Hase und Igel

Ausblick: AMD Phenom II und Intel Westmere

Ob es an der generell ernsten Lage bei AMD liegt oder am heftigen Gewinneinbruch, den Intel im letzten Quartal 2008 zu verkraften hatte, wer weiß. Auf jeden Fall bemühten sich schon Anfang Februar beide CPU-Schmieden, auf zukünftige Produkte hinzuweisen.

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  2. Xeon-Prozessoren
AMD Phenom II und Intel Westmere

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Normalerweise zeigen sich Hersteller eher bedeckt, wenn es um die Ankündigung zukünftiger Produkte geht. Das hat mehrere Gründe. Zum einen möchte man der direkten Konkurrenz nicht unbedingt auf die Nase binden, was so alles in den eigenen Schubladen schlummert. Zum anderen - und das ist oft der wichtigere Grund - möchte man sich mit Neuankündigungen nicht unnötig das eigene Geschäft verderben. Da neue Produkte entweder besser oder billiger sind, könnte ja der ein oder andere Kunde auf die Idee kommen, geplante Einkäufe ein wenig zurückzustellen.

Bis ins letzte Detail gehen daher auch die Ankündigungen nicht, die AMD und Intel beide im Februar zunächst der Presse und dann der Öffentlichkeit zugänglich machten. Interessant waren sie dennoch.

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Neue Phenom II

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Dieses Jahr wird auch AMD mit AM3-CPUs auf DDR3-Speicher umstellen. Diese laufen auch in AM2+-Boards, aber dann nur mit DDR2-Speicher.

Anfang Februar machte AMD den Anfang und stellte fünf neue Prozessoren aus der Phenom-II-Serie vor. Bereits in [int:article,86203/] konnten wir den Phenom II X4 940 vermessen. Dessen Leistung kommt zwar nicht an die eines Core-i7 heran, spielt aber in der gleichen Liga wie Intels Core-2-Quad-CPUs. Gegen die Core-2-Reihe positioniert AMD folglich auch die Neulinge.

Der Phenom II X3 720 tritt gegen Intels Core 2 Duo E8400 an und soll bei etwas geringerem Preis sogar etwas schneller sein. Gegen den Core 2 Quad Q8200 zieht der Phenom II X4 810 ins Feld und soll zu einem ähnlichem Preis eine bessere Leistung bringen.

Für Analysten, bei denen es um den zu erwartenden Umsatz geht, mag das eine Notiz Wert sein, abendfüllend sind solche Mitteilungen freilich nicht. Interessanter ist da schon die Ankündigung von Phenom-II-X4-Prozessoren für den AM3-Sockel. Diese sollen bei Erscheinen dieses Heftes schon zu haben sein und bieten DDR3-Unterstützung.

Inwiefern der schnellere Speicher die Leistung noch verbessern wird, werden wir testen, sobald wir eine entsprechende CPU und das passende Mainbaord haben. Wer sich mit dem Gedanken trägt, aufzurüsten, kann das gelassen angehen. AM3-Prozessoren passen dank zweier weggelassener Pins bei ansonsten gleichem Layout in AM2+-Sockel und können auch mit dem dort einzusetzenden DDR2-Speicher umgehen. Der AM3-Sockel wiederum ist so codiert, dass AM2+-Phenoms nicht hineinpassen.

Intel tickt richtig

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Westmeres mit integrierter Grafik haben keinen FSB, sondern werden per DMI angebunden. Pech für Chipsatzschmieden ohne Lizenz.

Intel kündigte im Rahmen der Tic-Toc-Philosophie nicht nur neue Produkte, sondern auch neue Herstellungstechniken an. Zu Erinnerung: Mit dem Tic-Toc (zu deutsch eher Tick-Tack) Modell bezeichnet Intel das Vorgehen, im jährlichen Wechsel entweder die Prozessorarchitektur oder den Herstellungsprozess zu verändern.

Im vergangenen Jahr wurde mit Nehalem eine neue Architektur auf Basis des mit dem Penryn eingeführten 45-Nanometer-Prozesses vorgestellt. Dieses Jahr kommen die ersten Prozessoren auf Basis des 32-nm-Prozesses, die unter der Sammelbezeichnung Westmere firmieren.

Die Umstellung alleine der ersten drei Fabs auf die jetzt nötige Immersionslitographie kostet laut Intel rund sieben Milliarden Dollar und wird auch als aktiver Beitrag des Prozessorgiganten gegen die drohende Ausweitung der Wirtschaftskrise gesehen. Wann es die ersten Westmeres für den Endkunden geben wird, ist noch nicht ganz raus.

Intel plant, mit der Produktion im vierten Quartal anzufangen, was zwar im selbst gesteckten zeitlichen Rahmen liegt, aber nicht allzu viel Spielraum für den Fall lässt, dass bei der Umstellung noch etwas schief geht. Mit der Auslieferung wird erst für Anfang 2010 gerechnet. Intel selbst wollte dazu keine genauen Angaben machen, da die Abnahme der neuen Prozessoren letztlich von der Bereitschaft der Kunden und Partner abhänge.

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