Uhren, Autos und mehr

Android in neuen Lebensbereichen

Googles Android ist mehr als ein Betriebssystem für Smartphones und Tablets. Autoradios laufen damit ebenso wie Kameras und Uhren. Android ist im Alltag angekommen und erobert neue Lebensbereiche.

Android

© Google

Android

Gerade mal sechs Jahre ist es her, dass das erste Android-Phone vorgestellt wurde. Dass Android zu dem führenden Betriebssystem für Mobilgeräte aufsteigen würde, konnte keiner ahnen. Inzwischen ist der Marktanteil von Googles Betriebssystem auf 30 Prozent gewachsen.

Laut Gartner werden bis Ende des Jahres weltweit 1,17 Milliarden Smartphones und Tablets mit Android laufen. Im Vergleich dazu muten die Verkaufszahlen von PCs bescheiden an: 308 Millionen PCs (inkl. Notebooks) sollen laut Gartner im Umlauf sein.

Ultramobile Revolution mit Android 

Geräte, die mit Android laufen, stehen an vorderster Front der ultramobilen Revolution. Aus dem modernen Leben sind sie nicht mehr wegzudenken. Der Grund für Androids kometenhaften Aufstieg liegt nicht zuletzt daran, dass es sich um ein offenes System handelt. Der Quelltext von Googles Betriebssystem und mobiler Plattform ist im Wesentlichen offen.

Und weder Hardwarehersteller noch Entwickler zahlen Lizenzgebühren für Android. Aber sie profitieren davon, dass sich die Linux-basierte Plattform recht einfach anpassen lässt. Und letztlich investiert Google selbst kräftig in sein mobiles Betriebssystem. Wie stark das Engagement des Suchmaschinen-Giganten in Android ist, wird bei einem Blick auf Googles Entwicklerkonferenz im Juni dieses Jahres deutlich.

Navgear 2-DIN DSR-N 270

© Navgear

Freie Fahrt mit Android 4.0 und dem 6,2 Zoll (15,7 cm) großen Touchdisplay bietet das Infotainment-System von NavGear. Einen Internetzugang gibt es via Smartphone.

Mit den dort vorgestellten neuen Varianten seines mobilen Betriebssystems schickt Google sich an, auch in weitere Bereiche des modernen Lebens vorzudringen und sie zu beherrschen. Mit Android Auto, Android TV und Android Wear will der Suchmaschinen-Riese PKWs ebenso erobern wie Wohnzimmer und Sportstudios.

Doch selbst ohne diese neu vorgestellten Android-Plattformen ist modernes Leben von heute ohne Googles Betriebssystem kaum noch vorstellbar. Schließlich synchronisieren sich Android-Smartphones gleich beim Einsteigen ins Auto bereits mit dem Infotainment-System des Wagens und daheim laufen die Lieblingssongs über Google Phones und die dazugehörigen Soundanlagen.

Samsung Galaxy K Zoom

© Samsung

Das Samsung Galaxy K Zoom ist Kamera und Smartphone zugleich (10-fach optischer Zoom).

Android als smarter Beifahrer

Aber über vernetzte Smartphones hinaus hat sich Android schon längst seinen Platz im Fahrzeuginneren erobert. Schließlich fahren jetzt schon Geräte wie Autoradios oder Navigationsgeräte auf Googles Betriebssystem deab. So hat das Technologieunternehmen Parrot mit seiner Asteroid-Reihe gleich drei Android-basierte Multimediasysteme am Start. Asteroid Mini, Smart und Tablet spielen aber nicht nur Musik über das gekoppelte Smartphone ab, vielmehr lotsen sie den Fahrer zu einer gewünschten Adresse, zeigen Tankstellen oder Parkplätze in der Umgebung an und ermöglichen Telefonate über die Freisprechanlage.

