Musik-Streaming

Apple Airplay im Einsatz

Digitale Musik vom iPhone oder iPad direkt auf die Stereoanlage im Wohnzimmer - ohne lästigen Kabelsalat? AirPlay von Apple macht's möglich und viele Hersteller springen auf den Zug auf. Wie es funktioniert, lesen Sie hier.

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Lassen Sie Ihren Tag gemütlich auf dem Sofa im Wohnzimmer ausklingen. Und als Untermalung hören Sie noch das Musikalbum, das Sie letzte Woche aus dem iTunes Store heruntergeladen haben.Aber nicht mit iPhone und Ohrenstöpseln: Das passt nicht zu einem gemütlichen Abend. Der Computer mit seinen schwächelnden Lautsprechern ist keine Alternative.Besten Sound ohne Kopfhörer zaubert nur die große Hi-Fi-Anlage ins Wohnzimmer. Leider spielen Audioanlagen in den meisten Wohnzimmern nach wie vor keine digitalen Songs ab. Ein recht ungewöhnlicher Zustand: Ein Großteil der eigenen Musik ist auf Computern, auf externen Festplatten oder auf dem Speicher mobiler Geräte gespeichert.Die digitale Musik wurde vornehmlich von Audio-CDs konvertiert oder als bezahlte Downloads aus dem Web erworben. Wie bringt der Anwender seine digitale Musikbibliothek ohne allzu große Umstände auf die Hi-Fi-Anlage? Diese Aufgabe will AirPlay von Apple übernehmen und dem Anwender den Hörgenuss vereinfachen.

Luftspiele mit iTunes

AirPlay spielt den digitalen Sound am gewünschten Ort ab - ganz unabhängig davon, wo die Daten gespeichert sind. Das funktioniert unabhängig von Mac oder PC: Der Nutzer wählt die gewünschten Songs bequem über iPhone, iPad oder iPod touch aus, dann werden sie drahtlos über AirPlay zur Stereoanlage geschickt und dort abgespielt.Der Anwender muss sich nicht um Apple AirPlay kümmern: Der Dienst nimmt seine Arbeit auf, wenn alle beteiligten Geräte AirPlay unterstützen. Sollten ältere Geräte den Standard nicht unterstützen, hilft ein spezieller Adapter von Apple: Er heißt AirPort Express und rüstet selbst ältere Soundsysteme mit AirPlay auf.Zur Übertragung von Musik greift AirPlay auf bereits vorhandene Netzwerk-Verbindungen zurück. In vielen Haushalten ist bereits ein WLAN-Router eingerichtet und damit eine wichtige Voraussetzung erfüllt. Anwender, die in solchen Haushalten eine Hi-Fi-Anlage im Wohnzimmer AirPlay-fähig machen möchten, greifen auf Apples AirPort-Express-Adapter zurück.Über einen Setup-Assistenten konfiguriert man den Adapter für die drahtlose Verbindung mit dem bereits vorhandenen WLAN-Funknetz. Danach wandert AirPort Express in eine Steckdose in der Nähe der Hi-Fi-Anlage und der Audio-Ausgang des Adapters wird mit dem Audio-Eingang der Hi-Fi-Anlage verbunden.Auf einem beliebigen Mac oder PC mit iTunes erscheint ein AirPlay-Symbol, sofern der Rechner mit dem Netzwerk verbunden ist. Per Mausklick starten Sie den Sound von iTunes auf Ihrer Musikanlage und nicht auf dem Computer.

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Sonos bietet für sein Wireless Hi-Fi-System "Play" verschiedene Fernsteuerungs-Apps an: nicht nur für iPhone oder iPad, sondern auch für Android Geräte.

Dabei spielt es keine Rolle, wo der iTunes-Rechner steht. Wichtig ist nur, dass sich der Computer und der AirPort-Express-Adapter im selben Heimnetz befinden und drahtlos mit dem WLAN-Router verbunden sind.Auf die gleiche Weise lassen sich beliebige Audiosysteme in das AirPlay-Netz von Apple einbinden. Ist kein AirPlay eingebaut, kommt hier ein AirPort-Express-Adapter zum Einsatz. Falls gewünscht, lässt sich dann beispielsweise die iTunes-Playlist eines Rechners gleichzeitig an verschiedenen Lautsprechern in verschiedenen Räumen wiedergeben.Achtung: Nur das aktuelle iTunes ab Version 10.2 unterstützt AirPlay voll. Ist noch eine alte Version der Musik-Software installiert, muss der Nutzer ein Update von der Website laden.

Zuspieler und Fernbedienungen

AirPlay über das lokale Netzwerk ist nicht ausschließlich auf Mac oder PC für die Musikwiedergabe angewiesen. Das Abspielen per AirPlay ist auch direkt von mobilen Geräten wie iPod touch, iPhone oder iPad möglich.Die Apple-Geräte arbeiten mit iOS und sind darauf eingerichtet, AirPlay zu nutzen. Sie bauen eigenständige Verbindungen ins Netzwerk auf. Deswegen können iPod shuffle und nano bei AirPlay nicht "mitspielen": Diese MP3-Player besitzt keine Netzwerk- Schnittstelle.iOS-Geräte übertragen die Musik via AirPlay auf die Musikanlage, die diese dann abspielt. Das ist eine sehr viel komfortablere Methode als das Abspielen über iTunes von einem Computer. Dabei ist zu beachten: Alle iOS-Geräte müssen mit aktueller Firmware ausgestattet sein.

