Mobiles SEO

Besucher mit mobilen Endgeräten analysieren

Das Surfen mit Smartphones und Tablets wird immer beliebter. Kein Besitzer einer Website kann sich diesem Trend länger verschließen. Im folgenden Workshop erfahren Sie, was Sie für einen hohen Ranglistenplatz bei mobilen Surfern tun müssen.

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SEO für mobile Websites

Haben Sie schon einmal eine Auswertung über die mobile Nutzung Ihrer Website gemacht und die Ergebnisse analysiert? Das lohnt, denn der Besucherstrom über mobile Endgeräte nimmt stetig zu.

Dies hat auch die meisten Anbieter von Analysesoftware bewogen, eine entsprechende Rubrik innerhalb der Auswertungen anzubieten, denn die mobilen Surfer hinterlassen eindeutige Spuren in den Logdateien Ihres Webservers.

Google Analytics beispielsweise bietet innerhalb der Auswertungen eine eigene Rubrik "Mobil" an. Auf unserer Testwebsite gab es generell nur wenig Traffic, dafür waren das hauptsächlich mobile Besucher.

In einer ersten Übersicht sagt Ihnen Google Analytics, ob die Besucher mobil unterwegs waren oder aus einem lokalen Netzwerk kamen. In einer Detailansicht bekommen Sie zudem noch aufgelistet, mit welchen Endgeräten die Besucher auf Ihre Websites zugreifen, mit welchem Betriebssystem und sogar mit welcher Display-Auflösung.

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Mehr als 10 Prozent der Surfer nutzen ein Smartphone oder Tablet für den Zugriff aufs Internet.

Wachsende Bedeutung mobiler Endgeräte

Damit haben Sie einen ersten Anhaltspunkt, wie es um Ihre mobilen Gäste bestellt ist. Sind die Zahlen noch nicht so überzeugend, dann sollten Sie sich Gedanken darüber machen, woran das liegen könnte und ob Sie Ihre Website vielleicht mit Hilfe von SEO für mobile Geräte pushen sollten.

Eins ist auf jeden Fall klar: Der Anteil mobiler Endgeräte im Internet wird unaufhaltsam steigen. Die 10-Prozent-Marke wurde laut Aussagen von Statista bereits im Oktober 2012 geknackt. Es gibt verschiedene Wege, wie Sie eine mobile Website zum einen attraktiv für Ihre Besucher und zum anderen für die Suchmaschinen-Crawler machen, was in der Regel nicht minder interessant ist.

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Smartphone-Benutzer nutzen eher wenige Suchbegriffe um eine Website zu finden.

Angepasste Strategie

Dies ist besonders deswegen wichtig, weil die Suchmaschinen inzwischen deutlich zwischen mobilen Websites und klassischen Desktop-Websites unterscheiden. Zuzuschreiben ist dies nicht zuletzt der unterschiedlichen Hardware, sondern auch dem abweichenden Nutzerverhalten auf Smartphones und Tablets.

Die Suche auf einem Smartphone wird in der Regel durch ein Ereignis ausgelöst. Dies kann beispielsweise ein Einkauf sein, die Suche nach einem Restaurant oder einer beliebigen anderen Information sein. Aktionen, die längere Zeit in Anspruch nehmen, wie etwa der Abschluss einer Versicherung oder das Beantragen eines Kredits, werden normalerweise eher per Desktop-PC oder mit einem Tablet durchgeführt.

Dies erkennen Sie deutlich an bekannten und erfolgreichen Apps: Die Amazon App bindet beispielsweise einen Barcode-Scanner für die Preisermittlung ein, verschiedene andere Apps liefern Ihnen zu Ihren Standortdaten passende Ergebnisse, wie etwa die günstigste Tankstelle oder das nächste Fastfood-Restaurant.

Die Welt der mobilen Nutzer besteht somit nicht nur aus einem Browser, sondern vorrangig aus Apps, welche eine bestimmte Funktion in einer Anwendung kapseln. Auch für diese kann eine SEO-Strategie angewendet werden, wenn sich die App vorrangig oder ausschließlich klassischer Websites bedient und diese lediglich angepasst darstellt.

