Das Energie-Sparprogramm

Beistell-Receiver

Stromverbauchsdiagramm

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Stromverbauchsdiagramm

Doch ebenfalls die gängigen Beistell-Receiver langen ganz unterschiedlich zu. So braucht der HDTV-Recorder Homecast HS 8100 CIPVR (Test in [int:article,42760/]) 18 Watt im Ruhezustand, während das zeitgleich getestete Konkurrenzmodell iCord HD von Humax mit 1,5 Watt auskommt.

Ein genauer Blick in die Messwerte zeigt, woher das kommt: Während der Homecast 5,7 Sekunden nach dem Druck auf den Einschaltknopf ein Bild auf dem Fernseher zeigt, lässt sich das Humax-Gerät für denselben Vorgang fast eine halbe Minute lang Zeit. Wer den "Tatort" aufnehmen möchte, verpasst so vielleicht die entscheidenden Sekunden am Anfang des Films.

Das ist die Kehrseite des Stromspar-Programms: Geräte, die möglichst viele energiehungrige Funktionen im Standby lahmlegen, kommen mit weniger Watt aus, brauchen dafür in der Regel aber länger zum "Hochfahren".

Ähnlich verhält es sich mit der Quick-Start-Funktion einiger DVD-Recorder. Sie macht das Gerät in weniger als zwei Sekunden aufnahmebereit - um den Preis eines höheren Standby-Verbrauchs. Beim Panasonic DMR-EH 589 (Test in HomeVision-Printausgabe 4/2008) sind das immer noch genügsame 3,7 Watt - statt 1,4 Watt während des absoluten Spar-Betriebs. Ob der zusätzliche Komfort einen Aufpreis von 3,50 Euro im Jahr Wert ist, kann jeder selbst entscheiden. Die Redaktion liefert ihm die Daten dazu.

Wirklich ärgerlich sind nur Stromschlucker, die Energie verzehren ohne eine erkennbare Leistung dafür zu bringen. Damit meinen wir keine Surround-Endstufen, die bei Bedarf 1200 Watt mobilisieren, um Filmexplosionen spürbar ins Wohnzimmer zu drücken. Auch keine audiophilen Class-A-Verstärker, die ihre Schaltkreise mit 200 Watt in den Standby-Schlaf wiegen. Wer seinem Hobby mit derart exklusiven Geräten frönt, ist sich der Auswirkungen auf die Stromrechnung sehr wohl bewusst. Schon allein mangels Stückzahlen dürfte die High-End-Branche so schnell auch keinen Energieversorger in Bedrängnis bringen.

Die Rede ist vielmehr von "stillen Verbrauchern", die in fast jedem Haushalt stehen: Kaffeemaschinen, DSL-Router, elektrische Zahnbürsten, aber auch Mini-Stereo-Anlagen, DVD-Spieler und aktive Subwoofer. "Über die gesamte Laufzeit eines Gerätes kann der Stromverbrauch im Standby höher sein als im produktiven Betrieb", stellte der Ingenieurs-Verband VDE gerade in einer Studie fest. So verbrennen viele Billig-Player mehrere Watt im Ruhezustand, ohne dass der Besitzer einen konkreten Nutzen davon hat. Für die Reaktivierung per Fernbedienung würde ein Bruchteil der Leistung genügen: 0,1 Watt wie aktuelle Markengeräte, zum Beispiel von Sony, zeigen.

Ein Beamer, der unter der Wohnzimmerdecke in Betriebsbereitschaft verharrt, saugt im besten Fall nur 0,5 Watt aus dem Netz (Marantz VP-15 S 1), vielleicht aber auch fünf Watt (Epson EMP-TW 2000) oder 14 Watt (Acer XD 1150). Auf der jährlichen Stromrechnung macht sich dieser Unterschied mit bis zu 20 Euro zusätzlich bemerkbar.

Wenn das Gerät keine Energie zum Speichern von Programmen oder Einstellungen benötigt, lohnt es sich in solchen Fällen immer, die Verbindung zum Stromnetz zu trennen. Viele Computer ziehen sogar in ausgeschaltetem Zustand zwei bis drei Watt, nur um im Bedarfsfall auf den Druck der Einschalttaste reagieren zu können.

Mit speziellen Steckerleisten und Stromspar-Adaptern lässt sich die Netztrennung sogar automatisieren (siehe Seite 4 "Schluss mit Standby"). Die Redaktion empfiehlt diese Methode nur nicht für Beamer, deren Lüfter beim Herunterfahren minutenlang nachläuft. Die Projektionslampe braucht Kühlung, soll sie nicht vorzeitig dem Hitzetod erliegen. Ein mechanischer Schalter direkt an der Steckdose, der von Hand betätigt wird, löst das Problem.

Aber lohnt der ganze Aufwand überhaupt für ein bisschen Energiesparen? Mit Sicherheit. Eine geschickte Auswahl der Komponenten und die Eliminierung unnötigen Standby-Verbrauchs kann die Stromrechnung fürs Heimkino um mehr als 180 Euro senken.

Auch Michael Jaegers spart inzwischen - allein durch physikalische Netztrennung seiner Geräte - 208 Kilowattstunden. Das sind bei einem Strompreis von derzeit etwa 20 Cent rund 50 Euro im Jahr. Der größte Stromfresser wurde allerdings nicht im Wohnzimmer, sondern in der Küche ausgemacht: ein alter Kühlschrank, der dreimal so viel Energie verbrauchte wie ein aktuelles A+-Modell.

Wie Sie dem Standby-Betrieb ein Ende machen und Ihren Energieverbrauch ermitteln, steht auf der nächsten Seite...

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