Licht aus, Spot an!

Bild - Wie groß?

5. Wie groß muss Ihr Bild wirklich sein?

Cadre-Rahmenleinwand von DaVision

© Archiv

DaVision bietet die Cadre-Rahmenleinwand mit den verschiedensten Oberflächen an. Schwarz macht den besten Kontrast, es gibt jedoch dekorativere Farben. Finden Sie Ihren Kompromiss.

Wie groß sollte das Bild in einem guten Heimkino sein? Je größer, desto mehr Kino - geht die Rechnung so einfach auf? Fragen wir deshalb, was den "Kino-Effekt" eigentlich auslöst? Das hängt mit unserem Gesichtsfeld zusammen, also dem Blickwinkel, den wir sehen können. Der teilt sich in zwei Zonen, in das aktive sowie das passive Gesichtsfeld.

Das passive Gesichtsfeld zeigt nahezu 180° in der Horizontalen, also viel mehr als jede Kinoleinwand. Aber nur das circa 30° bis 40° breite aktive Gesichtsfeld nehmen wir bewusst und scharf sehend wahr. Unterbewusst hält unser Hirn den Inhalt des aktiven Gesichtsfelds für Umgebungsinformation. Besetzt die Filmhandlung auch dieses weite Gesichtsfeld dominant, klinkt sich unser Bewusstsein "in die Handlung" ein. Die beste Bildbreite ist also zwischen 30° und 40°.

Daher auch die Faustregel: Betrachtungsabstand = Bildbreite mal 2. Bei einem zu großen Bild müssen Sie zu sehr den Kopf bewegen, um alles mitzubekommen - das strengt an und lenkt auch ab.

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Service/Workshop Praxis 04/09
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6. Warum sich die Formatfrage nicht wirklich stellllt!

Eigentlich kommt nur noch ein Bildformat für die Anwendung im Heimkino in Frage: 16:9 beziehungsweise 1,78:1. Das traditionelle TV-Format 4:3 stirbt auf Dauer aus, denn alle gegenwärtigen und zukünftigen Bildformate für Video und Fernsehen basieren auf 16:9, sogar das UDTV-Bild der Japaner mit acht Megapixeln, das in ferner Zukunft das hierzulande gerade erst eingeführte HDTV einmal ablösen soll. Einige echte Enthusiasten richten sich in Verbindung mit High-End- Projektoren mit entsprechenden Spezialobjektiven auch Cinemascope-Leinwände ein, die ein Format von 21:9 oder 2,33:1 besitzen. Das gewährt dann Breitwandbilder ohne schwarze Balken wie im echten Kino. Allerdings: Ohne Spezialobjektiv (Anamorphot) und/oder Skaler für die Sonderformate funktioniert das leider nicht.

Es ist kein Zufall, das praktisch alle Heimkino-Hardware heute mit dem 16:9-Format arbeitet, denn es zeigt als bestes Kompromissformat das jeweils größte Bild: 4:3-Bilder besitzen dann links und rechts noch schwarze Balken, Cinemascope-Aufnahmen oben und unten.

7. Warum das Cache subjektiv so wichtig ist!

Eine schwarze Maske um das Filmbild herum verstärkt den Kontrast erheblich. Diese Maske nennt der Fachmann Cache - sprich "Kasch". Es bezeichnet den schwarzen Rand um das Bild herum und ist keine Zierde, es hat vielmehr eine wichtige Funktion. Der Sehsinn bildet das Kontrastempfinden aus dem dunkelsten und hellsten Bereich im Gesichtsfeld. Das Cache um den Film herum verstärkt - wenn es schwarz ist - subjektiv den Kontrast, weil es für das Auge des Betrachters eine prima Schwarz- Referenz bildet.

Daher sollte das Cache so dunkel wie möglich sein, am besten ist tiefschwarzer Samt. Wer das aus dekorativen Gründen nicht verwenden kann, der sollte zu einer möglichst dunklen, gedeckten Farbe greifen - DaVision etwa bietet für die Rahmenleinwände der Cadre-Serien dunkelroten und -blauen Samt an.

Wer keinen Cache verwendet, verschenkt eine Menge Kontrast. Wer auf maximalen Kontrasteindruck Wert legt, sollte sich einen möglichst breiten Cache besorgen, wenigstens 5 cm Rand sollten es sein - je breiter, desto besser. Ganz edle Leinwandmodelle besitzen einen beweglichen Cache, der sich an die Grenzen des jeweiligen Filmbilds genau anpassen lässt. Genauso machen das übrigens auch die großen Kinos. So erzeugen Sie den maximalen subjektiv erlebbaren Kontrast.

8. Warum Grau das bessere Schwarz sein kann!

motorische Rollo-Leinwände

© Archiv

In einer abgehängten Decke lassen sich entsprechende motorische Rollo-Leinwände nach Gebrauch quasi komplett unsichtbar versenken - dezenter geht es nicht.

Zur weiteren Kontraststeigerung gibt es graue Bildwände. Die Idee hierzu kam vor fast zehn Jahren den Entwicklern von Stewart, weil kaum ein DLP-oder LCD-Projektor einen so guten Schwarzwert bot wie ein Kinoprojektor.

Die Lösung klingt zunächst verblüffend, funktioniert aber: auf eine graue Fläche projizieren und dadurch dem Schwarzwert sozusagen einen "Vorsprung" geben. Auch bei Restlicht im Raum steigert das den Kontrast. Nun raubt aber eine graue Fläche insgesamt Helligkeit, weshalb einige graue Leinwände einen Gain von unter 1,0 besitzen.

Das lässt sich mit einem modernen, lichtstarken Projektor spielend kompensieren. Um wieder auf Gain 1,0 oder gar darüber zu kommen, müssen wieder Techniken zum Einsatz kommen, die bei Übertreibung zu Hotspots neigen. Übrigens, selbst die Bildwand-Streichfarben gibt es in Grau. Heute verwendet man graue Bildwände vorwiegend bei starkem Restlicht, denn die meisten aktuellen Projektoren erzeugen prima Schwarz.

Heimkino ist durchaus eine Frage der Qualität. Warum, lesen Sie auf der kommenden Seite...

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