Wichtige Punkte für die Optimierung

Als Erstes sollten Sie sich ein Bild davon verschaffen, ob Ihre Website überhaupt von mobilen Endgeräten besucht wird und an welcher Stelle diese Ihre Site inder Regel wieder verlassen. Sollten Sie so gut wie keine mobilen Besucher haben, kann dies entweder an den Inhalten Ihrer Website liegen oder aber an deren Format.

Wenn Sie selbst ein Smartphone nutzen, werden Sie sicherlich auch bei sich selbst ein verändertes Suchverhalten beobachtet haben. Da die Eingabe gerade bei einem kleineren Endgerät aufgrund der Tastatur eher schwerfällig ist, beschränkt man sich in der Regel auf wenige Suchbegriffe.

Sie sollten deswegen die Keywords für eine mobile Website auf diese Situation hin entsprechend anpassen. Wählen Sie am besten sogenannte "Shorthead Keywords", mit denen Sie den Inhalt Ihrer Website beschreiben. Dabei handelt es sich um Schlüsselbegriffe, die in der Regel nur aus einem Wort bestehen.

Wenn Ihre Website einen hohen lokalen Bezug hat, sollten Sie dies ebenfalls bei der Wahl Ihrer Keywords beachten. Beispielsweise werden Suchanfragen nach einem Restaurant in der Nähe sehr oft von einem mobilen Endgerät aus gestartet. Der Suchende befindet sich in der Regel bereits vor Ort und sucht auf die Schnelle nach einem passenden Ergebnis.

Ein weiterer Punkt, der bei mobilen Endgeräten zu massiven Problemen führt ist die Darstellung von Inhalten auf Basis von Flash. iPhones und iPads unterstützen diese generell nicht und auch aktuelle Android-Geräte bieten keine Flash-Unterstützung mehr an.

Wenn Sie diese Technologie für die Darstellung wesentlicher Inhalte Ihrer Website nutzen, sollten Sie über einen Technologiewechsel nachdenken, um nicht von vornherein einen Großteil der mobilen Nutzer auszusperren.

Empfehlungen von Google

Neben diesen allgemeinen Tipps gibt es seit Mitte 2012 auch einen Leitfaden von Google. In diesem wird beschrieben, welches die wichtigsten Punkte des Google Crawlers bei der Indizierung mobiler Websites sind. Generell klassifiziert Google die mobilen Endgeräte in zwei Kategorien:

  • Die erste besteht aus Smartphones, die eine Website wie ein normaler Desktop-PC darstellen können. Der auf diesen Geräten installierte Browser beherrscht HTML. In diese Kategorie fallen auch alle aktuellen Tablets. Google und die anderen Suchmaschinenbetreiber unterscheiden zwischen diesen beiden Gerätetypen in der Regel nicht.
  • Alle anderen Geräte laufen unter der Kategorie "Feature Phone" und benötigen eine spezielle Aufbereitung der Website beispielsweise im WAP-, WML oder CHTML-Format. Die zentrale Empfehlung von Google lautet, mobile Websites auf Basis von Responsive Design umzusetzen.
Dies ist natürlich nur für Geräte der oben beschriebenen ersten Kategorie möglich, denn die älteren Geräte unterstützen kein HTML5. Google begründet seine Empfehlung anhand unterschiedlicher Argumente.

Ein Besucher merkt sich am liebsten nur eine URL für seine Lieblingswebsite und kann diese unabhängig vom Endgerät nutzen. Wenn es nur eine einzige Website gibt, welche von allen Endgeräten genutzt wird, kann diese unter Umständen auch schneller geladen werden, zumindest falls keine Weiche vorgeschaltet ist, mit der im ersten Schritt das anfragende Gerät ermittelt wird.

Allerdings kann dies auch ein Trugschluss sein, denn Sie können eine Website auch speziell für mobile Endgeräte optimieren, indem Sie Bilder und andere Inhalte entsprechend anpassen. Natürlich hat auch der Suchmaschinenhersteller Vorteile, denn die Algorithmen liefern bessere Ergebnisse, wenn sich alle Inhalte unter einer URL befinden und es nicht abhängig vom Endgerät unterschiedliche Einstiegspunkte gibt.