Eine Internetverbindung kann über ein angeschlossenes Mobiltelefon oder einen Surfstick hergestellt werden. Parrots Asteroid Tablet verfügt dabei über ein 5 Zoll (12,7 cm) großes Touchdisplay und geht als Ersatz für nicht vorhandene Einbau-Infotainment-Systeme im Auto durch. Dabei kostet das Tablet 350 Euro und läuft mit Android und einer angepassten Benutzeroberfläche. Apps können über den Asteroid-Markt erworben werden.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt NavGear mit dem Autoradio NavGear 2-DIN DSR-N 270. Über einen 6,2 Zoll (15,7 cm) großen Touchscreen bietet das smarte Gerät freie Fahrt mit Android 4.0 als Betriebssystem. Per Sprachsteuerung lässt sich die Wettervorhersage ab- oder ein Musiktitel aufrufen. Die Verbindung zum Internet erfolgt dabei über ein angeschlossenes Mobiltelefon. Die NavGear-Lösung kostet bei Pearl rund 300 Euro.

Ein vollwertiges integriertes Infotainment-System, das auf Android-Basis läuft, geht in verschiedenen Renault-Modellen auf die Straßen. Wird das schlaue Multimediasystem beispielsweise mit einem Renault Clio, Megane oder bald auch Twingo mitgeordert, fährt es fest integriert in der Mittelkonsole mit. Renaults Infotainment-System verfügt über eine integrierte SIM-Karte und einen hochauflösenden 7 Zoll (17,8 cm) großen Touchscreen. Steuern lässt sich das Android- Multimediasystem über Sprachbefehle, das Display oder über die Lenkradfernbedienung. Android- oder iPhones lassen sich über Bluetooth koppeln, sodass auf Kontakte oder Musik zugegriffen werden kann. Integriert ist ferner ein TomTom-Navi.

Samsung E-Bikes

© Samsung

E-Bikes, die mit Android laufen, sind noch Zukunftsmusik, doch arbeitet Samsung daran.

Neben diesen Android-basierten Multimediasystemen gibt es Lösungen für Autos, bei denen sich das Android-Smartphone mit bestehenden Anlagen synchronisiert. Der Fahrer kann so auf die Inhalte seines Mobiltelefons zugreifen.

Und genau nach dem Prinzip soll auch Android Auto funktionieren. Das Android-Phone liefert Inhalte und Intelligenz an die Multimediazentrale im Auto, unabhängig davon, welches Betriebssystem auf Letzterem läuft. Das hat den Vorteil, dass Updates über das Smartphone eingespielt werden können. Das Gleiche gilt übrigens auch für Apples Synchronisationslösung CarPlay.

Synchronisieren lassen sich Smartphones nicht nur auf vier Rädern, sondern vermehrt auch mit Geräten in den eigenen vier Wänden. Ob Soundsysteme oder Haustechnik, Android hat es sich im Wohnzimmer längst schon bequem gemacht.

Android im Wohnzimmer

Allerdings übernimmt Googles Betriebssystem auf dem Smartphone eher eine Verwalterrolle und steuert Geräte wie Alarmanlagen, Lampen oder Waschmaschinen. Nur wenige Geräte im Haushalt laufen mit Android. Dazu zählen MP3-Player wie beispielsweise Sonys Walkman NWZ-F886. Der 100 g leichte Player verfügt über einen 11 cm großen Touchscreen, NFC und WLAN. Dank Android lassen sich auch Spiele-Apps installieren.

Weit ausgefallener als der Android-MP3- Player ist der Herd Discovery iQTM von Dacor, der nur in den USA verfügbar ist. Das smarte Küchengerät arbeitet mit einem ARM-Cortex-A8-Prozessor, 16-GByte-Flash- Speicher sowie WLAN und Bluetooth. Bedient wird der Android-Herd über ein 7 Zoll (17,8 cm) großes Touchdisplay oder über die dazu passende Smartphone-App.

Zweifellos lässt sich über die Sinnhaftigkeit solcher Geräte streiten, doch zeigen auch Produkte wie Fernseher, die mit Android TV laufen werden, dass die ultramobile Revolution längst im Wohnzimmer angekommen ist und Google mit seinem mobilen Betriebssystem dabei in der ersten Reihe sitzt.

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