Tipps und Tricks

Professionelle Astrofotografie

Für ambitioniertere Fotografen lohnt sich der letzte Schritt hin zur Astrofotografie. Das ist mit erheblichem Aufwand verbunden, bietet aber die Möglichkeit, die Wunder des Universums selbst ablichten zu können. "Bei alldem stehen wir plötzlich vor einer Unmenge Fragen, einer Unmenge Meinungen und vor allem auch vor finanziellen Aufwendungen - und auch die sind nach oben offen", schmunzelt Weinzierl.

Die richtige Ausrüstung

Montierung: Größere Montierungen, die sich für längere Brennweite eignen, lassen sich nicht nur in einer Achse nachführen, sondern in zwei. Das ist nötig, weil die Ausrichtung auf den Himmelspol niemals ganz genau ist. "Die Montierung ist der Unterbau für alle künftigen astrofotografischen Unternehmungen und hier zu sparen, stellt meines Erachtens einen der größten Fehler dar", findet Weinzierl. Die Nachführung erfolgt im Normalfall über eine zweite Guiding-Kamera, mit der man einen Leitstern aufnimmt. Eine eigene Software auf einem Laptop sorgt mit entsprechenden Steuerbefehlen dafür, dass die Montierung so exakt wie möglich nachführt.

Teleskop Esprit

© Benrd Weinzierl

Im Hintergrund: Montierung Losmandy G11 mit Skywatcher Esprit 80/400, Optik und Kamera Moravian G2 8300 FW. Vordergrund: Minimalausrüstung: Fotostativ mit Reisemontierung Vixen Polarie und Canon 6D.

Optik: Hier tobt der Glaubenskrieg "Spiegel versus Linse". Bernd Weinzierl weiß: "In keinem Astronomieforum wird man auf der Weisheit letzten Schluss stoßen, weshalb ich auch keine Empfehlung abgeben möchte." Weinzierl fotografiert bei kürzerer Brennweite eher mit einem Linsenteleskop (400 mm), bei längeren Brennweiten durch ein Spiegelteleskop (1500 mm). "Zu beachten ist auf alle Fälle, dass die Optik nicht zu schwer für die gewählte Montierung ist, denn dann ist der Frust programmiert." Darüber hinaus sollte auch das Öffnungsverhältnis berücksichtigt werden: Viele Optiken liegen um den Bereich von Blende 5 (Brennweite/Öffnung = 5), und ihre Lichtstärke ist sehr gut dazu geeignet, Deepsky--Fotografie zu betreiben.

Kamera: Mit einer DSLR hat man bereits ein sehr gutes Werkzeug in der Hand. Die Kamera muss nun noch mit entsprechenden Adaptern am Okularauszug des Teleskops angebracht werden. Damit kann man im Grunde genommen schon starten. "Mit einer DSLR kann ich von Planetenfotografie bis Deepsky-Fotografie (Galaxien, Nebel, Sternhaufen etc.) alles machen, wenn auch nicht in der Qualität, die Spezialkameras liefern", fasst Weinzierl zusammen. Um die Photonenausbeute an sogenannten Emissionsnebeln (rötliche Nebel aus ionisiertem Wasserstoff) drastisch zu erhöhen, kann man die Kamera umbauen lassen. Da normale Kameras für die Wellenlänge von ionisiertem Wasserstoff sehr unempfindlich sind, bieten diverse Hersteller auch eigene astromodifizierte DSLRs an, zum Beispiel Canon mit seiner Da-Serie.

CCD-Cams: Wer sich eingehender mit Astrofotografie beschäftigt, wird über kurz oder lang bei Spezialkameras landen, den CCD-Cams. Sie haben den Vorteil, dass ihr Fotochip gekühlt werden kann, was das Rauschen massiv vermindert. Zusätzlich gibt es sie als Schwarzweiß-Version, vor die man Farbfilter oder Schmalbandfilter setzen kann. Das erhöht einerseits ihre Auflösung und andererseits auch die Empfindlichkeit. Der Nachteil ist ein umständlicheres Handling im Vergleich zu einer DSLR-Kamera.

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