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Das Zeppelin Air ist über WLAN mit dem Heimnetz verbunden. Die Musik gelangt via AirPlay zum Soundsystem.

Doch es geht noch besser: Die kostenlose App "Remote" aus dem App Store verwandelt iOS-Geräte in komfortable Fernbedienungen. Damit steuern Sie zum Beispiel über Ihr iPhone im Wohnzimmer, welche Songs vom iTunes-Rechner im Arbeitszimmer auf welchen AirPlay-Lautsprechern im Haus oder in der Wohnung abgespielt werden.

AirPlay überall

Viele Hersteller von Hi-Fi-Komponenten nutzen die einfache Handhabung und die vielen Funktionen von AirPlay in aktuellen Soundsystemen. Der niederländische Hersteller Sonos beispielsweise hat die Unterstützung von AirPlay über das Update seiner System-Software im Frühling 2011 eingeführt.Voraussetzung ist allerdings der Einsatz eines Apple-Airport-Express-Adapters, der mit einem ZonePlayer von Sonos verbunden werden muss. Dann lässt sich die Musik von allen iOS-Geräten aus in alle Räume übertragen, die mit Sonos ausgestattet sind.Eine interessante Möglichkeit, das bereits vorhandene Sonos-Soundsystem durch eine relativ geringe Investition AirPlay-fähig zu machen. Unabhängig von Apple AirPlay bietet Sonos zur "drahtlosen Steuerung" seines Soundsystems Apps fürs iPhone, iPad und Android-System an.Für das Lautsprechersystem Zeppelin Air von Bowers & Wilkins ist kein zusätzlicher Apple-Adapter erforderlich. Der Zeppelin Air wird über seinen integrierten WLAN-Adapter mit dem Heimnetz-Router verbunden und ist dann einsatzbereit für die Soundwiedergabe über AirPlay.Der Zeppelin Air ist zudem mit einem flexiblen Dock für iPhone, iPod touch, classic und nano ausgestattet. Das Gerät besitzt unter anderem einen USB-Eingang: Darüber lassen sich iTunes-Songs auf einem angeschlossenen Rechner abspielen oder mit einem angedockten Gerät synchronisieren. In komplett anderem Design präsentiert sich das ringförmige Soundsystem JBL On Air Wireless. Auch hier erfolgt die Einbindung des Lautsprecher-Docks ins Heimnetz drahtlos per WLAN. Zur Soundwiedergabe sind ebenso wie bei den zuvor genannten Soundsystemen keine Grenzen gesetzt - dank AirPlay.

Kleiner Sound-Alleskönner

Auf den ersten Blick sieht man der kompakten AirPort Express Basisstation von Apple nicht an, welche Funktionsvielfalt in ihr steckt. Zunächst einmal ist das Gerät ein drahtloser Zugangspunkt (Access Point), der alle aktuellen WLAN-Standards unterstützt (802.11a/b/g/n).

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Die Verbindung von Sonos' "Play" mit der AirPlay-Umgebung von Apple mithilfe eines AirPort-Express-Adapters.

Die Verbindung zu einem bestehenden Netzwerk erfolgt über ein Netzwerkkabel oder per WLAN. Verbindet man AirPort Express mit einem DSL- oder Kabelmodem, lässt sich das Gerät auch als WLAN-Router einsetzen.Der Clou: AirPort Express besitzt einen Audio-Minianschluss (3,5 Millimeter). Über ein Audiokabel ist die Verbindung mit Aktivlautsprechern oder der Hi-Fi-Anlage möglich. So lässt sich via AirPlay Musik von jeder beliebigen Quelle im Netzwerk abspielen.Als Musikquelle kommt jedes AirPlay-fähige Abspielgerät in Frage: neben iPhone, iPod touch oder iPad auch ein Computer mit aktueller iTunes-Software. Über den USB-Port am AirPort Express lässt sich außerdem noch ein USB-Drucker ins Netzwerk einbinden.

Flotter Verteilerkasten

Im Gegensatz zum AirPort Express ist der AirPort Extreme in erster Linie ein WLAN-Router. Als Schaltzentrale im Heimnetz stellt er allen angeschlossenen Geräten einen Zugang ins Internet zur Verfügung. Der AirPort Extreme ist auch für den schnellen Austausch der verbundenen Netzgeräte verantwortlich.

Das gilt insbesondere bei zeitkritischen Übertragungen wie bei der Kommunikation über Apple AirPlay. Der AirPort Extreme kann gleichzeitig zwei WLAN-n-Funknetze mit verschiedenen Frequenzen (2,4 und 5 GHz) aufspannen.WLAN-Clients, die ebenfalls Dual-Band-fähig sind, wählen dann immer das Netz mit der besten Verfügbarkeit aus. Für eine schnelle Anbindung per Kabel besitzt der AirPort Extreme drei Gigabit-LAN-Ports.Über die USB-Schnittstelle lässt sich ein Drucker oder ein externer Datenspeicher im Netz aktivieren. Im Gegensatz zum AirPort Express besitzt der AirPort Extreme keine Audio-Schnittstelle.

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