Chancen aus der digitalen Hilflosigkeit

Bewusstseinswandel Datenschutz

StudiVZ, XING und Myspace - jeder dritte deutche Onliner ist Mitglied in einer Social-Community. Vor allem jüngere Nutzer exponieren sich im Web. Eine repräsentative Studie hat jetzt unter anderem herausgefunden, welche Informationen Surfer am häufigsten über sich veröffentlichen.

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Überwachung Aufmacher

© Toni Tulles

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StudiVZ, XING und Myspace, jeder dritte deutche Onliner ist Mitglied in einer Social-Community. Vor allem jüngere Nutzer exponieren sich im Web. Eine repräsentative Studie hat jetzt unter anderem herausgefunden, welche Inforamtionen Surfer am häufigsten über sich veröffentlichen.

Besonders Nutzer zwischen 14 und 29 Jahren verwenden soziale Netzwerke im Internet intensiv, so das Ergenis einer repräsentativen TNS-Infratest-Studie 'Bewusstseinswandel im Datenschutz'. 41,3 Prozent der 1014 Interviewten Onliner besuchen fast täglich Social-Network-Seiten. 42,3 Prozent halten sich in Chaträumen auf. Mehr als die Hälfte der Befragten hat schon einmal persönliche Informationen ins Internet gestellt.

Wer regelmäßig soziale Netzwerke nutzt, zeigt laut Studie ebenfalls eher private Fotos oder stellt beispielsweise seine Hobbys vor. 58,1 Prozent der deutschen Onliner haben schon ihre E-Mail-Adresse im Internet veröffentlicht. 57,4 Prozent ihren Namen und gut die Hälfte das Geburtsdatum (51,7 Prozent). Ein wenig vorsichtiger halten es die deutschen Onliner dagegen mit ihrem Foto. Immerhin noch 39,7 Prozent zeigen sich gern im Netz und 38,1 Prozent geben gerne Auskunft über Vorlieben wie Hobbys. Knapp ein Drittel haben schon ihre Adresse online veröffentlicht (29 Prozent).

"Internet ist heute Allgemeingut geworden", fasst Microsoft-Datenschutz-Experte Tom Köhler die Auskunftsfreude in einem Satz zusammen und weiß um die aktuelle Besorgnis der Bürger. Obwohl nur 15 Prozent der deutschen Onliner nach eigenen Angaben von Datenmissbrauch betroffen waren, halten etwa 40 Prozent die Chance groß, Opfer eines Angriffs auf persönliche Daten zu werden. Etwa ebenso viele sehen eine mittelgroße Gefahr. Um die Sicherheit ihrer Konto- und Kreditkartendaten fürchten mehr als 60 Prozent der Nutzer. Sie sind der Meinung, dass diese sensiblen Informationen beim Online-Kauf gefährdet sein könnten.

Datenschutz ist auch Privatsache

Auch geschlechtsspezifische Unterschiede bringt die Studie an den Tag: 63,1 Prozent der befragten Männer und 50 Prozent der Frauen schätzen ihren eigenen Kenntnisstand zum Datenschutz als gut ein. Die meisten Nutzer sehen sich allerdings vor allem selbst in der Pflicht - und betrachte ihr eigenes Verhalten kritisch. Mehr als die Hälfte findet, dass sie ihrer Aufgabe zum Datenschutz nur annehmbar oder schlecht gerecht nachkommen. So liest laut den Forschern ein Drittel die Datenschutzbestimmungen bei Dienstanbietern nicht - meist aus Zeitgründen. Datenschutz wird häufig als zu komplex und zeitintensiv betrachtet.

Einen Wandel in der Einstellung zum Datenschutz bringt die Studie ans Tageslicht: "Die Deutschen waren schon immer besonders um die Preisgabe privater Informationen besorgt. Doch die Einstellung zum Datenschutz hat sich verändert und ist entspannter geworden", bringt es Jo Groebel, Direktor des Deutschen Digitalen Institus Berlin auf den Punkt. Die Studie zeige, dass sie sich bei öffentlichen Institutionen und Datenschützern recht gut aufgehoben fühlen. "Die Sorgen kreisen heute um den Missbrauch aus wirtschaftlichen Gründen", gibt Groebel zu bedenken.

Laut Studie genießen Banken mit Abstand das höchste Vertrauen bei deutschen Onlinern. Knapp zwei Drittel der Internetnutzer würden den Geldinstituten persönliche Informationen anvertrauen, jeweils knapp die Hälfte auch den Behörden und Online-Shops. Bei der Frage nach der Einschätzung des Umgangs mit sensiblen Daten ist das Vertrauensniveau etwas niedriger. Auch hier genießen die Banken mehrheitlich ein gutes Ansehen: 59,8 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Geldinstitute äußerst bis sehr sorgfältig mit persönlichen Daten umgehen. Ein Drittel traut Staat und Behörden diese Sorgfalt zu. Bei den Online-Shops waren es nur noch ein Fünftel.

Eine Tendenz, die der Chef der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherung Andreas Jaspers für gefährlich hält und bei der Veröffentlichung der Studie nicht hinter dem Berg hält: "Warum werden Staat und Behörden besser angesehen als die Wirtschaft?" so die berechtigte Frage des Rechtsanwalts. Niemand glaube doch, dass die besseren Datenschützer beim Staat sitzen würden.

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