Auch der dritte Grund resultiert aus der Arbeitsweise der Suchmaschinen-Crawler: Gibt es nur eine Website auf die alle Endgeräte zugreifen, benötigt der Crawler weniger Zeit für die Indizierung einer Website und kann gegebenenfalls mehr Inhalte indizieren, falls er nur eine limitierte Zeit auf einer Website verbleibt.

Der Umbau gerade bei größeren Websites auf ein komplett neues Design ist jedoch in der Regel recht aufwändig und daher entweder gar nicht oder nur schrittweise zu bewältigen. Deswegen zeigt Google in seinem Leitfaden noch weitere Alternativen auf.

Vary-HTTP-Header

In einem solchen Fall können Sie natürlich auch verschiedene HTML-Seiten für die unterschiedlichen Endgeräte verwenden und diese entweder über eine gemeinsame URL mit einer Weiche oder direkt unter verschiedenen URLs verwalten.

Für die einzelnen Szenarien gibt Google allerdings klare Empfehlungen, damit der Googlebot die verschiedenen Websites auch entsprechend identifiziert und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Inhalten herstellen kann.

Nutzen Sie verschiedene HTML-Seiten, sollten Sie dem Googlebot einen entsprechenden Hinweis im HTTP-Header geben. Damit helfen Sie nicht nur den verschiedenen Crawlern, sondern sorgen auch für eine korrekte Auslieferung von gecachten Inhalten. Dank der Vary-HTTP-Header gibt sich eine Website klar als mobiles Exemplar oder als Desktop-Variante zu erkennen.

Die entsprechenden Informationen sendet der Webserver als Antwort auf die Anfrage eines Browsers. Diese unterscheidet sich abhängig davon, welche Art von Endgerät beim Webserver anfragt. Das folgende Beispiel zeigt eine typische Anfrage und die Antwort des Webservers. Entscheidend an dieser Stelle ist die Zeile "Vary: User-Agent", mit der auf abweichende Inhalte für unterschiedliche Endgeräte hingewiesen wird:

GET /page-1 HTTP/1.1
Host: www.meinewebsite.de
(...es folgen die restlichen http
Anfrage Header...)
HTTP/1.1 200 OK
Content-Type: text/html
Vary: User-Agent
Content-Length: 5710
(...es folgen die restlichen http
Antwort Header...)

Weitere Hinweise zur Umsetzung dieser Vorgehensweise finden Sie bei Google Developers .

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Spiegel.de nutzt für seine mobile Website eine alternative URL.

Komplett unterschiedliche Websites

Die zweite Alternative, welche auch eine Vielzahl der großen, erfolgreichen Websites verwendet, ist die komplette Trennung der Inhalte zwischen der Desktop-Variante und der mobilen Variante über eine unterschiedliche URL.

Dies ist oftmals auch dem eingesetzten Content-Management-System geschuldet. So finden Sie beispielsweise die mobile Bild.de Website unter der URL http://wap.bild.de , die mobile Version des Spiegels unter http://m.spiegel.de.

Wenn Sie diesen Weg ebenfalls favorisieren, dann können Sie ihn auf verschiedene Weise implementieren. Der erste führt über einen entsprechenden Verweis auf die alternative Website gleichen Inhalts, aber spezieller Aufbereitung für das jeweilige Endgerät. Das folgende Beispiel bedient drei unterschiedliche Varianten:

  • www.meinewebsite.de/seite1.html repräsentiert die Desktop-Variante,
  • mobil.meinewebsite.de/seite1.html ist für aktuelle Smartphones und Tablets und
  • wap.meinewebsite.de/seite1.html ist für ältere Telefone mit einem einfachen HTML-Browser.
In diesem Fall fügen Sie auf der Desktop-Website einen Verweis auf die beiden anderen Alternativen ein und auf den beiden Ausprägungen innerhalb der Subdomains jeweils einen Verweis auf die Desktop-Variante.

Die Verlinkung findet jeweils über das link-Tag statt, wobei bei dieser Konstellation die Desktop-Variante als Hauptseite die beiden anderen mit der Beziehung alternate versieht. Die mobile und die WAP-Variante stellen die Beziehung entsprechend über canonical her und setzen auf diesem Weg eine Rückreferenzierung.

