie

Linux: Filesharing
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Eigener BitTorrent-Tracker

Nun wollen wir darauf eingehen, wie man selbst Dateien über BitTorrent bereitstellen kann. Wir setzen hierfür die originale BitTorrent-Software ein, es gibt jedoch auch eine Vielzahl von Alternativen.

Zunächst benötigen Sie eine .torrent-Datei. Diese können Sie mit dem simplen Kommandozeilen-Tool maketorrent-console erstellen:

maketorrent-console myfile.avi.torrent myfile.avi

Wobei der erste Parameter den Namen der zu erstellenden Torrent-Datei angibt, der zweite (und alle weiteren) die Dateien, die Teil des Torrents sein sollen. Nun haben wir entweder die Möglichkeit, die Datei auf einen Tracker zu laden, was meistens dann empfehlenswert ist, wenn man keine Standleitung besitzt.

Jedoch bietet BitTorrent selbstverständlich auch die Möglichkeit, einen eigenen Tracker zu betreiben. Der Befehl bittorrenttracker zusammen mit dem Parameter --allowed_dir [Verz] (wobei [Verz] durch das Verzeichnis, in dem das Torrent abgelegt ist, ersetzt wird), startet einen Tracker. Der Tracker selbst verteilt die Datei jedoch nicht, dazu muss man sich selbst als gewöhnlicher Seeder anmelden.

Gnutella - ein komplett dezentrales Netz

Gnutella ist vom Ansatz her ein komplett dezentrales Netzwerk - ähnlich wie Kademlia. Es benötigt sehr viel Zeit für Suchanfragen, da erstmal andere Gnutella-Clients gefunden werden müssen. Ein simpler Client für Gnutella ist das Programm gtk-gnutella ().

Linux: Gnutella

© Hanno Böck

Der Gnutella-Client gtk-gnutella

Soulseek:? Netz der Musikfreunde

Soulseek legt Wert darauf, nicht nur eine Musiktauschbörse, sondern auch eine Community für Musikfreunde zu sein. So gibt es eine Vielzahl von Chatrooms, in denen sich Freunde verschiedener Musikrichtungen austauschen. Auch sind häufig unbekannte Künstler und Produzenten in Soulseek aktiv - und werben für ihre Musik.

Soulseek eignet sich insbesondere dann, wenn man auf der Suche nach neuer, unbekannter Musik ist und den Austausch mit Gleichgesinnten sucht - möglicherweise, weil der eigene Musikgeschmack im persönlichen Umfeld kaum gehört wird. Für Linux steht mit nicotine () ein ausgereifter Client bereit.

Direct Connect / DC++

Ein weiteres, gerne genutztes Netz ist das Protokoll Direct Connect. Es wird zwar auch im Internet eingesetzt, teilweise mit beschränkten Nutzerkreisen, jedoch ist der Haupteinsatzzweck eher ein lokaler: Um kleinen Netze mit beschränkten Nutzerzahlen in einem lokalen LAN den Dateiaustausch zu gewährleisten, wird DC häufig eingesetzt. DC setzt dabei auf einen zentralen Rechner, einen so genannten Hub. Mehrere Hubs können auch vernetzt werden.

Linux: Direct Connect

© Hanno Böck

valknut - ein Client für das DC-Netz

Für Linux existieren verschiedene Clients. Mit Valknut () steht ein in Qt geschriebenes Fontend bereit. Der Funktionsumfang ist jedoch sehr begrenzt, weswegen man lange Zeit neidisch auf Windows-Anwender mit DC++ schielte. Das ist nun nicht mehr notwendig: DC++ ist eine freie Software und wurde inzwischen auf Linux portiert ().

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