Zeitenwende

Auf Digital-TV umrüsten

Wer im Analogzeitalter aufgewachsen ist, für den heißt es Abschied nehmen. In rund einem Jahr wechselt die TV-Übertragungstechnik beim Satellitenempfang zu mehr Service und Flexibilität.

  1. Auf Digital-TV umrüsten
  2. Die Trends
Auf Digital-TV umrüsten

© Video-HomeVision

Auf Digital-TV umrüsten

Stichtag ist der 30. April 2012: Dann hat sie ausgedient, jene Übertragungstechnik, mit der das Fernsehen groß wurde. Mit ihr gemeinsam gehen alle Satelliten-Empfänger "in Rente", auf denen das DVB-Logo fehlt: Nur Boxen und TV-Tuner, die fit sind für "Digital Video Broadcasting", verstehen die TV-Signale der anderen Art.

Und Sat-Schüsseln müssen mit einem speziellen, digital tauglichen Low Noise Block Converter (LNB) ausgestattet sein (siehe dazu den Beitrag "Bald ist Schluss!", VHV 6/11, Seite 76/77).

Für viele Fernsehzuschauer ist Digitalfernsehen nichts Neues. Sie empfangen bereits seit Jahren hochqualitative TV-Bilder in herkömmlicher und in High-Definition-Schärfe. Auch viele wohlklingende Digital-Radioprogramme fangen sie via Satellit ein, die sich mit einer entsprechenden Kabelverbindung über die Stereoanlage abspielen lassen.

Spitzenbild- und -klang sind in der Digitalwelt also schon länger bekannt. Die aktuellen Highlights sind dagegen neuartige Zusatz-Services.

tvtv-Progammführer

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Der tvtv-Progammführer in Kathrein-Boxen weist darauf hin, wenn es bei YouTube zu einer Sendung ergänzendes Filmmaterial gibt.

Aufwendige Programmführer (EPGs) präsentieren das Angebot der Sender, Festplatten ermöglichen hochkomfortable TV-Mitschnitte, das Heimnetzwerk ?sorgt für den Medienaustausch im Haus und HbbTV schließt das Internet ins Fernseherlebnis mit ein. Zu diesen vielfältigen Möglichkeiten kommen ständig neue hinzu.

Das bedeutet allerdings nicht, dass man jedes Mal eine neue Box oder einen neuen Fernseher kaufen müsste. Per Update über den Satelliten lernen die Geräte laufend hinzu und werden bald Fähigkeiten besitzen, von denen man heute noch nichts ahnt (siehe hierzu auch den Beitrag "Höchste Zeit für ein Update", VHV 3/11, ab Seite 22). Mit der alten Übertragungstechnik wäre all dies nicht machbar.

Megatrends: HDTV und Internet

"Wir wollen die Analog-Abschaltung dafür nutzen, mit der frei werdenden Kapazität die Ausstrahlung von mehr HD-Programmen zu ermöglichen", sagt Robert Amlung, Digitalbeauftragter des ZDF, und stimmt darin mit der ARD-Pressesprecherin Brigitte Busch überein. Konkurrent Sky aus der Liga der Abo-TV-Anbieter hat bereits jetzt elf HD-Kanäle im Portfolio.

Neue Sportsender sollen noch in diesem Jahr hinzukommen. Auch die Plattform HD-Plus der Privatsender hat unlängst großen Erfolg bei den Abonnentenzahlen vermeldet und will daher weiter wachsen.

Die TV-Hersteller gehen bereits einen Digital-Schritt weiter. Armando Romagnolo, General Manager bei Panasonic, wünscht sich für die Zukunft: "Darüber hinaus sollte das Thema 3D von mehr Sendeanstalten aufgegriffen werden. Diese spektakuläre Technologie fasziniert Zuschauer weltweit." Doch die Programmanbieter engagieren sich hier noch zu zaghaft.

Ganz anders sieht dies bei Zusatzdiensten aus dem Internet aus. Schon jetzt ist ausgemachte Sache: Digitales TV und das Web sind ideale Partner. "Durch das Thema Hybrid-TV und HbbTV ist die Verschmelzung in vollem Gange und wird sich künftig zumindest für hochwertige Endgeräte als zusammengehörig erweisen", sagt Michael Franz Auer, Produktmanager beim Sat-Profi Kathrein.

Auf der ANGA Cable, Messe für TV-Empfang, bestätigte sich dieser Trend: Nahezu jeder Aussteller präsentierte mindestens eine Box mit Internet-Zugang. Solche "Hybrid-Empfänger" erhalten über die Internet-Buchse nicht nur Zusatz-Infos zum laufenden TV-Programm. Auch unabhängige Nachrichten-, Unterhaltungs- oder Filmdienste lassen sich mit den Hybrid-Spezialisten aufrufen und auf dem TV-Bildschirm präsentieren.

Telekom Digital- Sat-Empfang

© Video Homevision

Im Laufe dieses Jahres wird die Telekom Digital- Sat-Empfang und das Internet-Angebot "Entertain" miteinander verknüpfen.

"Das Internet ist alternativlos", beschreibt Brigitte Busch von der ARD die Entwicklung. Die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter wollen nur noch in diesem Bereich Zusatz-Services weiterentwickeln.

Auch hochwertige Programmführer machen die Wende mit, sagt Christian Töpper, Geschäftsführer des EPG-Spezialisten Presse-Programm-Service GmbH (pps) aus Berlin: "Der Programmführer der Zukunft informiert unter anderem über Videos, die im Internet angeboten werden - und zwar besonders jene mit hoher Qualität.

Zudem spielen Empfehlungen, persönliche Präferenzen und das Teilen von Erfahrungen mit Gleichgesinnten eine große Rolle. Daher wird sogar Facebook Einfluss darauf haben, was mir der EPG empfiehlt." Kathrein ist hier Vorreiter: Bietet YouTube zu einer TVSendung weiteres Filmmaterial, zeigt das der Boxen-EPG an, und mit einem Knopfdruck wechselt das Programm auf Wunsch zum YouTube-Film.

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