<link rel="alternate" media="only
screen and (max-width: 640px)"href="http://mobil.meinewebsite.de/seite1.html" /><link rel="alternate"
media="handheld" href="http://wap.meinewebsite.de/seite1.html" />

Wie Sie an diesen beiden Zeilen erkennen, funktioniert die Identifizierung über das media-Tag. Die erste Zeile verweist alle Smartphones und Tablets mit einer maximale Breite von 640 Pixeln auf die Mobil-Subdomain, die zweite Zeile entsprechend alle älteren Geräte auf die wap-Subdomain. Alle anderen Anfragen verbleiben auf der Hauptdomäne. Die Rückreferenzierung sieht auf beiden Alternativ-Sites gleich aus.

<link rel="canonical" href="http://
www.meinewebsite.de/seite1.html" />

Haben Sie sich für diesen Weg entschieden, dann sollten Sie auch Ihre Sitemap anpassen. Das folgende Beispiel zeigt den obigen Fall, in welchem die Desktop-Seiten den Standard darstellen und die beiden Subdomains die fallspezifischen Ausnahmen.

<?xml version="1.0"
encoding="UTF-8"?><urlset xmlns="http://www.sitemaps.
org/schemas/sitemap/0.9"
xmlns:xhtml="http://www.3.org
/1999/xhtml"><url><loc>http://www.meinewebsite.de/
seite1.html/</loc><xhtml:link
rel="alternate"
media="only screen and
(max-width: 640px)"
href="http://mobil.meinewebsite.de/
seite1.html" /><xhtml:link
rel="alternate"
media="handheld"
href="http://wap.meinewebsite.de/
seite1.html" /></url></urlset>

Googlebot-Mobile

Eine mobile Website ist nur dann erfolgreich, wenn die Suchmaschinen auch davon Notiz nehmen. Wenn Ihre klassische Website bereits im Index vorhanden ist und Sie die Verweise auf die mobilen Websites entsprechend gesetzt haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese auch indiziert werden.

Ob Google bereits seine mobilen Bots vorbeigeschickt hat, können Sie an zwei unterschiedlichen Agents in Ihrem Webserver-Log erkennen. Der Smartphone-Googlebot-Mobile identifiziert sich mit

Mozilla/5.0 (iPhone; U; CPU iPhone
OS 4_1 like Mac OS X; en-us) AppleWebKit/532.9 (KHTML, like Gecko)Version/4.0.5 Mobile/8B117 Safari/6531.22.7 (compatible; Googlebot-Mobile/2.1; http://www.google.com/bot.html)

Für die älteren mobilen Endgeräte gibt es zwei Bots: Der eine kommt mit einer Samsung-Kennung, der zweite mit der Kennung DoCoMo. Die entsprechenden Einträge in Ihrer Protokolldatei sollten wie folgt aussehen:

SAMSUNG-SGH-E250/1.0 Profile/
MIDP-2.0 Configuration/CLDC-1.1 UP.Browser/6.2.3.3.c.1.101 (GUI) MMP/2.0 (compatible; Googlebot-Mobile/2.1; +http://www.google.com/bot.html)
DoCoMo/2.0 N905i(c100;TB;W24H16)
(compatible; Googlebot-Mobile/2.1;+http://www.google.com/bot.html)

Fazit

Den goldenen Weg für das Mobile SEO gibt es aktuell noch nicht. Generell ist das Mobile SEO eher eine Mischung aus guter Analyse des Besucherverhaltens und Website-Optimierung im Rahmen der technischen Möglichkeiten.

Wenn Sie eine Website komplett neu aufsetzen, dann sollten Sie dies auf Basis von Responsive Design tun. In allen anderen Fällen sollten Sie die Variante wählen, welche technisch mit vertretbarem Aufwand umsetzbar ist.

Achten Sie bei der Implementierung darauf, den eingeschlagenen Weg wie aufgezeigt den Suchmaschinen-Crawlern transparent zu machen. Mit der Zeit wird sich der gewünschte Erfolg und ein positives Suchmaschinen-Ranking entsprechend einstellen.

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